Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Nangpa La (5716 m), Khumbu

28°06'26" N, 86°35'16" E

© Die Rechte an den Fotos liegen ausschließlich bei den im Bild genannten Autoren. Eine Verwendung der Bilder mit Eintragungen ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Bildautoren und von Günter Seyfferth erlaubt.

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 Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Fotografen, die ihre Bilder für diese Seite zur Verfügung gestellt haben.

Der Nangpa La ist ein wichtiger Passübergang für den Handel zwischen Tibet und Nepal, er ist aber kein Pass, dessen Überschreitung den Bergsteigern und Trekkern erlaubt wäre. Der lokale Handel zwischen Tibetern und Nepalesen mit der Überschreitung des Nangpa La durch die Handelskarawanen wird von der chinesischen Regierung geduldet, kann aber - in Abhängigkeiten von politischen Spannungen in Tibet - auch zeitweise untersagt sein. Auch tibetische Flüchtlinge nutzen gelegentlich unter Lebensgefahr den Pass. Bergsteiger und Trekker sollten wissen, dass der Pass von den Chinesen beobachtet wird und eine illegale Überschreitung von Süden her mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer chinesischen Gefängniszelle endet. Von den nepalesischen Behörden wird keine Genehmigung zur Grenzüberschreitung am Nangpa La erteilt. Es mag verlockend sein, über den Nangpa La zum vorgeschobenen Basislager (ABC) des Cho Oyu zu gehen, das nur 2 km entfernt ist, es ist aber verboten. Ja, es ist richtig, dass in den 50er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts Expeditionen über den Nangpa La zur Nordwestflanke des Cho Oyu gegangen sind - auch die Erstbesteiger, aber damals waren die geographischen Verhältnisse noch nicht so klar wie heute. Näheres zu diesem Thema finden Sie hier.

Der Pass ist für die Trekker also nur von Süden her erreichbar und er ist auf jeden Fall das Ende einer Sackgasse, d.h. man muss zurück nach Süden. Dieser Weg von Süden nimmt seinen Anfang in der Regel in der Ortschaft Thame - 31 km Luftlinie oder fast 40 km Gehstrecke entfernt. Rund die Hälfte der Strecke verläuft im Bereich des Nangpa-Gletschers, zunächst östlich hinter der Randmoräne, dann auf der Moräne und schließlich auf dem Gletscher selbst. Die Tour zum Nangpa La will in Abhängigkeit von den jeweiligen Schneeverhältnissen gut geplant sein. Ab der Ortschaft Marulung trifft man nur noch auf wenige Menschen, ein paar Hirten und evtl. eine gerade unterwegs befindliche Handelskarawane mit ihren Yaks. Es ist fast unberührte Natur mit herrlichen Bergriesen entlang des Gletschers.

 

Ausschnitt aus der Karte Khumbu-Himal 1:50.000, Nepal-Kartenwerk der Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Hochgebirgsforschung Nr. 2
Die Karte ist im Buchhandel erhältlich. Die Wiedergabe des Kartenausschnitts erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch die Arbeitsgemeinschaft. Information: www.hochgebirgsforschung.de
Um die Beschriftungen der wichtigsten Punkte der Karte in dem hier gewählten Abbildungsmaßstab lesbar zu machen, habe ich Namen und Höhen in größerer Schrift eingesetzt.
Außerdem habe ich einige Ergänzungen und Korrekturen vorgenommen, die gegenüber der bisherigen Druckauflage erforderlich wurden.

Die Landkarte und Beschreibung der kompletten Khumbu-Region finden Sie hier.

Die letzten Übernachtungsmöglichkeiten in Lodges bestehen in der Ortschaften Marulung und Lungde, 5 bis 7 km südlich des unteren Kartenrandes. 
Als Zeltplätze auf dem Marsch zum Pass bieten sich an Sumna Phug, Lunag, Dzasampa und der Pass selbst. 
Ein Zeltlager am Pass kann sinnvoll sein, um den Rückmarsch gleich frühmorgens bei noch gefrorenem Schnee antreten zu können. 
Die Gehzeiten ab Lunag und insbesondere auf dem Gletscher sind lang. Zunächst machen Moränen das Vorankommen mühsam, 
dann folgt eine Wildnis aus schwer zu begehenden Schutthügeln auf dem Gletscher, ein Eisbruch (nicht schwierig) und schließlich die schneebedeckte Hochfläche des Gletschers.
Hin- und wieder machen Kadaver oder Skelette von Yaks deutlich, dass selbst diese erfahrenen Tiere das schwierige Gelände nicht unbeschadet überstehen.
Bei schlechter Sicht und Unkenntnis der Route kann der Trekker in große Schwierigkeiten geraten. Ein ortskundiger Führer ist anzuraten.

Wer sich ein wenig wie ein Forscher fühlen möchte, kann sich die beiden Seitentäler westlich des Haupttales vornehmen: 
das Langmoche-Tal mit Abzweig bei Thame Teng und das Pangbug-Tal mit Abzweig bei Lhahuche. Von beiden Tälern findet man so gut wie keine Fotografien.

Ich beginne mit der Sicht von Tibet zum Nangpa La, also mit der Seite des Passes, die für Bergsteiger und Trekker tabu ist:

 

 (1) Blick vom vorgeschobenen Basislager (Advanced Basecamp = ABC) am Cho Oyu zum 2 km entfernten Nangpa La

Auf dem sanft geneigten Gletscherhang zum Pass können Yak-Karawanen der Tibeter oder der Sherpas beobachtet werden, 
sofern die Chinesen nicht gerade den Handel zwischen der lokalen Bevölkerung beider Länder unterbunden haben.
Die Trekker, die von Süden zum Pass heraufgekommen sind, können nur herüberschauen, dürfen aber nicht weitergehen.

Auf diesem Weg ist - wahrscheinlich im 16. Jahrhundert - das Volk der Sherpas aus Tibet nach Nepal eingewandert und hat die Khumbu-Region besiedelt.

Wer von Süden zum Nangpa La geht, hat zwar den Pass als äußerstes Ziel, eigentlich aber ist der Weg das Ziel,
denn die besondere Attraktion ist nicht die (beschränke) Aussicht vom Pass, sondern es sind die spektakulären Gipfel entlang der Strecke.
Diese Sichten und die spezifischen Eigenschaften der Strecke im Bereich des Nangpa-Gletschers sollen Ihnen die folgenden Bildern vermitteln.

Bitte klicken Sie auf die Bilder, um sie in doppelter Größe zu betrachten. Dort sind auch die Beschriftungen gut lesbar.

 


(2) Rast am Beginn des Seitentales des Sumna-Gletschers mit Blick zum Cho Oyu
Bis zur Einmündung dieses Seitentales hat sich der Trekker auf einfachen Wanderwegen bewegt.
Hier tritt man nun in das Reich der großen Gletschermoränen ein.
Am Ende des Sumna-Tales befindet sich ein relativ einfach zu behender, 
ca. 5540 m hoher  Passübergang, der hinüber ins Gokyo-Tal führt (siehe Karte).
Foto: Richard Piotrowski; Beschriftung: Günter Seyfferth

(3) Blick von der Stirnmoräne des Sumna-Gletschers nach Nordwesten
Die Stirnmoräne des Sumna-Gletschers muss überstiegen werden, um in das Tal hinter der östlichen Seitenmoräne des Nangpa-Gletschers zu gelangen, wo sich der Rastplatz Lunag (Pfeil) befindet.
Der Wanderer geht hier genau in Richtung des vielgipfeligen Lunag mit seinen steilen Wänden,
die nach und nach ins Blickfeld der Spitzenkletterer der Welt geraten.
Foto: Richard Piotrowski; Beschriftung: Günter Seyfferth

(4) Blick nach Nord-Nordost zum Phasang Lhamu Chuli, 7352 m
Jenseits des Lagerplatzes Lunag verengt sich das Seitental, und schließlich muss man die Moräne des Nangpa-Gletschers ersteigen. Gegenüber dem Jobo Rinjang ändert sich die Richtung auf Nord. Auf dem Moränenkamm oder dahinter sucht man sich die gangbarsten Stellen in den Geröllhaufen.
Voraus steht der Phasang Lhamu Chuli (7352 m), zu seinen Füßen liegt auf einer fast ebenen Moränenfläche der Lagerplatz Dzasampa (Pfeil).
Foto: Richard Piotrowski;
Beschriftung: Günter Seyfferth

(5) Blick vom Lagerplatz Dzasampa (5240 m) nach Norden
Hier hat man fast den gesamten Rest der Route zum Nangpa La vor Augen.
Jetzt muss der Gletscher selbst betreten werden. Zunächst geht es mühsam auf und ab über die von Geröll bedeckten Eishügel, dann folgt der Eisbruch, der rechts in einer Rinne zwischen Eis und Seitenmoräne erstiegen wird. Auf ein noch steiles Stück des Gletschers folgt dann die nur noch mäßig ansteigende Gletscherebene zum Pass, auf der evtl. aufgeweichter Schnee Mühe bereiten kann.
Foto: Bob Merrill, google.com;
Beschriftung: Günter Seyfferth

(6) Blick vom Lagerplatz Dzasampa (5240 m) zum Jobo Rinjang
Foto: Bob Merrill, google.com

(7) Aufstieg am Rand des Eisbruchs in ca. 5400 m Höhe
Foto: Bob Merrill, google.com

(8) Der Trekker auf dem Bild scheint sich zu freuen, dass der steilere Teil des Gletschers 
hinter ihm liegt. Wo der Gletscher seine Richtung in Richtung Nangpa La ändert, 
besteht die beste Sicht nach Süden bis hin zu den Gipfeln des Shorong Himal. 
Der Pfeil zeigt die Lage des letzten Lagerplatzes Dzasampa.
Foto: Richard Piotrowski;
Beschriftung: Günter Seyfferth

(9) Man möge diese Sicht mit dem eingangs gezeigten Bild vom vorgeschobenen Basislager 
am Cho Oyu in Richtung Nangpa La vergleichen. Auf der rechten Seite des Bildes 
sind dieselben Gipfel zu sehen. Noch aber sind hier etwa 700 m bis zum Pass zu gehen.
Foto: Richard Piotrowski; Beschriftung: Günter Seyfferth

(10) Die Karawane mit den schwer bepackten Yacks hat - von Tibet kommend - 
den Nangpa La, der sich links außerhalb des Bildrandes befindet, 
überschritten und ist vermutlich auf dem Weg nach Namche Bazar, 
dem Hauptort der Khumbu-Region. Im Hintergrund links der unbenannte Gipfel mit der Höhe 6600 m.
Foto:
Bob Merrill, google.com

(11) Blick vom selben Standort (ca. 5660 m) zum unbenannten Gipfel mit der Höhe 6735 m
Knapp rechts daneben sieht man den Phasang Lhamu Chuli, zu dessen Füßen sich der Lagerplatz Dzasampa befindet. Am linken Bildrand ist ein "Stück" des Cho Oyu zu sehen.
Der Cho Oyu verbirgt sich aber ansonsten hinter den Gipfeln 6600 und 6735.
Foto:
Bob Merrill, google.com

(12) Blick vom Pass nach Tibet mit dem Jobo Rabzang (6666 m)
Foto: Andrées de Ruiter, www.nepal-dia.de;
Beschriftung: Günter Seyfferth

(13) Blick vom Pass nach Nordosten zum vorgeschobenen Basislager am Cho Oyu
Foto: Richard Piotrowski; Beschriftung: Günter Seyfferth

(14) Zu Füßen liegt der Nangpa La. Der unbenannte Gipfel 6600 verdeckt den Cho Oyu.
Foto: Bob Merrill, google.com

(15) Vom Pass verläuft die Grenze zu diesen Gipfeln 
und schwenkt oben nach links. Rechts liegt Tibet.
Foto: Richard Piotrowski;
Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Landkarte und Beschreibung der Khumbu-Region finden Sie hier.

Einen Tourenbericht mit vielen Fotos finden Sie hier bei Nepal-Dia.

Viele weitere Bilder finden Sie hier. (more photos)

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