Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kanchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

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Gipfelpanorama vom Makalu, 8475 m

 

Florian Hübschenberger war auf seiner zweiten Himalaya-Expedition unterwegs, als er am 17. Mai 2014 den Gipfel des fünfthöchsten Berges der Erde, des Makalu erreichte. Auch seine erste Himalaya-Expedition war erfolgreich gewesen - im Jahr 2008 am Nanga Parbat. In einem starken Team konnten damals alle verbliebenen Expeditions-teilnehmer den Gipfel trotz schwieriger Verhältnisse erreichen.  Freimütig räumt er aber ein, dass er am Nanga Parbat als Novize im Höhen-bergsteigen angetreten war und nicht wirklich an einen Gipfelerfolg gedacht hatte.

Am Makalu bildeten er und das Bergsteiger-Ehepaar Alix von Melle und Luis Stitzinger eine Kleinexpedition. Die drei Bergsteiger hatten sich vorgenommen, den Gipfel des Makalu ohne Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff zu erreichen - kein leichtes Unterfangen! Oberhalb des Makalu La (7430 m) verläuft die Route durch die Nordwestflanke des Berges, die häufig sehr starken Winden ausgesetzt ist. Dadurch kühlt der Körper stark aus und verliert an Leistungsfähigkeit, die ohnehin bereits durch den Sauerstoffmangel stark beeinträchtigt ist. Künstlicher Sauerstoff unterstützt den Wärmehaushalt des Körpers und erhöht die Leistungsfähigkeit. Eine Besteigung ohne Verwendung dieses Hilfsmittels ist also wesentlich höher einzuschätzen. 

Im Basislager vor dem Chago-Gletscher in 5680 m Höhe trafen sie auf eine Reihe anderer Expeditionen. Die meisten dieser Gruppen arbeiteten mit Hochträgern und verwendeten Flaschensauerstoff in größeren Höhen. Die Sherpas leisten dabei eine enorme Arbeit. Neben den Sauerstoffflaschen transportieren sie sämtliches Material nach oben, errichten die Hochlager, richten sie für die Bergsteiger ein und bringen Fixseile entlang der Route an. Nur wenige versuchten sich in diesem Jahr am "Schwarzen Berg" ohne diese Hilfen. Es war sozusagen ein Hauch dessen zu spüren, was am Mount Everest in viel größerem Umfang Jahr für Jahr zu erleben ist. Für Florian Hübschenberger war es eine neue Erfahrung, waren doch am Nanga Parbat kleine Bergsteigergruppen ganz unter sich gewesen. Dennoch, so resümiert er, verlief das Neben- und Miteinander am Makalu absolut reibungslos.

Vier Höhenlager wurden auf der Route der Erstbesteiger an der West- und Nordwestflanke des Berges errichtet: in 6300, 6600, 7430 und 7600 m Höhe, wobei das Lager 1 in 6300 m Höhe später aufgelöst wurde. Um 5 Uhr des 17.5.2014 brechen die drei Deutschen von Lager 4 zum Gipfel auf. Vor ihnen waren bereits seit der frühen Nacht die Schweizer Mike Horn und Frederic Roux sowie eine indische Expedition mit einigen Sherpas unterwegs. Luis Stitzinger & Alix von Melle bleiben allmählich zurück und kehren in 8250 m Höhe schließlich um, weil sie gemerkt haben, dass sie zu langsam sind, um noch sicher vom Gipfel zurückzukehren. Am Fuß der Felsen des Nordostgrates begegnet Hübschenberger dem absteigenden Frederic Roux, der in dieser Saison als erster den Gipfel erreicht hatte. 50 m weiter oben überholt der Deutsche den noch aufsteigenden Mike Horn. Alle anderen Bergsteiger kehren um, da keine Fixseile angebracht sind. Gegen 16 Uhr steht Hübschenberger auf dem Gipfel, Horn 30 Minuten später. Gegen 22 Uhr erreichen beide Bergsteiger wieder ihre Zelte in 7600 m Höhe.

Nach einem zweiten Versuch von Stitzinger und von Melle am 25.05., den sie schon knapp oberhalb von Lager 4 wegen besorgniserregender Atemnot bei Alix von Melle abbrechen mussten, stellte sich heraus, dass die Bergsteigerin an einer Lungenentzündung litt.

Der Anmarsch zum Basislager am Chago-Gletscher erfolgt in der Regel von Tumlingtar im Süden über den Shipton Col und das Barun-Tal - sofern nicht der Hubschrauber benutzt wird.  Die kleine Expedition mit Florian Hübschenberger wählte das Ice-Col-Trekking von Namche Bazar ins Imja-Tal und von dort über die hohen Pässe Amphu Labtsa, West Col und East Col zum Barun-Gletscher. Dieser lange Anmarsch ermöglicht eine ideale Akklimatisation. Teilnehmer, die sich mit dem Hubschrauber im Basislager absetzen lassen, haben zunächst erhebliche Probleme mit der Höhe und sind insgesamt auch nicht schneller.

Florian Hübschenberger aus Freilassing im Berchtesgadener Land gelangen über die Jahre viele schwierige und schwierigste Bergfahrten in Fels und Eis in den Alpen, darunter die Durchsteigung der berühmt-berüchtigten Nordwände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn. Beachtung fanden und finden auch seine oft wilden Erstbegehungen, die ihn auch schon durch die Nordwand des Großglockner geführt haben. Daneben gelangen ihm Besteigungen anspruchsvoller Gipfel in den peruanischen Cordilleren.

Mit der Expedition zum Makalu hatte Florian Hübschenberger erstmals Nepal kennengelernt. Er war tief beeindruckt von dem Land und seinen Menschen und kehrte mit der Gewissheit nach Hause zurück, dass weitere Besuche und Touren zu den herrlichen Bergen dieses Landes folgen werden.

© Die Rechte an den Fotos liegen ausschließlich bei den im Bild genannten Autoren. Eine Verwendung der Bilder mit Eintragungen ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Bildautoren und von Günter Seyfferth erlaubt.

(1) Blick vom Basislager am Chago-Gletscher in 5690 m Höhe nach Süden
(Bitte öffnen Sie das Foto in doppelter Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)

Im Tal im Mittelgrund des Bildes verläuft der Barun-Gletscher von rechts nach links.
Weiter talabwärts liegt der Ort des früheren Basislagers in 4850 m Höhe unter der Südwand des Makalu.
An diesem Ort unter der Südwand treffen die Bergsteiger ein, welche sich per Trekking vom Süden nähern.
Dort befand sich auch das Basislager der Erstbesteiger aus dem Jahr 1955.
"Unsere" Kleinexpedition ist von Westen gekommen; der Pfeil "zum East Col" markiert das steile Seitental,
 das vom East Col (6180 m) zum Barun-Gletscher hinabführt.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der Region zur Erläuterung der Sicht auf die nähere Umgebung finden Sie hier.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Makalu-Westgrat P 6180 2,0 km Peak 4 7,2 km P 6550 6,0 km Chamlang P 7290 11,8 km P 6510 6,0 km Chonko Chuli 9,1 km

(2) Blick aus ca. 6500 m Höhe nach Südwesten zum Chamlang (7321 m) und Baruntse (7152 m)
(Bitte öffnen Sie das Foto in doppelter Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)

Der Fotograf befindet sich auf dem Weg zum Lager in 6650 m Höhe.
Das Basislager (siehe Bild Nr. 1) ist hier verborgen hinter dem Gletschereis im Vordergrund.
Rechts der Bildmitte ist jetzt der East Col zu erkennen. Allerdings sei hier angemerkt, dass die drei Deutschen
vom West Col kommend einen Pass zwischen East Col und Sherpani Col "erwischten", wo anscheinend Neuland betreten wurde.
Es ist der Sattel zwischen den Gipfeln mit den Höhen 6300 m und 6260 m.
Aber nach 4-maligem Abseilen gelangte man auch von dort in das von East-Col herabziehende Seitental.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der Region zur Erläuterung der Sicht auf die nähere Umgebung finden Sie hier.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Peak 4 9,8 km Chonko Chuli 11,8 km Chamlang 17,7 km P 6770 12,9 km Peak 41 18,4 km Baruntse 9,6 km

(3) Blick vom Makalu La (7430 m) nach West-Südwest mit dem Baruntse (7152 m) in Bildmitte
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Am Makalu La ist bereits eine Höhe erreicht, von der der Blick nach Westen über die Khumbu-Region hinweg
bis zu den Bergen des Shorong Himal und des Rolwaling Himal reicht.
Links des Baruntse ist nun auch der West Col zu sehen, über den die Trekking-Route von Westen zum Makalu geführt hat.
Rechts unten ist jetzt auch der Teil der Route zu erkennen, der vom Basislager zwischen dem Eis des Gletschers hindurch
nach rechts auf den oberen Bereich des Chago-Gletschers führt. Der Pfeil markiert das Basislager.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der Region zur Erläuterung der Sicht auf die nähere Umgebung finden Sie hier.

Die detaillierte Landkarte der gesamten Region bis zum Rolwaling Himal finden Sie hier.

Hinsichtlich der Entfernungen sei auf die Sichten vom Gipfel verwiesen.

(4) Blick vom Makalu La (7430 m) zum Lhotse (8516 m) und Mount Everest (8850 m)
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Das Foto schließt rechts an Bild Nr. 3 an. Unten ist jetzt auch die Fortsetzung der Aufstiegsroute
auf den oberen Boden des Chago-Gletschers zu erkennen, wo das temporäre Lager 1 in 6300 m Höhe gestanden hatte.
Nach den ersten Tagen der Vorbereitung wurde direkt nach Lager 2 aufgestiegen, das unten im Bild markiert ist. Die Zelte sind zu erkennen.

Dominierend ist jetzt natürlich der Blick auf Lhotse und Mount Everest und deren eisgepanzerte Ostflanken.
Zwischen den beiden Gipfeln liegt der höchste Pass der Erde, der Südsattel in 7906 m Höhe.
Vom Lager auf diesem Sattel brechen die Bergsteiger zur Besteigung des höchsten Berges der Erde auf.
Die Ostflanke des Mount Everest wurde bisher je einmal auf zwei verschiedenen Routen durchstiegen. Näheres dazu finden Sie hier.
Den entgegengesetzten Blick vom Gipfel des Mount Everest finden Sie hier.
Die Berge ganz rechts sowie der Kangshung-Gletscher liegen bereits in Tibet.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der Region zur Erläuterung der Sicht auf die nähere Umgebung finden Sie hier.

Hinsichtlich der Entfernungen sei auf die Sichten vom Gipfel verwiesen.

(5) Blick vom Lager am Makalu La (7430 m) nach Osten zum Kangchenjunga (8586 m)
(Bitte öffnen Sie das Foto in doppelter Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)

Löst man sich von dem fesselnden Blick auf Lhotse und Everest und dreht sich um, so sieht man den dritthöchsten Berg der Erde, den Kangchenjunga.
Dieser Berg ist wesentlich weiter entfernt und enthüllt seine Details erst beim Blick durch Fernglas oder Teleobjektiv.
Das Bergmassiv stellt eine noch größere Masse dar als der Mount Everest.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Hinsichtlich der Entfernungen sei auf die Sichten vom Gipfel verwiesen.

(6) Blick aus ca. 7850 m Höhe zum Lhotse (8516 m) und Mount Everest (8850 m) sowie auf Berge in Tibet
(Bitte öffnen Sie das Foto in doppelter Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)

Ein gewaltiger Gletscher hängt in der Nordwestflanke des Gipfelaufbaus des Makalu.
Luis Stitzinger und Alix von Melle queren gerade den Randbereich dieses Gletschers - noch westlich
der stark zerklüfteten Zone, die auf Bild Nr. 18 zu sehen ist und die im Jahr 2014 oberhalb umgangen wurde.
Der Eisbruch wurde aber auch bereits im unteren Bereich gequert. Was günstiger ist, richtet sich nach den wechselnden Verhältnissen im Eis.
Der Fotograf und das Bergsteiger-Ehepaar sind um 5 Uhr vom Lager 4 aufgebrochen, das rechts markiert ist.
Am Vortag ist man vom Camp 3 am Makalu La (in Bildmitte) heraufgestiegen.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der Region zur Erläuterung der Sicht auf die nähere Umgebung finden Sie hier.

Hinsichtlich der Entfernungen sei auf die Sichten vom Gipfel verwiesen.

(7) Blick aus ca. 8400 m Höhe am Nordostgrat nach Südosten
(Bitte öffnen Sie das Foto in doppelter Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)

Ein Wolkenmeer verbirgt die niedrigen Vorberge des Himalaya, und auch nur die Spitzen der Sechstausender am Barun-Tal ragen darüber hinaus.
Links türmt sich eine Gewitterwolke auf.
Diese Foto wurde vom selben Standort aus aufgenommen wie Bild Nr. 23

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der Region zur Erläuterung der Sicht auf die nähere Umgebung finden Sie hier.

Hinsichtlich der Entfernungen sei auf die Sichten vom Gipfel verwiesen.

(8) Blick vom Gipfel zurück zum Nordostgrat sowie zum Kangchenjunga (8586 m)
(Bitte öffnen Sie das Foto in doppelter Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)

Am Vorgipfel (Bild Nr. 23 zeigt den Vorgipfel von der anderen Seite) erscheint gerade der Schweizer Mike Horn.
Beim Aufstieg ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs fühlt sich der Bergsteiger wie eine Schnecke:
nur mehr 60 bis 80 Höhenmeter pro Stunde, obwohl man alles aus sich herausholt, was der Körper noch zu leisten vermag.
Das letzte Lager in 7600 m Höhe liegt links unten weit außerhalb des Bildes (siehe Bild Nr. 24).

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Entfernungen zu den Gipfeln:

Nyönno Ri 61,8 km Ama Drime 55,1 km Jongsang Peak 102,7 km Tent Peak 109,3 km Kangchenjunga  106,0 km Jannu 96,7 km

(9) Blick vom Gipfel nach Westen
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Es ist nicht ratsam, die Spitze der Schneepyramide des Makalu ohne Seilsicherung durch einen Kameraden zu betreten.
Der Kegel könnte Teil einer fragilen Schneewechte sein.
Es ist später Nachmittag. Wie oft zu dieser Tageszeit im Monat Mai steigen aus den Tälern Quellwolken auf und behindern die Sicht.
Der nahe gelegene Baruntse (7152 m), den man sich in Bildmitte vorstellen muss, ist bereits unter Wolken verschwunden.
Am Horizont sind noch die Spitzen der Berge des Shorong Himal und des Rolwaling Himal zu sehen,
Den Shisha Pangma kann man gerade noch erahnen. Alle Gipfel liegen im Gegenlicht der Nachmittagssonne.
Über dem Südsattel ist jetzt der Ngozumpa Kang I (7916 m) aufgetaucht. Der Cho Oyu ist durch den Lhotse verdeckt.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der gesamten Region bis zum Rolwaling Himal finden Sie hier.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Numbur 52,9 km Ama Dablam 22,6 km Tsoboje 59,0 km Kang Nachugo 63,6 km Menlungtse  49,2 km Lhotse 17,3 km
Panayo Tippa 52,2 km Tengi Ragi Tau 52,7 km Taboche 30,5 km Cholatse 32,0 km Shisha Pangma 138,2 km Ngozumpa Kang I 46,4 km
Bigphera-Go 54,7 km Dragkar-Go 57,0 km     Gaurisankar 74,5 km Nuptse 21,7 km Mount Everest 19,5 km

(10) Blick vom Gipfel nach West-Südwest zu den Bergen des Shorong Himal und Rolwaling Himal
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Eine Wolkenlücke erlaubt den Blick nach unten auf den Barun-Gletscher am Fuß der Westwand des Makalu.
Im Übrigen ragen auch hier nur die Spitzen der Berge über die Quellwolken hinaus.
Der Gipfel der Ama Dablam im Zentrum der Khumbu-Region ist zu erahnen. Der auf derselben Linie liegende Baruntse (7152 m) steckt in den Wolken.
Den entgegengesetzten Blick vom beliebten Trekking-Gipfel Mera Peak finden Sie hier.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der gesamten Region bis zum Rolwaling Himal finden Sie hier.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Chamlang 16,7 km P 6510 8,3 km Kyashar 30,2 km Numbur 52,9 km Tengi Ragi Tau  52,7 km Cholatse 32,0 km
Chonko Chuli 11,3 km Peak 41 22,0 km Kangtega 28,9 km Panayo Tippa 52,2 km Dragkar-Go 57,0 km Gaurisankar 74,5 km
Mera Peak 29,6 km Kusum Kanguru 34,4 km Karyolung 50,2 Bigphera-Go 54.7 km Taboche 30,5 km Menlungtse 65,1 km

(11) Blick vom Gipfel nach Nordwesten mit Mount Everest (8850 m) und Chomolonzo (7790 m)
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Hier geht der Blick hinein nach Tibet. Direkt hinter dem Kangchungtse und Chomolonzo liegt der Kangshung-Gletscher;
der von den Lawinen aus den Ostflanken von Lhotse und Everest genährt wird.
Die hier sichtbaren Sechs- und Siebentausender nordöstlich des Everest wurden bereits in den 1920-er und 1930-er-Jahren
von britischen Expeditionen erforscht und bestiegen. Das Hauptziel dieser Expeditionen war allerdings der Mount Everest.
Der Chomolonzo wurde erstmals am 30.10.1954 von der französischen Erkundungsexpedition bestiegen,
welche die erfolgreiche Makalu-Expedition von 1955 vorbereitet hatte.

Foto: Florian Hübschenberger; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die detaillierte Landkarte der Region zur Erläuterung der Sicht finden Sie hier.

Entfernungen zu den Gipfeln:

Lhotse 17,3 km Mount Everest 19,5 km Khartaphu 22,2 km Kangchungtse 3,0 km P 6747  29,8 km Chomolonzo 4,8 km
Ngozumpa Kang I 46,4 km Lixin 29,8 km Khartachangri 26,6 km P 6410          
  

Auf der Route der Erstbesteiger
(bitte öffnen Sie die Bilder im Großformat.)
Der weit überwiegende Anteil der Besteigungen des Makalu erfolgt über die Route der Erstbesteiger von 1955. Diese sog. Normalroute ist zwar die technisch einfachste Route an diesem Berg, deshalb ist die Besteigung des Makalu aber keineswegs ein einfaches Unterfangen.

Der Makalu zählt zu den 5 hohen Achttausendern. Dies bedeutet, dass die Bergsteiger ein letztes Höhenlager oberhalb von 7500 m benötigen, um am Gipfeltag nicht mehr als die gerade noch bewältigbare Höhendifferenz von 800 bis 900 m vor sich zu haben. Am Makalu versucht man, das oberste Lage auf 7600 bis 7800 m Höhe einzurichten. Bedingt durch die Topografie bedarf es dafür eines vorletzten Höhenlagers am Makalu La (7430 m). Die Bergsteiger halten sich also beim Gipfelangriff zwei oder drei Nächte in der sog. Todeszone auf, in der sich der Körper überhaupt nicht mehr erholt, ja sogar während des Ausruhens an Kräften verliert. In diesen Höhenbereichen tritt sehr schnell der Zustand der physischen und psychischen Erschöpfung ein. Auch die Gefahr, höhenkrank zu werden, ist hier besonders groß.

Ein weitere Gefahrenquelle von besonderer Bedeutung besteht darin, dass die Route ab dem Makalu La durch die Nordwestflanke des Berges führt. Stärkerer Wind oder Sturm kommt meistens aus nordwestlicher bis nördlicher Richtung und trifft ungemindert auf diese Bergflanke. Das kann ein weiteres Vordringen unmöglich machen bzw. einen Bergsteiger, der sich bereits im Bereich dieser letzten 1000 Höhenmeter befindet, in Lebensgefahr bringen. Die Gefahr von Erfrierungen und einem schnellen Kräfteabbau ist bei Sturm besonders groß. Auch bekannte Bergsteiger zählen zu den Todesopfern auf diesem Teil der "Normalroute".



(12) Basislager am Chago-Gletscher in 5690 m Höhe mit Blick nach Norden
Den Blick in die entgegengesetzte Richtung zeigt Bild Nr. 1.
Foto: Florian Hübschenberger

Die Erstbesteiger hatten ihr Basislager noch eine Tagesetappe weiter südlich unter der Südflanke des Makalu in 4850 m Höhe eingerichtet. Entlang des Barun-Gletschers wurde dann dieser Punkt am Fuß des Chago-Gletschers erreicht. Die weitere Route führt zunächst über den Moränenstreifen zwischen den beiden Eisströmen, bevor in ca. 6050 m Höhe das Eis des oberen Chago-Gletschers betreten wird.



(13) Lager 2 in ca. 6650 m Höhe auf einer Terrasse des oberen Chago-Gletschers
mit Blick zum Makalu La (7430 m)
Foto: Florian Hübschenberger

Viele Expeditionen errichten zunächst ein Lager 1 in ca. 6300 m Höhe, um in der wichtigen Phase der Höhenakklimatisation zunächst keinen zu großen Höhenunterschied vom Basislager aus bewältigen zu müssen. Das nächste Lager 2 steht dann üblicherweise auf der Schneeterrasse unterhalb der Felsen des Makalu La in etwa 6600 bis 6700 m Höhe. Nach erfolgreicher Akklimatisation steigt man vom Basislager direkt zum Lager 2. Der Makalu La (7430 m) liegt am oberen Ende des engen Schnee-Couloirs in Bildmitte. Aufgestiegen wird aber nicht durch dieses Couloir, sondern durch die Felsen rechts davon
(siehe Bild Nr. 15).



(14) Blick vom Lager 2 (6650 m) nach Norden zum Pass
zwischen Chago (6860 m) und Kangchungtse (7640 m)
Im Tal hinter dem Pass, über den die tibetische Grenze verläuft, liegt tief unten der Kangshung-Gletscher.
Der Pass ist nicht geeingnet für einen Übergang, da auf der Nordseite
ein vergletscherter Hang steil ins Tal abbricht
Foto: Florian Hübschenberger



(15) Blick vom Chago-Gletscher zum Makalu La (7430 m)
Foto: Florian Hübschenberger

Während die Route bis zum Lager 2 und darüber hinaus bis auf 7000 m Höhe durch Schnee und Eis des Chago-Gletschers geführt hat, bestimmen auf den letzten 400 Höhenmeter zum Makalu La steilerer Fels und dazwischen eingestreute Schneeflecken, die auch vereist sein können, das Bild. Auf halber Höhe ist der Felshang nochmals durch eine Eistrerrasse geteilt. Das Folgende Bild zeigt diese Passage von oben.



(16) Tiefblick aus dem oberen Wandteil unterhalb des Makalu La
nach Lager 2 im Eisbruch des Chago-Gletschers
Foto: Florian Hübschenberger

Die steile Passage unterhalb des Makalu La ist mit Fixseilen gesichert, die insbesondere den Abstieg deutlich erleichtern. Bei schlechter Sicht sind die Fixseile der Leitfaden zurück ins Leben.

Am Makalu La betritt der Bergsteiger die Höhenwelt, die man allgemein als Todeszone bezeichnet.
Den herrlichen Fernblick vom Makalu La zeigen die Bilder Nr. 3 bis 5.



(17) Blick von Lager 3 am Makalu La in 7430 m Höhe zum Gipfel
Das letzte Höhenlager wird meist im Bereich der Felsen errichtet, die links der Bildmitte
unterhalb des dreiecksförmigen Schneefeldes am Nordostgrat zu sehen sind.
Zwischen diesen Felsen und dem Nordostgrat verläuft der untere Teil des Hängegletschers
(siehe Bild Nr. 18). Über dem oberen Teil des Hängegletschers
erkennt man in Bildmitte ein spitz in die Felsen aufsteigendes Schneefeld (vergl. Bild Nr. 19).
Dort setzt sich die Aufstiegsroute durch die Felsen des Nordostgrates fort.
Auf dem Kamm dieses Grates geht es dann nach rechts zum Gipfel.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle

 Es gibt in der Nordwestflanke einige Routenvarianten, die an anderen Stellen in die Gipfelgrate münden. Auch der jeweilige Zustand des Hängegletschers, der irgendwo zu queren ist, spielt bei der Routenwahl eine Rolle. Der rechts sichtbare Nordwestgrat wurde erstmals im Jahr 1981 von Jerzy Kukuczka im Alleingang begangen.


(18) Blick vom Lager 4 (7600 m) zum Hängegletscher und Nordostgrat
Auf diesem Bild ist gut zu erkennen, dass die Routenwahl vom Zustand des
zerklüfteten Hängegletschers abhängt. Er kann am unteren Ende (links) gequert werden,
aber auch im oberen Bereich (wie im Jahr 2014), wo er sich nicht mehr in Form von Séracs auftürmt.
(siehe Bild Nr. 21). Der Blick von unten nach oben vermittelt eine Perspektive,
in der die Entfernungen immer stark verkürzt wirken. Leicht links der Bildmitte
sind Vor- und Hauptgipfel des Makalu zu sehen.
Foto: Florian Hübschenberger



(19) Blick aus dem oberen Bereich des Hängegletschers in 8200 m Höhe
zum Aufstieg auf den Nordostgrat
Foto: Florian Hübschenberger



(20 In den Felsen des Nordostgrates
Foto: Florian Hübschenberger

In den Felsen hängen Reste alter Fixseile. Die meisten Expeditionen kommerzieller Art, also Expeditionen, welche die Besteigung eines Gipfels zu einem Fixpreis anbieten, tendieren dazu, nahezu alle etwas steileren Passagen mit Fixseilen zu sichern. Diese Arbeit erledigen Sherpas, bevor nur irgendeiner der zahlenden Teilnehmer in größere Höhen vorstößt. Sind keine Fixseile angebracht, dürfen die Kunden nicht aufsteigen. Die Ausrüstung mit Fixseilen erhöht die Sicherheit. Sie kostet aber natürlich auch viel Zeit und macht die Expeditionen schwerfällig. Oft werden Fixseile selbst dort angebracht, wo der professionelle Bergsteiger gut auf sie verzichten könnte. Leider machen sich nur wenige Expeditionen die Mühe, die Fixseile auch wieder zu entfernen. Nach kurzer Zeit sind sie in der extremen Witterung verrottet und gaukeln eine trügerische Sicherheit vor.
Und sie verschandeln den Berg.



(21) Tiefblick aus den Felsen des Nordostgrates
mit den Lagern 4 und 3 (Pfeile)
Der Lhotse ist gut sichtbar, der Mount Everest ist fast ganz hinter Wolken verborgen.
Foto: Florian Hübschenberger



(22) Blick aus den Felsen des Nordostgrates nach Nordosten
Foto: Florian Hübschenberger



(23) Der Vorgipfel des Makalu am Nordostgrat
Auf Bild Nr. 8 ist dieser Vorgipfel von der anderen Seite, also vom Gipfel aus zu sehen.
Links des Grates sieht man den östlichen Teil des Chamlang.
Foto: Florian Hübschenberger




(24) Blick vom Gipfel zum Kangchungtse (links) und Chomolonzo (rechts)
Unten sehen wir die gesamte Aufstiegsroute vom Makalu La bis zu den Felsen des Nordostgrates
mit den beiden Lagern 3 und 4 (Pfeile).
Foto: Florian Hübschenberger

 

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Copyright © Guenter Seyfferth, 2006. Aktualisierter Stand vom 05.11.2016. Alle Rechte vorbehalten.

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