Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kangchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

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Lapche Himal

(Die Karte ist im Großformat mit einer Breite von 2560 Pixel hinterlegt; dort sind die Beschriftungen gut lesbar.)

Quellen der Detail-Informationen:

- Eigene vielfältige Recherchen sowie Auswertungen von Bildmaterial
- Khumbu Himal 1:50.000, Nepal-Kartenwerk der Arbeitsgemeinschaft für vergleichende
  Hochgebirgsforschung Nr. 2
- Mount Qomolangma 1:100.000, Lanzhou Institute of Glaciology and Geocryology
- Finmap: Sheet 2886-13, Lapchegau, 1 : 50.000

Inhalt:

- Übersicht mit 5 Panoramafotos
- Beschreibung der Topografie der Region
  - Vorbemerkung zur besonderen Problematik der Kartendarstellung und zur Beschreibung dieser Region
  - Beschreibung der Topografie der Bergkette aus der Sicht von Süden
  - Beschreibung der Topografie der Bergkette aus der Sicht von Westen und Nordwesten
  - Beschreibung der Topografie der Bergkette aus der Sicht von Nordosten und Osten
    sowie aus der Umgebung des Colangma Tso
  - Satellitenfotos von der Raumstation ISS

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya
- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"  
- Aussichtspunkt Tong La
- Passübergang Nangpa La
- Achttausender Cho Oyu
- Rolwaling Himal mit westlichem Khumbu

 

  Öffnen Sie die Bilder im Großformat!

Übersicht mittels einiger Panorama-Fotos 

Mit den folgenden 5 Panorama-Fotos soll lediglich ein Gesamteindruck vermittelt werden.
Detaillierte Beschreibungen mit weiteren Bildern finden Sie im Anschluss an diesen Abschnitt.

(1) Luftbild des Lapche Himal und Menlungtse von Südosten
(Bitte klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in etwa doppelter Größe sehen wollen. Dort ist dann auch die Beschriftung besser lesbar.)
Der Menlungtse und die anderen Berge im Vordergrund - ebenfalls auf chinesischem Territorium - gehören zum nördlichen Rolwaling Himal.

(2) Lapche Himal vom Tong La (Nordwesten)
(Bitte klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in dreifacher Größe sehen wollen. Dort ist dann auch die Beschriftung lesbar.)
Foto: Astur Kon, www.panoramio.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(3) Östlicher Teil des Lapche Himal vom Tong La (Nordwesten)
(Bitte klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in etwa doppelter Größe sehen wollen. Dort ist dann auch die Beschriftung lesbar.)
Foto: Astur Kon, www.panoramio.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(4) Westlicher Teil des Lapche Himal vom Tong La (Nordwesten)
(Bitte klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in etwa doppelter Größe sehen wollen. Dort ist dann auch die Beschriftung lesbar.)
Foto: Astur Kon, www.panoramio.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(5) Östlicher Teil des Lapche Himal von einem Standort westlich von Tingri (von Nordosten)
(Bitte klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in etwa doppelter Größe sehen wollen. Dort ist dann auch die Beschriftung besser lesbar.)
Foto: Julian Chau, flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth


Beschreibung der Topografie der Region:

Vorbemerkung zur besonderen Problematik der Kartendarstellung und zur Beschreibung dieser Region:

Es ist das erste Mal, dass ich ich versuche, eine Region zu beschreiben, zu der es so gut wie keine Landkarte gibt. Ich konnte nur ein paar großmaßstäbliche Karten entdecken, in denen aber lediglich Andeutungen zu dieser Region zwischen Shisha Pangma und Cho Oyu zu finden waren, wobei deren Vergleich zur Erkenntnis führte, dass allen Angaben mit größtem Misstrauen zu begegnen ist. Dass Höhenangaben fehlen oder oft falsch sind, ist der Normalfall in den weitgehend unbekannten Regionen des Himalaya. Im Fall der hier beschriebenen Gebirgsregion kommt aber hinzu, dass viele Berge und Flüsse in den wenigen Unterlagen auch keinen oder widersprüchliche Namen tragen. Sehr erstaunlich ist, dass nicht einmal für den durchaus imposanten Gebirgszug als ganzes ein Name zu finden ist. Der London Alpine Club zählt die Berge zum Rolwaling Himal. Das mag man gelten lassen, ich meine aber, dass bei dem doch recht isoliert liegenden Gebirsgzug - vollständig auf tibetischen Territorium - ein eigenständiger Name sinnvoll und hilfreich wäre. So tragen ja z.B. die Gebirgsbereiche nördlich des Annapurna Himal auch eigenständige Namen, nämlich Damodar Himal und Peri Himal. Ich habe es deshalb gewagt, für die hier beschriebene Bergkette den Namen "Lapche Himal" einzuführen - nach dem Namen des höchsten Gipfels "Lapche Kang I", 7367 m (man findet auch die Schreibweise "Labuche Kang"). Dieser eigenständige Name erlaubt eine einfache Unterscheidung von dem südlich gelegenen Rolwaling Himal, der durch das tief eingeschnittene Tal des Rongshar Chu vom Lapche Himal getrennt ist.

Der Name "Lapche Kang" warf ebenfalls Probleme auf: Als eine japanische Expedition den Siebentausender Lapche Kang im Jahr 1987 erstmals bestieg, benannte sie anschließend einen etwa 300 m niedrigeren markanten Gipfel im Westen (7072 m) mit "Lapche Kang II" zu bezeichnen, obwohl in unmittelbarer Nähe im Osten des soeben bestiegenen Lapche Kang I ein deutlich höherer Gipfel zu sehen war, dem dieser Name zugestanden hätte. Irgendjemand nannte später diesen 7250 m hohen Gipfel im Osten dann "Lapche Kang III", womit das Namenschaos perfekt war: Warum soll der nur etwa 7072 m hohe Gipfel, den eine Schweizer Expedition im Jahr 1995 bestieg, der "Lapche Kang II" sein, wenn es einen höheren Gipfel im Osten des Lapche Kang I gibt und einen weiteren, vermutlich ebenfalls höheren Gipfel (ca. 7080 m) noch etwas weiter östlich?  Sofern sich die Höhe des Punktes 7080 bestätigt, wäre dies der Lapche Kang III und der P 7072 evtl. der Lapche Kang IV. Da man aber nicht alle Namen offen lassen oder immer wieder ändern kann, habe ich für den P 7072 den Namen "Lapche Kang West" gewählt und den mit 7250 m zweithöchsten Berg des Gebirgszugs mit "Lapche Kang II" bezeichnet, so wie es bereits auch einige andere Autoren getan haben. So wird dieser zweithöchste unbestiegender Berg der Erde (Stand 2015) auch in den entsprechenden Listen geführt wird.

Die Namen der Gletscher habe ich selbst gewählt, nachdem ich für keinen der Eisströme einen Namen in irgendwelchen Unterlagen finden konnte. Vielleicht gelingt es irgendwann, bei den Bewohnern von Tingri oder des Rongshar-Tales, Namen in Erfahrung zu bringen, welche schon seit längerer Zeit in Gebrauch sind. Ich will meine Landkarte dann gerne korrigieren.

Mit Hilfe von Google Earth und vielen Analysen von Fotos von unterschiedlichen Standorten konnte ich die Geländestrukturen darstellen und die Höhen der Gipfel mit ausreichender Genauigkeit bestimmen. Mit ausreichend meine ich etwa plus/minus 30 m. Wie genau die Höhen  von Lapche Kang I, Lapche Kang West und Colangma einzuschätzen sind, die in anderen Unterlagen mit 7367 m bzw. 7072 m bzw. 6952 m zu finden sind, lässt sich z.Zt. nicht sagen.

Ich konnte nur wenig Bildmaterial entdecken, das bei Expeditionen in den Lapche Himal hinein entstanden ist. Zu diesem wenigen Material zählen das kleine Buch von der Erstbesteigung des Lapche Kang West im Jahr 1995 sowie zwei Websites von Expedition zum Gyao Kang. Alle diese Expeditionen nutzten den Zugang von Nordosten zum Colangma Tso. Im Wesentlichen beschränkt sich deshalb die bildliche Erklärung des Gebirges auf die Sichten von außen: von Süden aus dem Flugzeug, von Westen und Nordwesten vom Friendship Highway zwischen Nyalam und dem Pass Tong La, von Osten von Tingri und von der Zufahrt zum Basislager am Cho Oyu und vom Cho Oyu selbst.

Für den Zugang in das Gebiet gelten die strengen Restriktionen der chinesischen Bergsteigerorganisation. Nur ganz im Südwesten gehört ein kleiner Zipfel der Bergkette zu Nepal und nur dort ist ein freier Zugang in das Tal des Lapche Khola möglich.

Beschreibung der Topografie der Bergkette aus der Sicht von Süden

Der Lapche Himal liegt nahezu vollständig auf chinesischem Territorium. Nur im Südwesten berührt ein schmaler Streifen nepalesischen Staatsgebiets das Gebirge. Die "großen" Nachbarn des Gebirges sind im Westen der Shisha Pangma (8027 m) und im Osten der Cho Oyu (8201 m).

Am Südabhang des Lapche Himal entspringen die beiden Flüsse Lapche Khola (Lapchegau Khola im Oberlauf) und Rongshar Chu. Sie vereinigen sich auf nepalesischem Staatsgebiet 12 km westlich des Gaurisankar (Rolwaling Himal) zum Fluss mit dem Namen Bhote Kosi. 10 km südlich dieses Zusammenflusses liegt der Startpunkt der Treks in den Rolwaling Himal. Selten wird der Trek das Tal des Lapche Lhola hinauf gegangen, wo man sich bis zur winzigen Ortschaft mit Kloster Lapchegau noch auf nepalesischen Territorium bewegt. Von den Höhen um diesen Ort reicht der Blick nach Nordwesten zum Passübergang Kangshen La, der zum Friendship Highway bei Nyalam hinüberführt. Nach Nordosten geht der Blick das Tal des Lapchegau Khola hinauf bis zu den südlichen Vorbergen des Lapche Kang I und II.

(6) Blick von einer Höhe oberhalb des Ortes Lapchegau nach Nordosten zu den südlichen Vorbergen des Lapche Kang I und II
Foto: Alexander Ivanyuk

Eine Genehmigung zur Grenzüberschreitung nach China kurz hinter dem Ort Lapchegau wird man kaum erhalten. So bleibt das Tal des Lapchegau Khola bis unter die Südflanken des Lapche Kang I unzugänglich. Bildmaterial vom Begehen des Tales des Lapchegau Khola bis zum Lapche-Kang-Gletscher ist mir nicht bekannt. Das Tal des Rongshar Chu kann von Tingri im Nordosten über den Pass Phuse La (5420 m) erreicht werden. Es wurde von Europäern erstmal im Jahr 1924 betreten, als ein Teil der Mannschaft der  britischen Everest-Expedition über diesen Weg Tibet verlassen wollte. Eine zerstörte Brücke über den Fluss schon auf nepalesischen Gebiet zwang aber zur Umkehr. (Nachzulesen im Buch "Bis zur Spitze des Mount Everest" von E.F. Norton und N.E. Odell, das als Neuauflage aus dem Jahr 2000 auch heute noch angeboten wird,) Durch das Tal des Rongshar Chu führt auch der Zugang zum Menlungtse (7181 m) und zur Ostwand des Gaurisankar (7146 m). Obwohl der Ort Lapchegau in Nepal liegt, scheinen die Chinesen eine Erlaubnis für eine Route dorthin aus dem Tal des Rongshar Chu zu erteilen, die allerdings die Überschreitung von zwei über 5000 m hohen Pässen bedingt. Im Jahr 1924 ist im Tal des Rongshar Chu das folgende Foto entstanden:


(7) Foto des Tals des Rongshar Chu in ca. 4250 m Höhe aus dem Jahr 1924
Foto: Britische Everest-Expedition

Im untersten Abschnitt des Tales herrscht bereits subtropisches Klima mit entsprechender Flora.

In Anbetracht des fehlenden Bildmaterials vom Boden müssen wir die Südseite des Lapche Himal aus der Luft betrachten. Auf dem Flug von Kathmandu nach Osten tauchen die Gipfel des Lapche Himal rechts vom Langtang Himal auf. Dann schieben sich Gaurisankar (7146 m) und Menlungtse (7181 m), die beiden hohen Gipfel des Rolwaling Himal in den Vordergrund, und die Bergkette des Lapche Himal steht im Hintergrund, vorausgesetzt das Flugzeug flioegt hoch genug. Das mag auf den Flügen von Kathmandu nach Lukla nicht der Fall sein, aber bei den Sightseeing-Flügen ab Kathmandu steuern die Piloten größere Höhen an. Begeben wir uns also auf diesen Flug von West nach Ost.

Noch bevor im Vordergrund die Berge des Rolwaling Himal auftauchen, erblicken wir im Nordosten die gesamte Kette des Lapche Himal:

 

(8) Luftbild des Lapche Himal von Südwesten

Mit mehreren Siebentausendern gehört diese Bergkette durchaus zu den beachtenswerten Abschnitten des Himalaya, zumal man dort einige Berge mit sehr beeindruckenden Konturen entdecken kann. Die meisten Flugpassagiere sind aber an dieser Stelle immer noch vom Blick weiter nach links zum Shisha Pangma gefangen und fiebern dann schon dem erwarteten Blick nach vorne auf die Achttausender Cho Oyu, Mount Everest, Lhotse und Makalu entgegen. So bleiben die Berge des Lapche Himal auch in der Luft weitgehend unbeachtet. Viele Bergfreunde wissen nicht einmal, dass es diesen Gebirsgzug überhaupt gibt.

(9) Luftbild des westlichen Teils des Lapche Himal von Süden

Noch steht der Gaurisankar (7146 m) nicht im Vordergrund des Bildes, so dass die Sicht auf die Berge des westlichen Lapche Himal vollkommen frei ist. Obwohl es sich um imposante Berggestalten handelt, tragen sie keinen Namen. Hinter den Gipfeln erblickt man die braune Hochebene von Tibet. Dort verläuft die Nationalstraße G318, der sog. Friendship Highway, der Kathmandu mit Tibet verbindet. Auf dieser Straße gelangen die Bergsteiger zum Shisha Pangma, zum Cho Oyu und zur Nordflanke des Mount Everest. Auf diesem Weg besteht am Pass Tong La eine hervorragende Sicht von Nordwesten auf den Lapche Himal (siehe Bilder Nr. 2 bis 4).

Sind die beiden hohen Gipfel des Rolwaling Himal Gaurisankar (7146 m) und Menlungtse (7181 m) passiert, so ist der Blick frei auf die Berge des mittleren und östlichen Lapche Himal:

(10) Luftbild des mittleren und östlichen Teils des Lapche Himal mit seinen höchsten Gipfeln,
von denen u.a. der Lapche Kang II (7250 m) noch unbestiegen ist (Stand 2015)

Der Lapche Kang I (7367 m) wurde erstmals im Jahr 1987 von einer japanischen Expedition bestiegen, der Lapche Kang West im Jahr 1995 von einer Schweizer Expedition. Der Colangma (ganz links) ist ebenfalls noch unbestiegen. Hinter den Bergen im Vordergrund, die zum tibetischen Teil des Rolwaling Himal gehören, verläuft das Tal des Rongshar Chu.

Von einer Position etwas weiter östlich geht der Blick am Menlungtse vorbei nochmals auf die gesamte Kette des Lapche Himal:

(11) Luftbild des Lapche Himal von Südosten
Der Blick auf die Berge des Lapche Himal ist eingerahmt vom Menlungtse (7181 m, links) und einigen Gipfeln am Übergang vom Rolwaling Himal zur Khumbu-Region (rechts)
Das Foto Nr. 1 ist ein schmaler Ausschnitt aus diesem Bild.

Die Fortsetzung des Blicks nach rechts mit dem Cho Oyu finden Sie auf der Seite vom Himalaya-Flug.

Bevor wir uns dem Lapche Himal von Nordwesten und Osten auf dem Boden nähern, betrachten wir die Bergkette nochmals von oben, diesesmal aber aus großer Höhe am Cho Oyu, dem unmittelbar benachbarten Achttausender. Dieser Blick wirkt wie die Fortsetzung des Fluges nach Nordosten, am Grenzberg Cho Oyu darf sich allerdings kein Flugzeug mehr bewegen:

(12) Blick vom Cho Oyu in ca. 7950 m Höhe zum Lapche Himal und Shisha Pangma
Foto: Dirk Kröger, flickr.com;
Beschriftung: Günter Seyfferth

Zwischen Shisha Pangma und Lapche Kang steigt der Friendship Highway aus dem nepalesischen Tiefland hinauf nach rechts auf die tibetische Hochebene. Dort besteht am Pass Tong La die hervorragende Sicht von Nordwesten auf die Kette des Lapche Himal (siehe Bilder Nr. 2 bis 4).

(13) Blick vom Gipfel des Cho Oyu (8201 m) auf die Gipfel des mittleren Lapche Kang
(Der Betrachter möge das "technische" Unglück mit dem Lichteinfall von rechts entschuldigen. Ich wollte deshalb nicht auf die Wiedergabe dieser ansonsten einmalig guten Aufnahme verzichten.
Leider konnte ich nachträglich nicht mehr feststellen, wer der Autor ist.)

Beschreibung der Topografie der Bergkette aus der Sicht von Westen und Nordwesten

Wenden wir uns nun der Umrundung des Lapche Himal von Westen über Nordwesten nach Nordosten und Osten zu. Im Westen führt der Friendship-Highway von Kathmandu hinauf auf die tibetische Hochebene. Bei der Auffahrt von Nyalam zum Tong La geht in ca. 4000 m Höhe der Blick nach rechts in ein Seitental des südlichen Lapche Himal. Dort beginnt von der tibetschen Seite aus der Übergang über den Pass Kangshen La, der im Text vor Bild Nr. 6 erwähnt ist:

(14) Blick vom Friendship Highway in ca. 4000 m Höhe nach Südosten zum Kangshen La
Am Hang auf der rechten Seite des Bildes sieht man die Serpentinen der Piste, die hinauf zum Pass führt.
Beim Abstieg jenseits des Passes gelangt man zum Kloster Lapchegau, das bereits in Nepal liegt.
(vergl. Erläuterungen bei Bild Nr. 6)
Foto: Julian Chau, flickr.com

Die gut ausgebaute Straße steigt vom Ort Nyalam (3770 m) zunächst gemächlich an und überwindet den größten Höhenunterschied in mehreren Serpentinen erst kurz vor dem Pass Tong La (5130 m)  Für die Bergtouristen ist die Fahrt auf dem Friendship Highway von Kathmandu auf das tibetische Hochplateau an sich eine bequeme Art, an den Fuß der hohen Berge ihrer Träume zu gelangen. Allerdings wird dabei in zu kurzer Zeit ein großer Höhenunterschied überwunden - 3830 m von Kathmandu bis zum Pass. Wer sich ohne vorherige Akklimatisation auf diese Fahrt begibt, hat mit ernsthaften Höhenproblemen zu rechnen. Spätestens in Nyalam ist deshalb ein Pause für Trekking-Touren zum Zweck der Höhenanpassung einzulegen. Von dort bieten sich Touren zur Südwestwand und zur Ostwand des Shisha Pangma an, die phantastische Sichten auf diesen Achttausender und auf die hohen Sechstausender des südöstlichen Langtang Himal bieten. Bilder und Beschreibungen dazu finden Sie hier und hier.

Im Auslauf der letzten Serpentine am Pass Tong La (5130 m) öffnet sich eine phantastische Sicht auf den Shisha Pangma (8027 m) mit seinem Trabanten Phola Gangchen (7703 m) im Südwesten sowie auf die Bergkette des Lapche Himal im Südosten. Die obigen Bilder Nr. 2 bis 4 zeigen diese Sicht auf den Lapche Himal. Übrigens sei auch hier nochmals darauf hingewiesen, dass der häufig zu findende Name "Lalung La" für diesen Pass nicht richtig ist. Dieser Name gehört an den ca. 9 km weiter nördlich gelegenen Übergang in fast derselben Höhe am kleinen Flusstal des Lalung Chu. Näheres dazu finden Sie auf der Seite zum Tong La. Besonders beeindruckend in der Sicht vom Tong La sind die Gipfel des mittleren Teils des Lapche Himal, die alle Höhen um die 7000 m haben und am nächsten zum Betrachter stehen. Ergänzend zu den Bildern Nr. 2 bis 4 seien hier noch ein paar ähnliche Sichten aufgenommen:

(15) Blick vom Tong La nach Südosten zum Lapche Kang II (7250 m) und Lapche Kang I (7367 m), den beiden höchsten Gipfeln des Lapche Himal.
Der Lapche Kang II ist noch unbestiegen (Stand 2015) und ist damit der zweithöchste noch nicht bestiegene Berg der Erde (nach dem Gangkar Puensum in Bhutan).
Foto: Yuri Awanohara, flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

An diesem und am folgenden Bild ist der Übergang von der Gebirgszone mit viel Niederschlag zum trockenen Klima des tibetischen Hochlandes deutlich zu erkennen. Die feuchte Jahreszeit des Sommermonsun bringt zwar auch viele Wolken über das Gebirge hinweg nach Tibet, den größten Teil ihrer Feuchtigkeit haben sie aber bereits beim Aufsteigen in größere Höhen in Form von Schneefällen abgegeben. Der Nordrand des Himalaya ist eine Landschaft größter Kontraste.

(16) Blick vom Tong La nach Südosten
uum Lapche Kang I (7367 m) und dem Lapche Kang West (7072 m).
Der Lapche Kang I wurde erstmals im Jahr 1987 durch eine japanische Expedition bestiegen, der Lapche Kang West im Jahr 1995 durch eine Schweizer Expedition. Diese bezeichnete den Berg noch als Lapche Kang II, was - wie eingangs erläutert wurde - nicht korrekt ist.
Foto: Yuri Awanohara, flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Zur Fortsetzung rechts oben 

Wie die beiden Bilder Nr. 15 und 16 erkennen lassen, ist die Mitnahme eines Fernglases und eines Teleobjektivs ein Muss, wenn man seine aufwändige Reise gut dokumentieren will. Die Sicht weiter nach rechts ist nicht weniger beeindruckend:

(17) Blick vom Tong La zum mittleren und westlichen Teil des Lapche Himal
Mit Ausnahme des Gyao Kang (6720 m) sind alle hier sichtbaren Gipfel noch unbestiegen (Stand 2015).

Der Colangma (6952 m) hat drei Gipfel, von denen der mittlere hier fast ganz vom Gyao Kang verdeckt ist. Sehr beeindruckend ist die vergletscherte Nordwand des Peak 6850. Von rechts kommt der Friendship Highway herauf.

Man stelle sich nun vor, man stünde ein ganzes Stück höher, um von Westen nach Osten über die Bergkette des Lapche Himal hinwegschauen zu können. Dann müssten ja im Hintergrund auch der Cho Oyu und der Mount Everest zu sehen sein. Dazu begeben wir uns auf etwa 7750 m Höhe am Shisha Pangma, und dann haben wir diesen Blick:

(18) Blick aus ca. 7750 m Höhe am Ostgrat des Shisha Pangma nach Osten
über den Lapche Himal hinweg zum Cho Ouy (8201 m), Mount Everest (8850 m),
Lhotse (8516 m), Nuptse (7879 m) und Makalu (8475 m)
(Bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Den entgegengesetzten Blick vom Cho Ouy haben wir mit Bild Nr. 12. Den entgegengesetzten Blick vom Mount Everest finden Sie auf der Seite des Gipfelpanoramas dieses Berges.

In der Fortsetzung ab dem Tong La verläuft der Friendship Highway zunächst noch weiter nach Norden und bietet auf dieser Strecke nochmals gute Sichten auf den Lapche Himal und den Shisha Pangma. Dann wendet sich die Straße nach Osten und verliert an Höhe, so dass die Bergkette des Himalaya hinter braunen Hügeln des tibetischen Hochlands verschwindet.

Beschreibung der Topografie der Bergkette aus der Sicht von Nordosten und Osten sowie aus der Umgebung des Colangma Tso

Westlich von Tingri, dem Ort, von dem aus sich die Expeditionen zum Cho Oyu nach Süden wenden, öffnet sich erneut der Blick auf den Lapche Himal. Von hier aus sieht man im Südwesten den östlichen und mittleren Teil der Bergkette bis zum Lapche Kang I und Colangma (vergl. auch Bild Nr. 5):

(19) Blick vom Westrand Tingris (4330 m) nach Südwesten zum Lapche Himal
Es scheint so zu sein, dass die meisten Bergsteiger und Trekker diesen Blick nach rechts hinten verpassen, weil sie im Auto voraus starren, um endlich den Mount Everest und dann den Cho Oyu zu sehen. Das weite und nur langsam ansteigende Hochtal des Gya Chu hat seinen Beginn am Gletschersse Colangma Tso nördlich von Lapche Kang West (hier nicht sichtbar) und Colangma.
Foto: Mats Jungberg, panoramio.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Mit Fernglas oder Teleobjektiv lassen sich die imposanten Berge "heranholen":

(20) Blick vom Westrand Tingris nach Südwesten
zum Doppelgipfel des Peak 6970 und zum Peak 7080 (Lapche Kang III)
Alle diese Gipfel sind noch unbestiegen (Stand 2015).
Foto: Julian Chau, flickr.com;Beschriftung: Günter Seyfferth

(21) Blick vom Westrand Tingris nach Südwesten zum Lapche Kang II (7250 m)
Foto: Julian Chau, flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(22) Blick vom Westrand Tingris nach Südwesten zum Lapche Kang I (7367 m)
Foto: Julian Chau, flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die einzigen Fotos von Begehungen im Inneren des Lapche Himal, über die ich verfüge, stammen von Unternehmungen, die von Tingri durch das Hochtal des Gya Chu (Bild Nr. 19) in die Mitte des Gebirgszugs geführt haben. Auf dem Weg zum Gletschersee Colangma Tso geht der Blick in die vom Hauptkamm herabkommenden Gletschertäler. Von einem nördlich des Choksam-Gletschers gelegenen Aussichtspunkt besteht die folgende phantastische Aussicht auf den Gletscher und die Gipfel des östlichen Lapche Himnal bis zum noch unbestiegenen (Stand 2015) Lapche Kang II, 7250 m hoch:

(23) Blick von Norden auf die östlichen Gipfel des Lapche Himal und den Choksam-Gletscher
Foto: www.tirawa.com;
Beschriftung: Günter Seyfferth

Den 7080 m hohen Berg rechts der Bildmitte könnte man als Lapche Kang III bezeichnen. Den imposanten Gletscher habe ich mit "Choksam" bezeichnet, angelehnt an ältere Unterlagen, in denen man diesen Namen anstatt von "Lapche" findet.

Der Fluss des Haupttales hat seinen Ursprung am Gletschersee Colangma Tso (siehe Bild Nr. 25). Dieser See wird vom Gya-Gletscher gespeist, der zwischen den mächtigen Gebirsgsstöcken des Lapche Kang I und Colangma liegt. Mitten in diesem Gletscher steht die imposante Pyramide des Lapche Kang West  (7072 m, früher als Lapche Kang II bezeichnet); siehe hierzu Bild 1 und Bild 3. Dieser Berg wurde am 30. April 1995 von einer Schweizer Expedition der Section nauchâteloise du CAS erstmals bestiegen. Am 2. und 5. Mai gelangen zwei weitere Besteigungen. Damit hatten 9 der 10 Expeditionsteilnehmer den Gipfel erreicht. Das folgende Foto wurde dem kleinen Buch zu dieser Expedition "Labuche Kang II - Premiére ascension" entnommen. Mit freundlicher Genehmigung der Section Neuchâtel des CAS darf ich es hier veröffentlichen - versehen mit Beschriftungen der Gipfel:

(24) Blick vom Aufstieg am Ostgrat des Lapche Kang West (7072 m)
nach Süd-Südosten zu den Gipfeln der westlichen Khumbu-Region und des Rolwaling Himal
(Bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)
Ganz links ist der Cho Oyu (8201 m) zu sehen, rechts der höchste Berg des Rolwaling Himal;
der Menlungste (7181 m).
Foto: Section neuchâteloise du CAS; Beschriftung: Günter Seyfferth

(25) Gletschersee Colangma Tso in 5350 m Höhe
mit den drei Gipfeln des Colangma (6952 m) und dem Gyao Kang (6720 m)
Der Colangma ist noch unbestiegen (Stand 2015). Der Gyao Kang ist - abgesehen von den Anforderungen durch die Höhe - ein relativ leicht zu besteigender Gipfel. Die Begehung der Nordabdachung des Berges setzt eine sorgfältige Abschätzung der Lawinengefahr voraus.
Der Lapche Kang West von Bild Nr. 24 steht links außerhalb des Bildes.
Foto: Paulo Grobel

(26) Blick vom Basislager am Gyao Kang (6720 m) zum Gipfel
Der Aufstieg erfolgt entlang des langen Nordostgrates (links).-
Foto: Paulo Grobel

(27) Blick vom Aufstieg am Nordostgrat des Gyao Kang nach Nordosten
Rechts sieht man den Gletschersee Colangma Tso und dahinter das Gya-Tal, das nach Tingri führt.
Foto: Paulo Grobel

(28) Blick vom Gipfel des Gyao Kang (6720 m) nach Süden
zu den beiden westlichen Gipfeln des Colangma, ca. 6900 und 6850 m hoch
sowie zum Peak 6850
Foto: www.tirawa.com

Die Bergsteiger und Trekker eilen von Tingri entweder weiter zum Mount Everest oder zum Cho Oyu im Süden des Ortes. Auf dem Weg zum Cho Oyu - zunächst wiederum per Auto blickt man meist wieder nicht nach rechts, weil ja direkt voraus der sechsthöchste Achttausender der Erde die Blicke auf sich zieht. Auf der rechten Seite der Straße öffnen sich aber an bestimmten Stellen nochmals Blicke auf die Gipfel des östlichen und mittleren Lapche Himal.

(29) Blick von der Flussebene südlich von Tingri ( 28°23' N ) nach Westen zum Lapche Himal
Das Teleobjektiv verkürzt die Entfernungen natürlich sehr stark. Es ist aber schon erstaunlich, wie man hier entlang der Gipfelkette bis zum Lapche Kang II schauen kann.

(30) Blick von der Seitenmoräne des Gyabrag-Gletschers oberhalb des Gletschersees zu den beiden Hauptgipfeln des Lapche Himal, Lapche Kang I (7367 m) und Lapche Kang II (7250 m)
Über den Pass Phuse La in Bildmitte führt eine Straße hinüber ins Tal des Rongshar Chu.
Foto: mountainsoftravelphotos.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

 

Suche nach Bildmaterial aus dem "inneren" Bereich des Gebirges

Ich würde mich sehr über weiteres Bildmaterial von Besteigungen oder Erkundungen im Lapche Himal freuen, damit das so selten besuchte Gebirge noch besser dargestellt und erklärt werden kann. Wer solches Material hat, möge sich bitte per Mail mit mir in Verbindung setzen (der Mail-Link befindet sich am Fuß dieser Seite).

 

 

Satellitenfotos von der Raumstation ISS

Glücklicherweise stehen auf der Website der Nasa gute Satellitenaufnahmen des Lapche Himal zur Verfügung.
In eine Übersichtsaufnahme des Gebirges habe ich Daten der Landkarte übertragen,
in die dann folgenden 4 Detailfotos mit den höchsten Gipfeln des Hauptkamms ebenfalls,
dort aber bewusst in sehr kleiner Schrift, damit die Details der wunderbaren Aufnahmen nicht überdeckt werden.



(30) Foto des Lapche Himal von der ISS, erweitert um Daten der Landkarte
Foto: Nasa;
Beschriftung: Günter Seyfferth





(31) Satellitenaufnahme des Zentrums des Lapche Himal vom Peak 6850 bis zum Lapche Kang II
Foto: Nasa;
Beschriftung: Günter Seyfferth




(32) Satellitenaufnahme des Zentrums und östlichen Teils des Lapche Himal mit den nördlichen Gletschern
Foto: Nasa;
Beschriftung: Günter Seyfferth




(33) Satellitenaufnahme des Zentrums und östlichen Teils des Lapche Himal mit den südlichen Gletschern
Foto: Nasa; Beschriftung: Günter Seyfferth




(34) Satellitenaufnahme des östlichen Teils des Lapche Himal
Foto: Nasa; Beschriftung: Günter Seyfferth

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