Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kanchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

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Gipfelpanorama vom Nanga Parbat, 8125 m

 

Diese Seite konnte mit Hilfe des Bildmaterials von 5 Bergsteigern zusammengestellt werden: Ralf Dujmovits, Dieter Porsche, Luis Stitzinger & Alix von Melle sowie Lhakpa Rangdu Sherpa.
Ich danke allen 5 Bildautoren sehr herzlich für die Bereitstellung der Bilder.
Üblicherweise stelle ich auf diesen Seiten mit Gipfelpanoramen alle Bildautoren kurz vor, muss aber darauf leider bei Lhakpa Rangdu Sherpa mangels Detailinformationen verzichten.
Ralf Dujmovits ist der z.Zt. wohl bekannteste deutsche Bergsteiger. Im Zeitraum von 1990 bis 2009 hat er alle 14 Achttausender bestiegen, davon 6 zusammen mit seiner österreichischen Ehefrau Gerlinde Kaltenbrunner. Ralf Dujmovits steht in der Reihenfolge der Menschen, die alle 14 Achttausender bestiegen haben, an 16. Stelle, seine Frau an 25. Stelle (seit 2011). Ralf Dujmovits bestieg als Leiter einer Expedition den Nanga Parbat am 30. Juni 2001 über die Diamirflanke. Es war sein 8. Achttausender. Die Expedition war sehr erfolgreich und brachte 12 Teilnehmer auf den Gipfel. Dujmovits selbst war relativ früh am Gipfel, so dass er noch ein paar Aufnahmen in die Ferne machen konnte, bevor aufsteigende Quellwolken die Berge des Karakorum verhüllten.

Die Website von Ralf Dujmovits ist: www.ralf-dujmovits.de
Dieter Porsche ist ein ebenfalls sehr bekannter deutscher Bergsteiger, der immerhin auch 8 Achttausender bestiegen hat: Cho Oyu, Shisha Pangma, Gasherbrum II, Broad Peak, Gasherbrum I (Hidden Peak), Nanga Parbat, Manaslu, Dhaulagiri I. Am Mount Everest erreichte er den Südgipfel. Am Nanga Parbat war er im Jahr 1999. Alle 5 Teilnehmer der Expedition sowie ein pakistanischer Hochträger erreichten den Gipfel über die Diamirflanke. Beim Abstieg erzwang schlechte Sicht durch Wolken ein Biwak in 7600 m Höhe, das aber ohne Schäden überstanden wurde.

Die Website von Dieter Porsche ist: www.alpin-extrem.de..
Luis Stitzinger & Alix von Melle sind seit Jahren eines der erfolgreichsten deutschen Paare im Höhenbergsteigen. Luis ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und seit mehr als 20 Jahren als Expeditionsleiter unterwegs. Alix ist Pressesprecherin bei Globetrotter Ausrüstung München. Seit 2001 sind sie jedes Jahr mehrfach zusammen an den Bergen der Welt unterwegs. Beide lieben das Klettern in Fels und Eis. Luis hat sich zudem einen Namen als Steilwand-Skifahrer gemacht. Bei den Achttausendern glückten bisher die Besteigungen von Cho Oyu, Gasherbrum II, Nanga Parbat, Dhaulagiri I, Broad Peak und Shisha Pangma. Am 21. Juni 2008 erreichten sie den Gipfel des Nanga Parbat durch die Diamirflanke. Unmittelbar anschließend gelang ihnen die zweite Überschreitung des gesamten Mazeno-Grates mit der zweiten Besteigung des Mazeno Peak (7120 m).

Die Website ist: www.goclimbamountain.de

© Die Rechte an den Fotos liegen ausschließlich bei den im Bild genannten Autoren. Eine Verwendung der Bilder mit Eintragungen ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Bildautoren und von Günter Seyfferth erlaubt.

In den Jahren 1999 und 2001 war die Zeit der digitalen Fotografie noch nicht angebrochen. Folglich sind die hier gezeigten Bilder von Ralf Dujmovits und Dieter Porsche Scans von Dia-Filmen.

Der Nanga Parbat ist ein isoliert stehender, mächtiger Gebirgsstock. Gemessen an seiner Höhe von 8125 m hat er in weitem Umkreis keine Berge, welche auch nur annähernd an ihn heranreichen. Die um die 1000 m niedrigeren Berge in unmittelbarer Nachbarschaft sind lediglich Erhebungen auf seinen Graten, also streng genommen keine eigenständigen Gipfel: der Mazeno Peak (7120 m) im gleichnamigen Westgrat, der Rakhiot Peak (7070 m) und der Chongra Peak (6830 m) im Nordostgrat sowie der Ganalo Peak (6608 m) im Nordwestgrat. Im Westen, Norden und Osten erreichen die Berge im Umkreis von 50 km kaum die 5000-Meter-Marke. Nur im Süden bis Südwesten, direkt jenseits des Rupal-Tales, stehen niedrige Sechstausender bzw. hohe Fünftausender (siehe Landkarte). Der Bergsteiger steht auf dem Gipfel des Nanga Parbat also sehr hoch über den Nachbarbergen und damit in einer eigenen Welt, in der im engeren Bereich nur die unmittelbar angrenzenden Gipfelgrate von nennenswerter fotografischer Ergiebigkeit sind. Nur in größerer Entfernung von Norden bis Osten fesseln wieder die unzähligen hohen Gipfel des Karakorum das Auge des Betrachters;  allerdings sind die Entfernungen dorthin recht groß. Die Landschaft vor den Bergen des Karakorum verschwimmt im Dunst der tiefliegenden Schlucht des Indus. Was man auf einer Seite wie dieser zeigen kann, hängt natürlich auch vom Wetterglück der fotografierenden Bergsteiger ab. Im vorliegenden Fall fehlt es an wolkenfreien Fotos vom Gipfel in südwestlicher und in nördlicher Richtung. Um die Sicht vom Nanga Parbat aber dennoch vollständig wiederzugeben, habe ich auch Bilder eingeflochten, die aus etwas geringeren Höhen aufgenommen wurden und die "Lücken" bei den Bildern vom Gipfel schließen. Dazu zählen die Bilder, welche vom Mazeno-Grat aufgenommen wurden und u.a. auch den Nanga Parbat selbst aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeigen. Die Entfernungsangaben in den Tabellen unter den Bildern beziehen sich aber immer auf den Standort "Gipfel Nanga Parbat".

Die detaillierte Landkarte des Massivs des Nanga Parbat und seiner Umgebung finden Sie hier.

(1) Panoramablick von Lager 3 in 6800 m Höhe nach Westen,
fotografiert mit  einem Superweitwinkel-Objektiv, das eine Wölbung in die Perspektive bringt, die in Wirklichkeit nicht existiert.
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in fast doppelter Größe sehen wollen.)

Der Blick geht das Tal des Diamir-Gletschers hinunter. Links sehen wir den Mazeno-Grat (siehe Bilder Nr. 2 und 3), rechts die westlichen Gratgipfel des Ganalo Peak.
Rechts unten sehen wir den Diama-Gletscher, in dessen Bereich im Jahr 1895 der Brite Mummery mit seinen beiden einheimischen Begleitern spurlos verschwand.

Foto: Ralf Dujmovits, www.ralf-dujmovits.de, 2001

(2) Blick von Lager 3 (6800 m) in der Diamirflanke nach Süd-Südwest zum östlichen Teil des Mazeno-Grates
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in fast doppelter Größe sehen wollen.)

Der Mazenograt mag neben der noch 1000 m höheren Diamirflanke niedrig erscheinen, er ist aber einer der mächtigsten Grate an den Achttausendern
und eine eigenständige große Herausforderung für die Elite der Bergsteiger. Zwischen dem Mazenopass im Westen und dem Mazeno-Gap (6940 m, in Bildmitte)
hat er in der Luftlinie gemessen eine Länge von 8 km. Die Überschreitung des Grates ist bis 2012 nur dreimal gelungen, u.a. im Jahr 2008 den Autoren dieses Bildes
im Anschluss an ihre Besteigung des Nanga Parbat. Es war eine großartige Leistung, die allgemein große Anerkennung erfuhr.
Eine fast unglaubliche Gewaltleistung erbrachten die Briten Sandy Allan und Rick Allen, als sie in der Zeit vom 2. bis zum 19. Juli 2012 vom Rupal-Tal aus
den Mazeno-Grat überschritten, vom Mazeno-Gap aus den Nanga Parbat erstiegen und über die Diamirflanke ins Basislager am Diamir-Gletscher abstiegen.
Mit viel Glück überlebten sie diese 18-tätige Odyssee. Die Beschreibung dieser Erstbegehung finden Sie hier.

Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountgain.de, 2008; Beschriftung: Günter Seyfferth

(3) Blick von Lager 3 (6800 m) in der Diamirflanke nach Südwesten zum westlichen Teil des Mazeno-Grates
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in fast doppelter Größe sehen wollen.)

Aus dem Tal des Diamir-Gletschers wirkt diese Wand mächtig und bedrohlich, denn durch sie rauschen zu jeder Tag- und Nachtzeit mächtige Lawinen zu Tal.
Das Basislager für die Besteigungen in der Diamirflanke liegt in 4250 m Höhe direkt gegenüber, immerhin mit dem breiten Diamir-Gletscher als Sicherheitsabstand.
Fast 3000 m Wandhöhe des Mazeneo-Grates über dem Diamir-Gletscher sind immerhin das 1,6-fache der Höhe der Eigernordwand.

Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountgain.de, 2008; Beschriftung: Günter Seyfferth

(4) Blick vom westlichen Ende des Mazeno-Grates aus ca.6100 m Höhe nach Norden zu den Gipfeln des westlichen Karakorum
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in fast doppelter Größe sehen wollen.)
Der felsige Gebirgskamm im Vordergrund ist die nördliche Begrenzung des Diamir-Tales.
Unter dem Dunst in halber Höhe des Bildes verbirgt sich das Tal des Indus, das dort lediglich auf 1200 bis 1250 m Höhe liegt, also fast 7000 m tiefer als der Gipfel des Nanga Parbat.
Am Horizont in der linken Bildhälfte liegen zwei Gebirgszüge des Karakorum hintereinander: Die Rakaposhi-Range als Bestandteil des Lesser Karakorum
und der Batura Muztagh als Bestandteil des Great Karakorum. Zwischen diesen beiden Gebirgszügen liegt das Hunza-Tal.

Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountgain.de, 2008; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Landkarten der oben sichtbaren Region finden Sie hier und hier.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Rakaposhi 100,9 km Sangemar Mar 132,1 km Shispare 134,0 km Bilchhar Dobani 79,9 km Miar I 92,6 kmMiar III 91,6 km
Muchu Chhish 140,5 km Pasu 138,9 km Diran   98,3 km Bulche II 95,3 km Miar II 91,8 km Miar IV 92,4 km

 

(5) Blick vom Mazeno-Grat aus ca. 7000 m Höhe nach Norden zu den Gipfeln des westlichen Karakorum und zum Gipfel des Nanga Parbat
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in fast doppelter Größe sehen wollen; dort sind die Beschriftungen gut lesbar.)
Hier sehen wir über den Ganalo Peak - einen "Trabanten des Nanga Parbat in dessen Nordwestgrat -  und über das Indus-Tal hinweg zu den westlichen Gipfeln des Karakorum.
Die linke Hälfte dieses Bereiches des Karakorum haben wir bereits auf Bild Nr. 4 gesehen.
Die hohen Siebentausender in Bildmitte gehören zum Hispar Muztagh, einem weiteren Teil des Great Karakorum.
Hingegen gehören Malubiting, Spantik und Haramosh zum näher gelegenen Lesser Karakorum.
Rechts blicken wir in die Diamirflanke des Nanga Parbat.
Diese Aufnahme entstand im Zuge der Erstbesteigung des Nanga Parbat über den Mazeno-Grat im Jahr 2012, die bereits bei Bild Nr. 2 erwähnt wurde.

Foto: Lhakpa Rangdu Sherpa, 2012; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Landkarten der oben sichtbaren Regionen des nordwestlichen Karakorum, der Berge am Chogolungma-Gletscher und des Hispar Muztagh
finden Sie unter den hier hinterlegten Links.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Rakaposhi 100,9 km Pasu 138,9 km Miar I 92,6 km Malubiting 88,9 km Kunyang Chhish 121,0 kmYukshin Gardan Sar 133,0 km
Batura I 141,6 km Shispare 134,0 km Miar IV   92,4 km Spantik 97,2 km Pumari Chhish 123,6 km Kanjut Sar 130,9 km
Muchu Chhish 140,5 km Diran 98,3 km     Haramosh 72,6 km        

 

(6) Blick vom Gipfel des Nanga Parbat nach Nordosten zum Karakorum
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in 2,5-facher Größe sehen wollen.)
Der Blick reicht hier von den Miar Peaks im Norden bis zur Latok-Gruppe am Biafo-Gletscher.
Am Horizont in der Bildmitte überragen die Gipfel des Hispar Muztagh die davor liegenden Gipfel des Lesser Karakorum.
Im Vorderung kann die Erstbesteigung durch Hermann Buhl im Jahr 1953 nachvollzogen werden:
Er kam von Nordosten zum Silbersattel herauf, überquerte das weite Plateau nach links in Richtung Vorgipfel
und erreichte die deutlich erkennbare Scharte in den schwarzen Felsen links des Vorgipfels.
Von dort querte er in den Felsen zur Bazhin-Scharte (vor dem Vorgipfel, nicht sichtbar) und kam in Richtung des Betrachters herauf.
Die Route von 1953 wurde nur noch einmal wiederholt, von einer tschechoslowakischen Expedition im Jahr 1971.
Heute führt die sog. Normalroute durch die Diamirflanke; sie ist erheblich kürzer, wenn auch technisch anspruchsvoller.

Foto: Ralf Dujmovits, www.ralf-dujmovits.de, 2001; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Landkarten der oben sichtbaren Regionen des Hispar Muztagh sowie des Snow Lake und Biafo-Gletschers finden Sie unter den hier hinterlegten Links.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Miar I 92,6 km Malubiting 88,9 km Disteghil Sar 132,4 km Pumari Chhish 123,6 km Kanjut Sar II 126,3 kmSosbun Brakk 118,0 km
Miar IV 92,4 km Trivor 125,0 km Yazghil Domes   132,3 km Yukshin Gardan Sar 133,0 km Diphungy 42,9 km Baintha Brakk 131,5 km
    Haramosh 72,6 km Kunyang Chhish 121,0 km Kanjut Sar 130,9 km Tahu Rutum 127,9 km Latok I 135,3 km
            Chongra Peak 12,4 km Lukpe Lawo Brakk 134,6 km     

 

(7) Blick vom Gipfel des Nanga Parbat nach Ost-Nordost zum Karakorum
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es 2,5-facher Größe sehen wollen; dort sind die Beschriftungen gut lesbar.)
Das Bild schließt rechts an die Sicht von Bild Nr. 6 an.
Hier sehen wir das Zentrum des Karakorum mit seinen vier Achttausendern K2 (8611 m), Broad Peak (8051 m), Gasherbrum II (8035 m) und Gasherbrum I (HiddenPeak, 8068 m).
Auch in dieser Blickrichtung liegt der Indus zwischen dem Nanga Parbat und dem Karakorum.
Wenn Sie rechts der Bildmitte die dicht nebeneinander liegenden Gipfel des Masherbrum (7821 m) und des Gasherbrum I (8068 m) betrachten (in der vergrößerten Version),
so erkennen Sie am Vergleich der Höhenlage der Gipfel den Einfluss der Erdkrümmung. Der Gipfel des niedrigeren Masherbrum erscheint hier nämlich höher als der des höhere Gasherbrum I.
Auf der Seite zur Sicht vom Gasherbrum I wird dies beim Blick in Richtung Nanga Parbat erläutert.
Der um 36 km näher stehende Masherbrum überragt die Sichtlinie zum Gipfel des weiter entfernten Gasherbrum I um 205 m.
Die Sicht vom K2 zum Nanga Parbat finden Sie hier.
Die Sicht vom Braod Peak zum Nanga Parbat finden Sie hier.

Foto: Ralf Dujmovits, www.ralf-dujmovits.de, 2001; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Landkarten der oben sichtbaren Regionen des nordöstlichen Karakorum, des Baltoro Muztagh sowie des südöstlichen Karakorum
 finden Sie unter den hier hinterlegten Links.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Gama Sokha Lumbu 119,8 km Chongtar Kangri 181,8 km Praqpa Ri 179,3 km Gasherbrum IV 192,4 km Gasherbrum I 198,2 kmTeram Kangri I 228,6 km
Changtok 164,5 km Skyang Kangri 194,5 km Choricho   146,0 km Gasherbrum III 194,5 km Sia Kangri 202,3 km Mt. Ghent I 202,8 km
Karpo-Go 162,5 km K2 188,1 km Payu Peak 148,0 km Gasherbrum II 195,5 km Chogolisa 184,5 km Saltoro Kangri (Bild Nr. 8) 205, 7 km
    Muztagh Tower 173,1 km Broad Peak 190,1 km Masherbrum 161,9 km Singhi Kangri 220,5 km K12 (Bild Nr. 8)   220,9 km
                    Mamostong Kangri, (Bild 8) 271,7 km

 

(8) Blick vom Gipfel des Nanga Parbat nach Ost-Nordost zum Karakorum
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in 2,5-facher Größe sehen wollen.)
Das Bild schließt rechts an die Sicht von Bild Nr. 7 an.
Auch hier geht der Blick zum Zentrum des Karakorum mit seinen vier Achttausendern K2 (8611 m), Broad Peak (8051 m), Gasherbrum II (8035 m) und Gasherbrum I (Hidden Peak, 8068 m),
aber weiter rechts auch noch auf den nach und nach hinter dem Horizont versinkenden südöstlichen Karakorum.
Der gerade noch identifizierbare Mamostong Kangri (7516 m) ist bereits 272 km entfernt.
Rechts unten liegt das Rupal-Tal, das unter die Südwand des Nanga Parbat führt. Der Ort Rupal liegt knapp 5000 m (!) tiefer.
Der links sichtbare Rakhiot-Peak ist eigentlich nur eine Erhebung in dem langen Nordostgrat des Nanga Parbat.

Foto: Ralf Dujmovits, www.ralf-dujmovits.de, 2001; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Landkarten der oben sichtbaren Regionen des Baltoro Muztagh sowie des südöstlichen Karakorum 
finden Sie unter den hier hinterlegten Links.

(9) Blick vom westlichen Ende des Mazeno-Grates aus ca. 6500 m Höhe nach Süden
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in fast doppelter Größe sehen wollen; dort sind die Beschriftungen gut lesbar.)
Wie die Landkarte des Nanga Parbat deutlich macht, gibt es im Süden lediglich im westlichen Bereich des Rupal-Tales Berge von nennenswerter Höhe.
Beherrscht wird das Rupal-Tal natürlich vom Mazeno-Kamm und der Rupalwand des Nanga Parbat im Norden.
Leider verfüge ich z.Zt. über kein Bild, das vom Gipfel des Nanga Parbat nach Südwesten in Richtung dieser Berge aufgenommen wurde.
Einen Überblick gewinnt man aber dennoch über das vorstehende Bild Nr. 9 und das folgenden Bild Nr. 10.

Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountgain.de, 2008; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Landkarten der oben sichtbaren Region finden Sie hier und hier..

Entfernungen zu den Gipfeln (vom Gipfel des Nanga Parbat):

Shaigiri Peak15,9 km Schlaginweit Peak 13,8 km Chhiche Peak 20,1 km Hari Parbat 33,6 km Toshe V 18,5 kmTurpin Peak 15,1 km

 

(10) Blick bei Sonnenaufgang aus der Diamirflanke am Nanga Parbat in ca. 7550 m Höhe nach Südwesten zur Toshe-Gruppe
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in fast doppelter Größe sehen wollen.)
Vorne im Schatten des Nanga Parbat verläuft der Mazeno-Grat.

Foto: Ralf Dujmovits, www.ralf-dujmovits.de, 2001; Beschriftung: Günter Seyfferth

Entfernungen zu den Gipfeln (vom Gipfel des Nanga Parbat):

   Toshe V 18,5 km Toshe I 18,1 km Toshe II 19,0 km Toshe III 19,6 kmToshe IV 18,0 km

 

Die Aufstiegsroute in der Diamirflanke
(Bitte klicken Sie auf die Bilder, um sie im Großformat zu öffnen)

Alle Besteigungsversuche der Deutschen und Österreicher in den 1930er-Jahren fanden auf der Route in der Nordflanke statt, ebenso die Erstbesteigung im Jahr 1953. Diese Route in der Rakhiotflanke ist extrem lang und bedingt dadurch eine lange Lagerkette und entsprechend umfangreiche Transporte, bis alle Lager ausgestattet sind. Die technischen Schwierigkeiten dieser Route sind, wenn man vom unmittelbaren Gipfelbereich absieht, gering. Lediglich die Überwindung der Spalten im Rakhiot-Eisbruch setzt entsprechendes Können im Eis voraus. Im Gipfelbereich wählte der Ausnahme-Bergsteiger Hermann Buhl 1953 eine Route, die Felsklettern bis zum Schwierigkeitsgrad 4 bedingte, was für ihn aber kein Problem war. Er hätte auch eine andere Route am Gipfeltrapez wählen können, die "nur" einen Aufstieg in steilen Schneerinnen bedingt hätte, die für ihn als Alleingänger aber insgesamt weiter und damit anstrengender gewesen wäre.

In Fachkreisen ist man erstaunt, dass man sich nicht von vornherein der Diamirflanke zugewandt hatte, in der die Routen zwar steiler, aber doch deutlich kürzer sind. Die klettertechnischen Anforderungen sind im unteren Bereich der Diamirflanke zwar  erheblich, wären aber für die Spitzenbergsteiger der frühen Expeditionen mit Sicherheit kein allzu großes Problem gewesen. Es scheint so, als hätten sich die Deutschen durch den Bericht vom Besteigungsversuch des Briten Mummery im Jahr 1895, der in der Diamirflanke bis auf 6100 m Höhe gekommen war, abschrecken lassen. Es war aber auch allgemeiner Trend bei den ersten Expeditionen zu den Achttausendern, diejenige Route auszuwählen, welche die geringsten technischen Ansprüche an die Bergsteiger und vor allem an die Träger stellte. Man wollte, dass die Träger möglichst viele Lasten in möglichst große Höhen befördern konnten. Das wäre in der Diamirflanke, wo die größten technischen Schwierigkeiten gleich zu Beginn des Aufstiegs anstehen, nicht möglich gewesen.


(11) Die heute am meisten gegangene Route in der Diamirflanke
Mummery hatte im Jahr 1895 den Aufstieg an der zentralen Felsrippe in Bildmitte versucht.
Dieser Bereich ist allerdings extrem lawinengefährdet, so dass seit der ersten Besteigung durch diese Flanke im Jahr 1962 - von Ausnahmen abgesehen - für den Aufstieg eine Route weiter links gewählt wird. Die am häufigsten gewählte Route hat der Bildautor in das vorstehende Foto eingetragen.
Auch diese Route wird von Lawinen bestrichen. Für die Lager gibt es nur wenige sichere Standorte im Schutz von Felsen. Durch das Couloir zwischen Lager 1 und Lager 2 gehen häufig Lawinen ab,
weshalb hier die Beurteilung der Schneeverhältnisse besonders wichtig ist. Es wird vorsorglich ganz rechts aufgestiegen, bis an den unteren Rand des schwierigsten Hindernisses der Route, die Kinshofer-Wand unterhalb Lager 2 (6100 m), gequert werden muss (siehe Bilder Nr. 12 bis 14).
Foto: Dieter Porsche, www.alpin-extrem.de

(12) Am rechten Rand des Couloirs unterhalb der Kinshofer-Wand
Lager 2 (6100 m) steht - hier nicht sichtbar - hinter den Felsköpfen oberhalb des Bergsteigers.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

(13) Rückblick vom Fuß der Kinshofer-Wand in die Querung des Couloirs
Foto: Dieter Porsche,
www.alpin-extrem.de

(14) Tiefblick aus der Kinshofer-Wand
Dieser Abschnitt ist nach dem bayrischen Bergsteiger Toni Kinshofer benannt,
der diese Felspassage als Schlüsselstelle der Route erstmals im Jahr 1961 überwand.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

Oberhalb von Lager 2 ist ein steiler, vergletscherter Hang das nächste ernsthafte Hindernis. Wenn hier eine sichere Schneeauflage fehlt, bedeutet dies Aufstieg im blanken Eis. Die Präparation dieses Abschnitts mit Fixseilen kann lange Zeit in Anspruch nehmen, sie ist aber notwendig für einen sicheren Auf - und Abstieg. Sich hier nur auf die Steigeisen zu verlassen, wäre sehr gefährlich. Oberhalb dieses Steilhanges hält man sich links in Richtung eines schwach ausgeprägten Felsgrates, um aus der lawinengefährdeten Zone herauszukommen. Irgendwo in ca. 6800 m Höhe wird in den Felsen Lager 3 errichtet. Von diesem Bereich aus sind die obigen Bilder Nr. 1 bis 3 aufgenommen.

(15) Tiefblick aus dem Eishang zwischen Lager 2 und 3 zum Diamir-Gletscher
Im Großformat des Bildes sind links unten (rechts neben der Beschriftung)
die Zelte von Lager 2 (6100 m) zu erkennen.
Foto: Dieter Porsche, www.alpin-extrem.de

(16) Im Schneehang in ca. 7000 m Höhe, der aufwärts gequert werden muss,
um die Bazhin-Mulde zu erreichen, in der Lager 4 in ca. 7100 m Höhe errichtet wird.
Auch hier ist eine Seil-Sicherung sehr wichtig, denn nach rechts geht es steil in die Diamir-Flanke hinunter. Bei schlechter Sicht im Abstieg sind die hier angebrachten Fixseile lebensrettend.
Sie leiten hinab zum Lager 3 (6800 m).
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

Zur Fortsetzung der Darstellung der Route

Die Bazhin-Mulde ist eine weite Gletschermulde zwischen Hauptgipfel und dem Nordgipfel des Nanga Parbat. Dort, wo sie aus dem Hang gemäß Bild Nr. 16 heraus erreicht wird, ist sie sehr flach und folglich ein sicherer Lagerplatz in ca. 7100 m Höhe. Zum Hauptgipfel gibt es von hier aus eine Reihe möglicher Routen, die auch alle irgendwann gegangen wurden. Auch die Route Herman Buhls von 1953 könnte von hier aus erreicht werden, indem man links des Gipfeltrapezes gerade hinauf zur Bazhin-Scharte aufsteigt. Von dort beginnt aber die schwierige Gratkletterei bis Schwierigkeitsgrad 4, also nicht der einfachste Weg zum Gipfel. Die leichteste Route, die heute meistens gewählt wird, führt nach rechts unter das Gipfeltrapez, in dessen Mitte ein zunächst breites, dann schmaler werdendes Couloir zu den Gipfelfelsen führt.
Am Gipfeltrapez wird in der Regel ohne gegenseitige Seilsicherung auf- und abgestiegen - aus mehreren Gründen:
- in der großen Höhe mit dem extremen Sauerstoffmangel muss jeder sein eigenes Tempo gehen
- mit Gletscherspalten ist dort nicht mehr zu rechnen
- es ist fraglich, ob in dem steilen Terrain ein ausgleitender Teilnehmer von den anderen gehalten werden
  könnte. Wenn nicht, würden auch andere in die Tiefe gerissen.
Letzteres gilt insbesondere für den Abstieg, bei dem alle Teilnehmer bereits sehr geschwächt sind.

Die folgenden Bilder Nr 17 bis 19 zeigen das Gipfeltrapez aus verschiedenen Richtungen, so dass es möglich ist, die räumlichen Verhältnisse einzuschätzen:


(17) Das Gipfeltrapez des Nanga Parbat vom Lager 4 (7100 m), also von Nordwesten
Im Großformat des Bildes ist sehr gut die Spur im Schnee zu erkennen;
die durch die Bazhin-Mulde im Bogen nach rechts unter die Mitte des Gipfeltrapezes führt.
Man sollte sich durch diese Perspektive nicht täuschen lassen: Es sind noch 1000 Höhenmeter bis zum Gipfel - die Höhenmeter, in denen der Sauerstoffmangel besonders stark zu spüren ist.
Foto: Ralf Dujmovits, www.ralf-dujmovits.de, 2001

Wo die Aufstiegsspur hinführt, kann in dem folgenden Bild gut nachvollzogen werden: neben den dunklen Felskopf oberhalb des Buchstabens "r". An diesem Punkt wird meistens auch gerastet.

(18) Ansicht des Gipfeltrapezes aus dem Diamir-Tal, also von West-Nordwest
Aus der Bazhinmulde (links) führt die Route in das Schneefeld links des dunklen Felskopfes
(oberhalb des Buchstabens "r") und von dort über die schmaler werdende Schneerinne
nach rechts zu den Gipfelfelsen.
Foto: Dieter Porsche, www.alpin-extrem.de

(19) Blick vom Mazeno-Peak (7120 m) zum Gipfeltrapez des Nanga Parbat,
also von West-Südwest
Am linken Bildrand liegt die Bazhin-Mulde, darüber die Diama-Scharte.
Aus der Bazhin-Mulde ist Bild Nr. 17 aufgenommen.
Von der Diama-Scharte führt der Grat nach rechts zum Vorgipfel (7910 m),
der gerade noch zu sehen ist. Diesen Vorgipfel sieht man auch auf Bild Nr.6, ganz links.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

(20) Aufstieg am Gipfeltrapez in ca. 7350 m Höhe
Die Bergsteiger bewegen sich hier aufwärts in Richtung des oben erwähnten Felskopfes, wo sich die Route direkt hinauf zum Gipfel wendet. Im Hintergrund liegt die Bazhin-Mulde im tiefen Schatten des frühen Morgens.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

(21) Aufstieg in ca. 7600 m Höhe zum Gipfel des Nanga Parbat
Die Morgensonne hat die Bergsteiger erreicht, aber 4 bis 5 Stunden sind es noch bis zum Gipfel.
Bild Nr. 10 ist etwa von diesem Punkt aufgenommen.
In dieser steilen Flanke muss jeder seine Schritte sehr sorgfältig wählen, insbesondere im Abstieg.
Ein Ausgleiten kann hier leicht tödlich in einem Absturz über die gesamte Höhe der Diamirflanke enden.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

(22) Auf dem Gipfel des Nanga Parbat (8125 m)
(Das extreme Weitwinkelobjektiv lässt den Horizont gewölbt erscheinen.)
Der Blick geht nach Südwesten, wo aufsteigende Quellwolken bereits die Sicht
auf die rund 2000 m niedrigeren Berge der Toshe-Gruppe verdecken.
Rechts unten ist der Diamir-Gletscher zu sehen,
neben dem Ellbogen von Ralf Dujmovits der Mazeno-Grat.

Ralf Dujmovits war relativ früh am Gipfel angekommen.
In Richtung Karakorum war die Sicht noch nicht durch Quellwolken nennenswert beeinträchtigt,
so dass die Bilder Nr. 6 bis 8 entstehen konnten.
Nach Südwesten hin waren aber die Quellwolken bereits so dicht, dass keine Aufnahme mehr mit klarer Sicht auf die Toshe-Gruppe möglich. Andernfalls wäre weiter oben
auch ein Panoramabild vom Gipfel auf die Berge der Toshe-Gruppe enthalten.
Immerhin aber hat Ralf Dujmovits ein paar Stunden vorher bei aufgehender Sonne
aus ca. 7600 m Höhe in dieselbe Richtung fotografiert, so dass hier mit Bild Nr. 10
dennoch die Toshegruppe gezeigt werden kann.
Auf diesem Bild Nr. 10 bilden sich gerade die ersten Quellwolken über dem Tiefland.

Foto: Archiv Dujmovits, www.ralf-dujmovits.de, 2001

 


 

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