Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kanchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

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Anmerkungen:

Hier finden Sie meine Rezensionen zu neu erschienenen Büchern und Sonderausgaben von Zeitschriften, welche die Bergwelt des Himalaya und ihre Erschließung als inhaltlichen Schwerpunkt haben und in dieser Hinsicht von besonderem dokumentarischem Wert für die Allgemeinheit sind. Bücher, welche diesen Anforderungen nicht genügen oder die vorwiegend dazu dienen, sich ein medienträchtiges Ereignis zunutze zu machen, werden hier nicht aufgenommen. Ich befasse mich nicht mit Büchern, deren Inhalte sich hauptsächlich mit den Völkern, den Religionen, den Kulturen sowie mit Flora und Fauna des Himalaya beschäftigen. Ich befasse mich auch nicht mit der üblichen Reiseliteratur für den Tourismus. 

Sie dürfen mir hier gerne per E-Mail Hinweise auf weitere Neuerscheinungen geben - möglichst mit genauen Angaben für den Erwerb. Ich werde mich dann um diese Bücher bemühen, sofern sie "meiner" Thematik entsprechen und die vorstehenden Bedingungen erfüllen. Bei Büchern aus Quellen außerhalb des deutschsprachigen Raumes kann ich nur englischsprachige Werke berücksichtigen und dies auch nur, soweit sie mit erträglichem Aufwand erhältlich sind. 

Noch eine wichtige Schlussbemerkung: Rezensionen bleiben trotz aller Bemühungen um Objektivität immer Ergebnisse einer subjektiven Betrachtungsweise. Der einzelne Leser mag durchaus zu einer anderen Beurteilung kommen. Deshalb versuche ich, eher einen Überblick über die Inhalte der Bücher zu vermitteln als persönliche Beurteilungen abzugeben. Ich will dem Leser eine Hilfe für seine Kaufentscheidung geben, ich will ihn aber nicht beeinflussen. In der persönlichen Beurteilung halte ich mich zurück, was aber Lob oder negative Beurteilungen an der einen oder anderen Stelle keineswegs ausschließt. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, über die Buchneuerscheinungen zu den Bergen des Himalaya zu informieren, weil ich den Büchern zu dieser Thematik einen besonders hohen Stellenwert beimesse. Ich kann Sie guten Gewissens ermuntern, sich mit diesem Büchermarkt zu beschäftigen. Aber die Kaufentscheidung im Einzelfall treffen Sie, die Leserschaft. 

Und noch eine Anmerkung: Die Reihenfolge der Bücher auf dieser Website sagt nichts über ihre Bedeutung und ihren Wert aus. Auch dies möge jeder für sich selbst entscheiden.

Weitere Angaben zu viel, viel Literatur seit den Anfängen der Erschließung des Himalaya finden Sie auf meinen Seiten "Die 14 Achttausender" und "Literatur allgemein". 

Ihr Günter Seyfferth

Inhalt

Bücher von 2016, 2015, 2014, 2013, 2012 und 2011

   - Nives Meroi: "Ich werde dich nicht warten lassen" (2016)
   - Wolfgang Heichel: Adolph Schlagintweit (2015)
   - Alix von Melle, Luis Stitzinger: Leidenschaft fürs Leben (2015)
   - Christiane Fladt: Und neben ihnen stapft der Tod (2014)
   - Simone Moro: In Eiseskälte (2013)
   - Sale/Jurgaslki/Rodway: Herausforderung 8000er (2013)
   - Pit Schubert: Im Himalaya ist vieles anders (2013)
   - Wolfgang Heichel: Chronik der Erschließung des Nanga Parbat
     und seiner näheren Umgebung (2013)
   - Gerlinde Kaltenbrunner/Ralf Dujmovits: 2 x 14 Achttausender (2012)
   - Reinhold Messner: Cho Oyu - Göttin des Türkis (2012)
   - Hans Kammerlander: Zurück nach Morgen - Augenblicke an den
     14 Achttausendern (2012)
   - Roberto Mantovani: Mount Everest - Die Bezwingung eines Giganten
     (2012)
   - Charlie Buffet: Pionier am K2 - Jules Jacot-Guillarmod (2012)
   - Ueli Steck mit Karin Steinbach: 8000 + Aufbruch in die Todeszone
     (2012)
   - Kurt Diemberger - Zwischen Null und Achttausend (2012)
   - Graham Bowley: Kein Weg zu zurück - Leben und Sterben am K2
     (2011)

Bücher von 2010 und 2009 (Archiv)

Klicken Sie auf den Buchtitel, um die PDF-Datei zu öffnen.

   - Steve House: Jenseits des Berges - Expeditionen eines Suchenden
     (2010)
   - Dieter Porsche: Der versteckte Achttausender - Triumph und Tragödie
     am Hidden Peak (2010)
   - Reinhold Messner: Die rote Rakete am Nanga Parbat (2010)
   - Dieter Porsche: Mount Everest - Nanga Parbat - Dhaulagiri (2009)
   - Dieter Porsche: Der weiße Berg - Überlebenskampf am Dhaulagiri
     (2009)
   - Jochen Hemmleb: Tatort Mount Everest - Der Fall Mallory (2009)
   - Charlotte Jacquemart: Marcel Rüedi - Zehn Achttausender dank
     Gerda (2009)
   - Reinhold Messner: Diamir - König der Berge - Schicksalsberg Nanga
     Parbat (2008)
   - Geo-Special: Himalaya - Hoch und heilig. Die wundersame Welt
     ganz oben (2010)

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Nives Meroi
"Ich werde dich nicht warten lassen."
Der Kangchendzönga, Romano und ich

Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien
ISBN 978-3-7022-3505-5
ISBN 978-3-7022-3526-0 (als E-Book)

Gebunden, 176 Seiten
Format: 160 x 231 x 18 mm, 575 Gramm
1 Landkarte, 1 Routenverlauf im Vor- und Nachsatz
35 Farbbilder

Preis: Euro 19,95


Rezension als PDF-Datei
"Ich werde dich hier nicht warten lassen." antwortet Nives Meroi am 17. Mai 2009 ihrem Mann Romano, als dieser in 7500 m Höhe in der Südwestflanke des Kangchenjunga (Kangchendzönga, 8586 m) erschöpft im Schnee sitzen bleibt und seiner Frau vorschlägt, alleine weiter zum Gipfel zu steigen und hier auf ihre Rückkehr zu warten. 11 der 14 Achttausender haben die beiden bisher bestiegen - immer gemeinsam. Immer war Romano der Stärkere gewesen, jetzt aber ist er unerklärlich langsam - ein Lungen- oder Hirnödem scheint nicht der Grund zu sein. Zu diesem Zeitpunkt sind die Spanierin Edurne Pasaban und die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner mit ebenfalls jeweils 11 Achttausendern gleichauf mit Nives Meroi im "Wettbewerb", als erste Frau die Gipfel aller 8000er erreicht zu haben. Romano will seiner Frau die Chance auf ihren 12. Achttausender nicht nehmen. Nives aber weiß nur zu gut, dass sich der Zustand von Romano in dieser Höhe rasch verschlechtern kann und er nach ihrer Rückkehr vom Gipfel nicht mehr genügend Kraft für den langen Abstieg haben könnte. Und so trifft sie die Entscheidung zum sofortigen Abstieg.

Damit beginn die dramatische Phase im Leben des Ehepaares, die im Buch mit dem Titel "Der 15. Achttausender" überschrieben ist. In Italien stellt sich heraus, dass Romano an einer lebensgefährlichen Erkrankung des Knochenmarks leidet, die verhindert, dass rote Blutkörperchen gebildet werden. An dieser Krankheit ist z.B. Marie Curie gestorben. Ähnlich wie bei der Krebserkrankung Leukämie beginnt ein langer und harter Weg von Untersuchungen, Transplantation,  Therapien, Abstoßungen fremder Zellen, neuen Therapien. Mal besteht Hoffnung, mal gibt es Rückschläge mit neuen lebensbedrohenden Situationen. Die zweite Knochenmarktransplantation im Jahr 2011 bringt schließlich den erhofften Erfolg: Die Blutwerte verbessern sich kontinuierlich, im Juni stehen Nives und Romnao gemeinsam wieder auf einem Viertausender der Alpen und im Herbst 2011 ist Romano am Mera Peak (6476 m) im Everest-Gebiet sogar schon wieder der Stärkere. Inzwischen haben andere Frauen alle 14 Achttausender bestiegen, Nives Meroi fühlt sich aber dennoch nicht als Verliererin, denn sie hat zusammen mit ihrem Mann den Kampf um sein Leben gewonnen.

Im Frühling 2012 sind Nives und Romano wieder am Kangchenjunga. Wieder an einem 17. Mai ist Gipfeltag. Es ist stockdunkel und die Suche nach der richtigen Aufstiegsrinne zwischen den Felsrippen des mächtigen Gipfeltrapezes gestaltet sich als äußerst schwierig. Als es zu dämmern beginnt, stellen sie fest, dass sie zu weit rechts aufgestiegen sind und nun am Fuß der Gipfelfelsen des 8482 m hohen Mittelgipfels stehen. Für eine Routenänderung ist es zu spät. Wütend über diesen "Verhauer" steigen sie ab.

Das Jahr 2013 ist wieder ein Jahr der gesundheitlichen Rückschläge für Romano: ein neues Hüftgelenk, dann eine Gürtelrose. Aber im Frühjahr 2014 sieht man die beiden schon wieder in der Südwestflanke des Kangchenjunga. Nach der Phase der Akklimatisation ist ein Zeitfenster mit weniger Wind für den 14. bis 17. Mai vorausgesagt. Am 16. Mai errichten sie ihr Zelt in 7600 m Höhe; niemand sonst kampiert an diesem Tag in dieser Höhe. Und dann ist also erneut ein 17. Mai (!) der Gipfeltag. Um 12.15 Uhr stehen beide am Gipfel des dritthöchsten Berges der Erde. Es ist ihr 12. Achttausender. "Nach fünf Jahren hat sich uns der Kangchendzönga geschenkt. ... Wir sind von vollkommenem Frieden erfüllt." So bringt schließlich Nives Meroi ihre Gefühle am Ende der fünf schicksalhaften Jahre zum Ausdruck.

Stuttgart, den 15. Mai 2016

Günter Seyfferth
 

Wolfgang Heichel
Adolph Schlagintweit
Ein Leben für die Wissenschaft

Eigenverlag
ISBN 978-3-00-049682-0

Gebunden, 162 Seiten
Format: 215 x 302 x 12 mm, 950 Gramm
5 Landkarten, 127 Abbildungen (meist farbig)

Preis: Euro 29,95 (zzgl. Versandkosten)


Bestellung beim Autor Wolfgang Heichel

Von Wolfgang Heichel gibt es folgende weiteren Veröffentlichungen zum Himalaya:

- Chronik der Erschließung des Karakorum
  Teil I - Western Karakorum

- Chronik der Erschließung des Karakorum
  Teil II - Central Karakorum I

- Chronik der Erschließung des Nanga Parbat
  und seiner näheren Umgebung









Rezension als PDF-Datei
In diesem großformatigen Buch von Wolfgang Heichel wird einer der frühen Erforscher des Himalaya gewürdigt: Adolph Schlagintweit (1829 - 1857). Als sich Adolph Schlagintweit zusammen mit seinen Brüdern Hermann und Robert im September 1854 auf die fast dreijährige Forschungsreise nach Indien und Zentralasien begab, war vom Gebirge des Himalaya nur sehr wenig bekannt. Das Wissen beschränkte sich hauptsächlich auf die unmittelbare Umgebung entlang der Handelsrouten zwischen Indien und Tibet; vom Gebirgsteil des Karakorum wusste man so gut wie nichts - außer, dass nördlich der Orte am Indus ein großes Gebirge lag. In den Karakorum wagte sich niemand hinein, weil die am Hunza-Fluss lebenden, damals noch räuberischen Stämme der Hunza und Nagar auf der Suche nach Beute weit ausschwärmten und jegliche Expedition zumindest im westlichen Teil des Gebirges unmöglich machten.

Immerhin war den damals lebenden Forschern - unter Ihnen der berühmte Alexander von Humboldt, der an der Universität Berlin wirkte - bereits bekannt, dass die Hauptwasserscheide des asiatischen Kontinents nördlich des Himalaya lag und die großen Ströme wie Brahmaputra und Indus zwar auf weiten Umwegen, aber letztlich doch das Gebirge nach Süden durchbrachen. In Großbritannien und Indien drängte die mächtige Handelsorganisation East Indian Company auf weitere Forschungen, die schließlich in dem großen Projekt der Vermessung des indischen Subkontinents einschl. des Himalaya mündeten, das 1856 in Angriff genommen wurde. Als die Gebrüder Schlagintweit nach Asien aufbrachen, hatten sie nur Karten rudimentärer Art zur Verfügung, in denen einzelne Gebirgszüge - wenn überhaupt - höchstens grob angedeutet waren.

In diese Zeit der großen Pioniertaten im Himalaya führt uns das Buch von Wolfgang Heichel. Dass die Gebrüder Schlagintweit sich im Auftrag der East Indian Company auf die teure Forschungsreise begeben konnten, hatten sie ihrem großen und berühmten Gönner Alexander von Humboldt zu verdanken. Humboldt war auf die Brüder Hermann und Adolph aufmerksam geworden, als diese zur Vervollständigung ihrer Ausbildung im Jahr 1849 von Bayern nach Berlin kamen. Hier fielen sie mit ihrem wissenschaftlichen Studien auf, die sie in den Alpen betrieben hatten und denen sie sich auch weiterhin mit großem Erfolg widmeten. Da Humboldt wusste, dass man in Großbritannien an große Forschungsprojakte dachte, nutzte er seine Verbindungen nach London. Dorthin übersiedelte Adolph Schlagintweit im Jahr 1853 und beeindruckte die dortigen Wissenschaftler. Als schließlich auch der preussische König seine Beziehungen zum britischen Königshaus ins Spiel brachte, war der Weg der großen Forschungsreise der Deutschen im Auftrag der Briten geebnet.

Wolfgang Heichel hat in sehr aufwändigen Recherchen ermittelt, welchen Weg Adolph Schlagintweit in Asien genommen hat - im Bereich des Himalaya durch die Berge des östlichen Garhwal nach Tibet sowie durch Ladakh und durch den südlichen, mittleren und östlichen Karakorum. Hermann und Robert Schlagintweit haben die Asienreise zwar in wissenschaftlicher Weise aufbereitet, nicht aber in Form eines Reiseberichts. Zudem waren die Brüder meist in weit auseinanderliegenden Gebieten getrennt unterwegs gewesen. Adolph selbst wurde am 26. August 1857 in Kashgar von Aufständischen ermordet, so dass von seiner Reise lediglich Briefe, Berichte und Zeichnungen aus der Zeit davor Zeugnis ablegen. Dennoch ist es Heichel gelungen, die verschiedenen Routen von Adolph durch das Hochgebirge im Detail nachzuvollziehen. U.a. konnte Adolph am Abi Gamin, einem Vorgipfel des Kamet, mit ca. 6785 m einen bergsteigerischen Höhenrekord aufstellen. Hoch anzuerkennen ist auch, dass uns Wolfgang Heichel mit dem Buch zahlreiche Aquarelle von Adolph Schlagintweit zugänglich macht. Die Fotografie war zu dieser Zeit noch nicht so weit entwickelt, dass sie der Dokumentation von Reisen dienen konnte. Adolph Schlagintweit war aber ein begnadeter Zeichner gewesen und hat mit fast fotografischer Qualität seine Eindrücke von der Gebirgslandschaft festgehalten. Sein Forschungsmaterial hatte er von unterwegs immer wieder nach Europa gesandt, so dass vieles davon für die Nachwelt erhalten blieb. Mit Heichels Buch sind schöne Bilder wieder veröffentlicht; zu vielen Bildern ist es dem Autor gelungen, Fotos aus der heutigen Zeit gegenüberzustellen. Man ist verblüfft über die Präzision der Zeichnungen von Adolph Schlagintweit.

Mit einer Fülle an detaillierten Beschreibungen in Wort und Bild werden uns der Werdegang von Adolph Schlagintweit und seine große Forschungsreise, die so tragisch endete, in lebhafter und abwechslungsreicher Weise nahegebracht. Es ist eine große Leistung des Autors, all die Grundlagen aus den Archiven zusammengetragen und uns die Forschungsreise von Adolph Schlagintweit weitgehend vollständig und mit so schönem Bildmaterial aufbereitet zu haben, Da verzeiht man ein paar wenige textliche Unebenheiten gerne. Die Leistung eines der großen Pioniere im Himalaya ist endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Stuttgart, den 14. September 2015

Günter Seyfferth


Alix von Melle
Luis Stitzinger
Leidenschaft fürs Leben
Gemeinsam auf den höchsten Bergen der Welt

Piper Verlag GmbH, Malik, 2015
ISBN 978-3-89029-442-1

Gebunden, 343 Seiten
Format: 147 x 220 x 35 mm, 650 Gramm
53 Farbbilder, 2 Karten

Preis: Euro 22,99



Die Autoren verfügen über eine eigene Website
www.goclimbamountain.de










Rezension als PDF-Datei
Die Wege, auf denen die Ehepartner Alix von Melle und Luis Stitzinger zum Bergsteigen gekommen sind, könnten kaum unterschiedlicher sein: Alix von Melle, aufgewachsen im norddeutschen Flachland, kannte die Alpen bis zu ihrem Studium nur von Ski-Urlauben mit den Eltern. Luis Stitzinger, Sohn eines Bergführers und einer bergbegeisterten Mutter, wohnhaft im Allgäu, hatte seine Leidenschaft für die Berge offensichtlich bereits in die Wiege gelegt bekommen. Während des Studiums in München begann sich Alix auch für das Bergsteigen zu interessieren. Sie trat in den DAV ein und leitete schließlich Skitourenkurse und Sommerwanderung für den Verein. Luis war da längst erfahrener Bergsteiger und hielt sich während des Studiums als Bergführeranwärter für den DAV-Summit-Club mir Kursen im Hochgebirge finanziell über Wasser, erste Touren in den Anden und im Himalaya eingeschlossen. Er schaffte es schließlich, zeitgleich sowohl sein Studium als auch die Ausbildung zum staatlich geprüften Berg- und Skiführer abzuschließen.


Bei einer Skidurchquerung im Engadin im Jahr 1997 lernten sich beide kennen. Aber erst ein Jahr später trafen Sie sich anlässlich einer Skitour in den Berner Alpen wieder. Nach weiteren Treffen in München gestanden Sie sich auf Initiative von Alix schließlich ihre Liebe füreinander. Die gemeinsame Liebe zu den Bergen hatten Sie bereits entdeckt, von jetzt ab wurde daraus die gemeinsam gelebte Leidenschaft, auf die höchsten Berge der Erde zu steigen.

Im Buch erzählen mal Alix, mal Luis - von ihrer Jugendzeit bis zum Zeitpunkt des Kennenlernerns und dann von den Ereignissen an den höchsten Gipfeln der Erde, die sie - von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen - gemeinsam erlebt haben. Das gemeinsame Durchleben der Bergabenteuer empfanden sie immer als vergleichsweise leicht, da nichts im Ungewissen blieb und man in allen Situationen füreinander da sein konnte. Hingegen waren es Zeiten höchster Unruhe, wenn nur sie oder er unterwegs war und der andere zu Hause auf Nachrichten wartete.

Der Leser kann in den Erzählungen viele große Bergfahrten miterleben: an Aconcagua, Muztagh Ata, Ama Dablam, Pumori, Pik Lenin, Mt. McKinley und natürlich an den Achttausendern wie Gasherbrum II, Nanga Parbat, Dhaulagiri I, Makalu, Cho Oyu, Broad Peak, K2, Manaslu, Shisha Pangma. Mühsal und Anspannung bei den Vorbereitungen; schöne, genussreiche Tage; Kämpfe mit Tiefschnee, Sturm, Kälte und Sauerstoffmangel; schicksalhafte Tage, in denen es um das Leben von Bergkameraden oder das eigene Überleben geht; Tage voller Zweifel; Tage der Hoffnung und Zuversicht; Kampf mit den eigenen Schwächen, Erfolg, Misserfolg, herrliche Gipfeltage. All diese Phasen im Leben der Höhenbergsteiger werden lebendig.

Luis Stitzinger hat zum Schluss ein besonderes Kapitel zu seiner Leidenschaft der Skiabfahrten an den hohen Bergen angefügt. Ihm sind aufsehenerregenden Abfahrten gelungen - nicht im halsbrecherischen Stil an Steilwänden, sondern an Bergflanken, wo - wenn auch nur für wahre Könner - noch ein Skifahren im eigentlichen Sinn möglich ist, z.B. aus 7850 m Höhe am Broad Peak oder aus 7800 m Höhe am Nanga Parbat.

Die Autoren haben erfreulicherweise darauf verzichtet, das oft wochenlange, mühselige Auf und Ab an den Bergen minutiös aufzuzählen und sämtliche technischen Schwierigkeiten explizit dazulegen, wie es im Expeditionsbericht einer Erstbesteigung oder einer Erstbegehung gerechtfertigt sein mag. Alix von Melle und Luis Stitzinger erzählen hauptsächlich von den ereignisreichsten oder außergewöhnlichsten Tagen der Expeditionen als Beispiele ihres Erlebens der Welt der hohen Berge - immer verständlich eingebunden in die Gesamtdarstellung der Expedition. Zu den besonderen Eindrücken zählen durchaus auch Tage des Anmarsches oder Ruhetage im Basislager.

Auch Höhenbergsteiger haben einen Alltag außerhalb von Expeditionen zu bewältigen. Sie gehen zu Hause einem Beruf nach und müssen damit u.a. wieder neues Geld verdienen, um ihrer kostspieligen Leidenschaft nachgehen zu können. Auch von diesem Wechsel zwischen Alltag und den Wochen an den höchsten Bergen der Welt, von den Zwängen des Alltags, die dem Ausleben der Leidenschaft für die Berge Grenzen auferlegen, erzählen die Autoren.

Zwei Menschen erzählen von sich und ihrer Leidenschaft für die Welt der Berge.

Stuttgart, den 10.06.2015

Günter Seyfferth


Christiane Fladt
Und neben ihnen stapft der Tod

Die Achttausender-Bezwinger von Shimshal

Verlag Neue Literatur, 2014
ISBN 978-3-940085-86-3

Gebunden, 243 Seiten
Format: 130 x 207 x 20 mm, 450 Gramm
57 Farbbilder

Preis: Euro 18,90




Von Christiane Fladt sind im Verlag Neue Literatur folgende weiteren Bücher zum Leben im Shimshal-Tal erschienen:

WENN ALLAH NEIN SAGT - Das erstaunliche Leben der Lal PareeI
SBN 978-3-940085-24-5, Preis: 14,90 EUR

WIRST DU TANZEN, SHAHANA? Neun literarische Vignetten über Shimshal
ISBN 978-3-938157-66-4, Preis: 12,90 EUR

MEKKA GEN WESTEN - Unterwegs in Pakistan
ISBN 978-3-938157-48-0, Preis: 16,90 EUR


Rezension als PDF-Datei
Das Buch von Christiane Fladt "Und neben ihnen stapft der Tod" ist eines der wenigen Bücher, das den stillen Helden des Höhenbergsteigens im Himalaya gewidmet ist - den Hochträgern, dank derer viele, viele Expeditionen erst in die großen Höhen vordringen konnten. Weit bekannt sind die Dienste der Sherpas aus Nepal, die längst nicht nur als Träger arbeiten, sondern als erfahrene Bergführer die Bergtouristen der ganzen Welt auf die Gipfel des höchsten Gebirges der Erde bringen. Viel weniger bis gar nicht bekannt sind die Leistungen der Hochträger aus Pakistan, die an den hohen Gipfeln des Karakorum und des Nanga Parbat ihre bescheiden bezahlte Arbeit verrichtet haben - unter Einsatz ihres Lebens.

Die Autorin hatte erstmals im Jahr 2002 das abgeschiedene Dorf Shimshal im Nordosten des pakistanischen Karakorum besucht. Es folgten weitere lange Aufenthalte, in denen Sie die Menschen und die harten Lebensbedingungen in dieser entlegensten Region des Hochgebirges kennenlernte. Erst seit dem Jahr 2003 kann das Dorf über eine abenteuerliche Piste durch die Schlucht des Shimshal-Flusses erreicht werden.

Es hatte gedauert, bis man auch in Shimshal bemerkte, dass man sich als Träger bei den Expeditionen zu den hohen Gipfeln ein Zubrot verdienen konnte. In das Shimshal-Tal selbst kam so gut wie keine Expedition, obwohl unmittelbar im Süden des Tales die hohen Siebentausender des Hispar Muztagh stehen. Hauptziele der Expeditionen waren und sind der Nanga Parbat im Südwesten und die berühmten Gipfel am Baltoro-Gletscher im Südosten. Zunächst waren es in Pakistan hauptsächlich Männer aus den Völkern der Balti und der Hunza, welche sich die Fähigkeiten angeeignet hatten, Lasten auch in die höheren Lager an den Bergen tragen zu können. Nach und nach  erwarben dann auch Männer aus Shimshal das notwendige bergsteigerische Können, womit natürlich auch die Verdienstmöglichkeiten stiegen. Sie wurden HAP's (High altitude porters), deren Aufgaben darin bestanden, Lasten in die Hochlager an den Bergen zu transportieren und beim Erschließen der Routen zu helfen. Die Stärksten von ihnen konnten sich bald durchaus mit den Fähigkeiten vieler ausländischer Expeditionsmitglieder messen, in Bezug auf die Ausdauer waren sie sogar den meisten "Westlern" überlegen. Bei Rettungsaktionen wurden sie zu Helden, und irgendwann standen auch die ersten Shimshali auf den Gipfeln der Achttausender ihres Landes. Einen, zwei oder gar alle 5 dieser höchsten Gipfel haben einige als Erfolg zu vermelden; aber andere hat bei der Ausübung ihres "Nebenjobs" der Tod ereilt.

Christiane Fladt hat viele dieser Männer bzw. ihre Hinterbliebenen befragt. Bei den meisten war dies nur mit Hilfe eines Dolmetschers möglich, denn nennenswerte Englischkenntnisse sind bei den Erwachsenen im Shimshal-Tal eine seltene Ausnahme. Sehr unterschiedliche Charaktere, höchst vielfältige Lebensläufe, gutes oder schlechtes Erinnerungsvermögen, fehlende Dokumentationen, größte Bescheidenheit und Zurückhaltung beim Erzählen oder offensichtliche Übertreibung und Aufschneiderei: all dies waren die Begleitumstände, welche zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen der insgesamt 18 Gespräche beitrugen. Die meisten der Shimshali maßen dem Bergsteigen kaum mehr als die Möglichkeit des Geldverdienens bei. Dies erklärt für die Autorin, dass Vieles von dem Erlebten oft zeitlich nur ungefähr eingeordnet werden konnte oder gar ganz in Vergessenheit geraten war, was sie aber den Erzählungen anderer entnehmen konnte. Bedingt durch die Sprachprobleme wussten die Shimshali natürlich auch nur das von den Expeditionen, was sie unmittelbar miterleben konnten. Nur wenige Expeditionen bezogen ihre Hochträger in engerem Sinne ein.

Einige der Hochträger aus Shimshal habe dramatischen Ereignisse am Berg hautnah miterlebt - die fürchterlichen Tragödien am K2, aber auch viele Unglücke an Broad Peak, den Gasherbrum-Gipfeln und am Nanga Parbat. Sie haben von Rettungsaktionen unter schwierigsten Bedingungen berichtet, sie haben andere in den Tod stürzen sehen, sie mussten Nachrichten vom Tod auch in ihr Dorf bringen. Sie haben aber auch von erfolggekrönten Gipfeltagen an der Spitze von Expeditionen erzählt, an denen sie teilhaben durften. Aber nicht jeder der Shimshali hatte Wert auf den persönlichen Gipfelerfolg gelegt, da es dafür keine zusätzliche Prämie gab.

Die Autorin musste im Zuge ihrer Recherchen feststellen, dass die pakistanischen Bergsteiger es nicht vermocht haben, ihre großen Leistungen in einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg umzumünzen, so wie es den Sherpas in Nepal gelungen ist. Die Zukunft der nachwachsenden Generation sahen alle ihre Gesprächspartner nicht im Bergsteigen, sondern in der Bildung, für die sich seit der Fertigstellung der Zufahrt zum dem Dorf im Jahr 2003 tatsächlich deutlich bessere Möglichkeiten eröffnet haben. Mit dem bei den Expeditionen verdienten Geld haben die Väter die finanzielle Grundlage für die Ausbildung ihrer Kinder geschaffen. Darauf sind sie alle stolz.

Stuttgart, den 24. Mai 2015

Günter Seyfferth


Simone Moro
In Eiseskälte
Die Achttausender im Winter

Piper Verlag GmbH, München 2013
ISBN 978-3-89029-436-0

Gebunden, 250 Seiten
Format: 142 x 222 x 26 mm, 500 Gramm
50 Farbfotos, 1 Landkarte

Preis: Euro 19,99

Der Autor verfügt über eine eigene Website:
http://www.simonemoro.com



















Rezension als PDF-Datei

„Eiseskälte“ – ein Wort alleine kann gar nicht ausdrücken, welchen lebensfeindlichen Verhältnissen sich ein Bergsteiger aussetzt, der sich Besteigungen der Achttausender im Winter vorgenommen hat: Temperaturen von minus dreißig bis minus vierzig Grad. Stürme, welche nicht nur die Kälte ins Unerträgliche steigern, sondern den winzigen Menschen von den Füßen reißen und in den Abgrund schleudern können. Tiefschnee, der jegliches Vorwärtskommen fast unmöglich macht. Von den Stürmen blankgefegte Eisflanken, auf denen die Steigeisen kaum Halt bieten. Lawinen von unvorstellbaren Ausmaßen. Gletscherspalten, die im Tiefschnee nicht mehr zu erkennen sind. Unvorstellbare Auszehrung des Körpers durch Anstrengungen und Kälte. Endloses Warten auf zumindest kurze Pausen in der Wut der Winterstürme.

Was bringt einen Menschen dazu, sich das alles anzutun – zumal bei sehr geringer Aussicht auf Erfolg? Simone Moro sagt dazu: „Ich will einen Alpinismus betreiben, der nicht zwangsläufig einfach nur die Erfahrungen anderer kopiert. Die (leider abgenützten) Worte ‚Abenteuer‘ und ‚Erforschung‘ sind das Fundament, auf dem meine Art, Alpinismus zu leben, basiert. Einige Male bin ich auch auf der Normalroute in einer ‚normalen‘ Jahreszeit auf einen Achttausender gestiegen, aber ich habe dabei immer empfunden, dass das nichts mit Erforschung und Abenteuer zu tun hatte.“ An anderer Stelle bringt er aber auch zum Ausdruck, dass es ihm nicht um den Erfolg oder das Aufstellen neuer Rekorde oder die Leistung geht. „Der Alpinismus, den ich praktiziere, entspringt einer Liebe, einer echten, tief empfundenen Leidenschaft für das, was mich im Innern berührt, was meine Gedanken fliegen und mich die Risiken akzeptieren lässt, die diese Liebe mit sich bringt.“

In den Erzählungen von seinen Winterexpeditionen macht Moro deutlich, dass er schrittweise Erfahrungen hinsichtlich der besonderen Verhältnisse im Winter sammeln musste, um den zusätzlichen Risiken in angemessener – sprich lebenserhaltender Weise begegnen zu können. Dazu zählte das Erlernen von noch mehr Geduld mit der Entwicklung der Wetterverhältnisse, einer besonders großen Leidensfähigkeit und der unbedingten Bereitschaft zum Verzicht. Diesen Weg ist Simone Moro mit ersten Winterexpeditionen  am Aconcagua sowie an den hohen Gipfeln des Pamir und des Tienshan gegangen. Dazwischen aber stand das tragische Ereignis an der Annapurna I, das er mit viel Glück überlebte, in dem aber seine beiden Freunde Anatoli Boukreev und Dimitri Sobolev ums Leben kamen. In Denis Urubko, der als 15. Mensch in der Jahren von 2000 bis 2009 alle 14 Achttausender besteigen sollte, fand  er einen neuen Freund und gleichgesinnten Kletterpartner.

Der größte Teil des Buches ist den Winterexpeditionen in den Jahren 2004 bis 2012 gewidmet. Nach einem Versuch im Jahr 2004 gelang ein Jahr später die erste Winterbesteigung des Shisha Pangma – 17 Jahre nach dem Ende der „Serie“ der Winterbesteigungen von polnischen Expeditionen an Everest (1980), Manaslu, Dhaulagiri I, Cho Oyu, Kangchenjunga, Annapurna I und Lhotse (1988). In den Jahren 2007 und 2008 folgten zwei vergebliche Versuche am Broad Peak. Dann kam im Jahr 2009 die erste Winterbesteigung des Makalu, die viel Aufsehen erregte, sowie im Jahr 2011 die ebenso beachtete erste Winterbesteigung des Gasherbrum II. Mit der Besteigung des Gasherbrum II war erstmals auch einer der Achttausender-Gipfel im nordwestlichen Himalaya im Winter erreicht worden, wo die winterlichen Bedingungen nochmals wesentlich dramatischer sind als im südlicher gelegenen Nepal.

Besonders in den Schilderungen der Expeditionen am Makalu und Gasherbrum II gelingt es dem Autor, dem Leser die fürchterlichen Bedingungen aus Wetter, Höhe, Eis und Schnee deutlich zu machen, die den Bergsteigern im Winter alles abverlangen, was die menschliche Physis und Psyche zu leisten vermag. Ich habe den Eindruck, dass sich Moro dabei sogar noch bescheiden zurückhaltend äußert, um sich nicht dem Vorwurf einer übertriebenen Herausstellung seiner Leistung auszusetzen. Das Erlebte muss von den Protagonisten noch als deutlich härter empfunden worden sein, als es in den Worten des Autors zum Ausdruck kommt. Windverhältnisse zwischen Sturm und Orkan ließen kaum einen Vorstoß in größere Höhen zu. Schließlich eröffnete jeweils nur ein winziges prognostiziertes Zeitfenster mit etwas weniger Sturm die Möglichkeit, um ein letztes Lager einzurichten. Dank bester Vorbereitung und Schnelligkeit erreichte man darüber hinaus dann sogar die Gipfel. Dort allerdings schlug die Wetterfalle zu. Die Rückkehr war der Kampf zurück ins Leben.

Die Achttausender im Winter – ein Buch über die Auseinandersetzung zwischen Mensch und entfesselter Natur.

Stuttgart, den 09.10. 2015

Günter Seyfferth



Richard Sale, Eberhard Jurgalski,
George Rodway:
Herausforderung 8000er

Die höchsten Berge der Welt im
21. Jahrhundert
Menschen - Mythen - Meilensteine

Übersetzung und Bearbeitung:
Jochen Hemmleb

Tyrolia-Verlag, Innsbruck, Wien, 2013
ISBN: 978-3-7022-3294-8

Gebunden, 272 Seiten
Format: 252 x 298 x 26 mm, 2000 Gramm
Sehr viele farbige Abbildungen
Routenskizzen zu allen 8000ern
Besteigungsstatistiken

Preis: Euro 39,95




















































Rezension als PDF-Datei
Die Besteigungsgeschichte der 14 Achttausender ist heute - 118 Jahre nach dem ersten ernsthaften Besteigungsversuch und 63 Jahre nach der ersten Besteigung - nicht mehr in einem einzigen Buch zu fassen. Im Jahr 2000 hatte es Richard Sale zusammen mit John Cleare in seinem Buch "On Top of the World", das auch in deutscher Sprache erschienen war, versucht. Die Autoren mussten sich aber schon damals auf die wesentlichen Ereignisse beschränken, um das sinnvolle Volumen eines Buchbandes nicht zu sprengen. Das jetzt vorliegende Werk ist im Schwerpunkt eine Fortschreibung der Geschichte bis heute - wie es auch der Untertitel andeutet. Aber auch die Erstbesteigungen werden teilweise nochmals in ihren wesentlichen Abläufen aufgegriffen, vor allem dort, wo neue Erkenntnisse seit dem Jahr 2000 eine Korrektur der seitherigen Darstellungen erforderlich machen. Nicht zuletzt sind auch die Auswirkungen des kommerziellen Bergsteigens Gegenstand kritischer Betrachtungen.

Das Buch ist ein opulenter Bildband, der schon alleine deswegen eine herausragende Stellung in der Reihe dieser Art der Bergbücher einnimmt. Es werden insbesondere Bilder präsentiert, die im bisherigen 21. Jahrhundert auf neuen Routen zustande kamen und deren Begehungen als hoch anzuerkennende bergsteigerische Leistungen einzustufen sind. Ja, diese Besteigungen gibt es noch neben den kommerziellen Expeditionen auf den ausgetretenen Routen. Dank der einfach zu handhabenden digitalen Fototechnik werden solche Unternehmungen heutzutage oft selbst in schwierigsten Situationen fotografisch dokumentiert. Das Buch zeigt Bilder der Erstbegeher aus den engeren Bereichen der hohen Gipfel, welche die dortigen Verhältnisse und die von den Bergsteigern zu bewältigenden Probleme besser beschreiben als alle Worte. Natürlich gibt es dabei auch spektakuläre Sichten aus den großen Höhen zu bewundern. Dass uns dieses seltene Bildmaterial der Bergsteiger zugänglich gemacht wird, ist eine der großen Leistungen der Autoren. (Bei der Fülle des Bildmaterials sei den Autoren die falsche Beschriftung zu Seite 67 nachgesehen; das Foto zeigt den Schlaginweit Peak, 5971 m und den Shaigiri, 6245 m südlich des Rupal-Tales.)

Die Kapitel zu den 14 Achttausendern - in der Reihenfolge der Erstbesteigungen geordnet - sind jeweils dreigeteilt:

Der erste Teil beschäftigt sich mit der Erkundung/Erschließung, der Erstbesteigung und einigen weiteren frühen Erstbegehungen - je nach Gipfel und Ereignissen in unterschiedlichem Umfang. Dort sowie in den zugehörigen, per Fußnoten verknüpften Anmerkungen werden auch die neuen Erkenntnisse vermittelt. welche Korrekturen in der bisherigen Geschichtsschreibung erforderlich machen. Was an früheren Berichten geschönt oder falsch war oder gar auf Lügen basierte, ist in einigen Fällen geklärt. In anderen Fällen sind zwar Fragen offen, nichts davon scheint aber im Ausblick auf die Zukunft noch so bedeutend zu sein, als dass nicht diese nüchterne Feststellung genügen würde.

Der zweite Teil der Achttausender-Kapitel enthält Übersichtstabellen zu den Erstbegehungen sowie zugehörige Fotos mit den eingetragenen Routen. Die Tabellen stammen von Eberhard Jurgalski, der sich seit langer Zeit mit den Besteigungen an den Achttausendern beschäftigt. Seine Angaben waren auch Grundlage für das Zeichnen der Routen. Am Schluss des Buches sind noch einige Gesamtstatistiken Jurgalskis zu allen Achttausendern angefügt. Zu diesem Teil der Kapitel muss ich eine sehr persönliche Anmerkung einschieben: Ich selbst habe in den letzten Jahren solche Daten und Informationen zusammengetragen und damit die Grundlage für meine detaillierten Beschreibungen und Routenskizzen aller Erstbegehungen auf meiner Website geschaffen. Ich bin als Rezensent also in der seltenen glücklichen Lage, diese unabhängig zustande gekommenen Darstellungen des Buches auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen und die dahinter stehende Leistung werten zu können. Die Angaben in dem Buch sind aus meiner Kenntnis heraus vollständig und korrekt. Hinter den Arbeitsergebnissen verbirgt sich eine hoch anzuerkennende Leistung aus sehr zeitintensiven Recherchen und Auswertungen. Nicht immer sind ausreichend detaillierte Berichte der Protagonisten verfügbar, was eine zuverlässige Gesamtdarstellung zusätzlich erschwert. Der Wert der Tabellen zu den Erstbegehungen wäre allerdings größer, wenn auch die Quellen angegeben wären; diese sind nur bedingt in den Texten zu finden.

Der jeweils dritte Teil der Achttausender-Kapitel ist überschrieben mit "Das neue Jahrtausend". Hier finden sich die Kurzbeschreibungen der wichtigsten neueren Begehungen und einiger dramatischer Ereignisse - und vor allem die herausragenden Fotos (siehe oben)!  Auch das kommerzielle Bergsteigen, das viele Veränderungen im Höhenbergsteigen mit sich gebracht hat, ist Gegenstand der Schilderungen zur neueren Zeit. Die Autoren greifen dabei Auswüchse wie lebensgefährdende Plünderungen von Hochlagern, handgreifliche Auseinandersetzungen sowie die Verweigerung von lebensrettenden Maßnahmen auf, versäumen aber andererseits nicht, auf positive Beispiele der selbstlosen Hilfsbereitschaft hinzuweisen, mit denen sich Bergsteiger gegen den Trend der Verrohung der Sitten zu stemmen versuchen.

Während der Bearbeitungsdauer des Buches traten weitere berichtenswerte Ereignisse ein, die in einem Schlusskapitel "Die nächste Dekade" erfasst sind. Diese Jahre 2011 bis 2013 enden u.a. leider mit der Ermordung von 11 Bergsteigern im Basislager des Nanga Parbat durch pakistanische Terroristen. Keine guten Aussichten für die Zukunft, zumindest in Pakistan.

Es ist wichtig und richtig, dass die aktuellen Erkenntnisse zu den Details der Erstbesteigungen der Annapurna I, des Nanga Parbat und des K2 nunmehr ihren Niederschlag wie in diesem Buch gefunden haben, waren die ersten "offiziellen" Berichte doch z.T. mit falschen diskriminierenden Aussagen verbunden. Nur so ist ein Buch als Grundlage für spätere Forschungen und Fortschreibungen geeignet. Richard Sale hätte aber darauf verzichten sollen, im Kapitel zum Broad Peak die Auseinandersetzungen, die seine Veröffentlichungen  "On Top of the World" im Jahr 2000 und "Broad Peak" im Jahr 2004 ausgelöst haben, zum Gegenstand dieses Buches zu machen. Eine ausgewogene Würdigung der Leistung der vier Erstbesteiger wäre sicher auch ohne diesen „Ausflug“ abseits der direkten Sachinformation möglich gewesen. Ohnehin war und bleibt in der Öffentlichkeit unbestritten, dass alle vier Bergsteiger eine große Leistung vollbracht haben und dass Buhl in diesem Fall keine herausragende Stellung eingenommen hat. Auch die vom Autor bemühten Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Seilschaften waren offensichtlich doch nicht so groß, als dass sie den gemeinsamen großen Erfolg hätten verhindern können. Die Geschichte der Erstbesteigung des Broad Peak muss also nicht neu geschrieben werden. Sale hat sich selbst  – vermutlich bedingt durch die persönlichen Auseinandersetzungen - ein zu dramatisches Bild vom Jahr 1957 am Broad Peak gezeichnet.

Auf dem Umschlag des Buches ist zu lesen: "Historisch fundiert, aktuell und detailliert, reich bebildert". Diese Merkmale kann ich - abgesehen von der vorstehenden (nicht ausschlaggebenden) Einschränkung  - nur bestätigen. Wer sich für die Achttausender und ihre Geschichte interessiert, wird den Kauf des Buches nicht bereuen. Andere könnte es neugierig auf ein neues, spannendes Thema machen.

Stuttgart, den 15. Dezember 2013

Günter Seyfferth
Buchtitel Schubert.jpg (191098 Byte)

Pit Schubert
Im Himalaya ist vieles anders

Bergverlag Rother, 2013
ISBN 978-3-7633-7032-0

Gebunden, 224 Seiten
Format: 228 x 287 x 24 mm, 1500 Gramm
Sehr viele farbige Abbildungen,
Übersichtsplan

Preis: Euro 39,90

 

 

 

 

 

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Vorbemerkung: Dieser erzählende Bildband von Pit Schubert befasst sich nur teilweise mit dem Thema meiner Website, den Bergen des Himalaya. Aber in dem Buch wird sehr vieles andere aus der Welt des Himalaya beschrieben, mit dem Bergsteiger und Trekker zwangsläufig in Berührung kommen und auf das ich selbst nicht eingehen kann. Es ist also eine wunderbare Ergänzung zu meiner Website, was für mich ein guter Grund ist, es hier aufzunehmen.
 
Wenn es jemand gibt, der kompetent über die Berge des Himalaya, über die Menschen in diesem Gebirgsraum sowie über deren Kulturen und Religionen schreiben kann, so ist es Pit Schubert. Über 70 Reisen seit 1969, die teilweise mehrere Monate gedauert haben, hat er dorthin unternommen. Dass er dabei auch gerne und gut fotografiert hat, kommt ihm und uns - jetzt zu Gute. Wo nur irgend möglich, lässt Pit Schubert seine Bilder sprechen; Berichte und Erzählungen sind dadurch gut verständlich und kurzweilig. Manches Erlebnis lässt beim Lesen ohnehin keine Langeweile aufkommen, aber auch Kulturen und Religionen werden von Pit Schubert in der Kombination von Wort und Bild lebhaft und leicht lesbar behandelt - humorvolle Betrachtungen eingeschlossen. Wie der Buchtitel schon andeutet, erlebt der Europäer aus seiner Sicht fremdartige und verwunderliche Begebenheiten, vieles für ihn amüsant oder kurios, anderes nachdenklich machend, vor allem aber fast immer anders als zu Hause.

Pit Schubert: auch ein hervorragender Bergsteiger mit zahlreichen Erstbegehungen in den Alpen. Da war es naheliegend, dass er sich auch an Besteigungen im Himalaya wagte. So gelang ihm z.B. im Jahr 1976 zusammen mit Heinz Baumann die Erstbegehung der äußerst schwierigen und gefährlichen Südflanke der Annapurna IV. Er hat dieses Abenteuer nur knapp überlebt.
 

Hoch hinauf geht es in den Kapiteln zur Annapurna IV, zur Geschichte der Bergsteigerin Nanda Devi am Berg Nanda Devi und zu einer Bergrettung am Cho Oyu. Um große Höhen geht es auch, wenn er schildert, wie zeitweise darum gestritten wurde, ob Mount Everest oder K2 in der Rangordnung der höchsten Berge ganz oben zu stehen hätten.
 

Doch der Schwerpunkt des Buches sind die Begegnungen des Autors mit den Menschen im Himalaya bzw. Tibet und mit deren Kulturen und Religionen. Pit Schubert durchstreift nahezu alle Bereiche des Lebens der Bergvölker, mit denen der Bergtourist unterwegs in Berührung kommt. Ein Kaleidoskop von Ereignissen nimmt er als Ansatz, um uns diese andere Welt näher zu bringen. Er hat erlebt, sich gewundert, gestaunt, gefragt. Vieles ließ sich erklären, anderes nicht. Der Bergsteiger oder Trekker mag hauptsächlich wegen der Berge in den Himalaya gehen. Sein Aufenthalt in den Bergen bringt aber zwangsläufig viele Begegnungen mit den dort wohnenden oder beschäftigten Menschen mit sich. Wenn der Fremde Wissen zum Leben und Denken dieser Menschen mitbringt, wenn er etwas über Kulturen und Religionen weiß, werden diese Begegnungen mit Sicherheit interessanter, intensiver, aufschlussreicher, lehrreicher - und nicht zuletzt - schöner sein. Pit Schuberts Buch ist das geeignete Hilfsmittel, um sich in unterhaltender Art und Weise vorzubereiten und damit die aufwändige Reise zu einem noch beeindruckenderen Erlebnis zu machen. Aber auch der Freund der Berge, der keine Reiseabsichten hat, wird mit Interesse und Freude lesen, was dem Fremden in dieser Welt so alles an ungewohnten Dingen begegnet. 

Stuttgart, den 30. Oktober 2013

Günter Seyfferth

Es gibt eine Reihe von anderen Veröffentlichungen von Pit Schubert. Eine Übersicht erhalten Sie, wenn Sie beim Bergverlag Rother (http://www.rother.de/index.htm) unter dem Stichwort "Pit Schubert" suchen oder wenn Sie hier klicken.

Buchtitel Heichel.jpg (1305441 Byte)

Wolfgang Heichel
Nanga Parbat
Chronik der Erschließung des Nanga Parbat und seiner näheren Umgebung

Eigenverlag
ISBN 978-3-00-040476-9

Gebunden, 415 Seiten
Format: 215 x 300 x 27 mm, 2050 Gramm
446 (!) Abbildungen: historische Bilder in schwarz-weiß, neuere Bilder in Farbe
Landkarten, Routenskizzen
Umfangreiche Bibliographie

Preis: Euro 39,95 zuzügl. Versandkosten

Bestellung beim Autor Wolfgang Heichel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Es sei vorweggenommen: Es gibt keine umfangreichere und vollständigere Dokumentation zur Erschließung und Besteigungsgeschichte des Nanga Parbat und der Berge in seiner Umgebung als dieses Buch. Es sind alle Expeditionen berücksichtigt, viele davon sind ausführlich beschrieben, die Topografie ist vollständig mit Landkarten, Bildern und beschrifteten Panorama-Fotos erklärt.

Die Zahl der Expeditionen zu den Achttausendern und die Zahl der Besteigungen ist seit den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts sprunghaft angestiegen. Das gilt auch für den Nanga Parbat. Entsprechend anspruchsvoll ist die Aufgabe, die sich ein Autor stellt, der die Geschichte eines dieser Berge bis zum heutigen Tag niederschreiben und dokumentieren will. Wolfgang Heichel hatte mit dem Nanga Parbat insofern einen Vorteil, als dass die Schwierigkeiten und Gefahren dieses Berges der Zahl der Gipfelaspiranten mit Erfolgsaus-
sichten relativ enge Grenzen setzen. So ging es um eine Zahl von Unternehmungen, die - wenn auch mit Mühe - gerade noch zu bewältigen war. Andererseits stellt der "Schicksalsberg der Deutschen" mit seinen dramatischen Unglücken und Folgeereignissen eine besondere Herausforderung für den Chronisten dar, kann er doch gar nicht alles in ein Buch zwängen, was anderswo Tausende von Seiten in Büchern, Zeitschriften, Briefen und Gerichtsakten gefüllt hat.

Die bekannte Geschichte des Nanga Parbat umfasst rund zwei Jahrhunderte. Obwohl die Berichte über die Unternehmungen im 19. Jahrhundert nur schwer aufzufinden sind, ist es Wolfgang Heichel gelungen, die wichtigen Dokumente dieser Zeit zusammenzutragen: historische Berichte, Kartenskizzen, Zeichnungen. Der Höhepunkt dieses Teils des Buches ist der Bericht über die Expedition von Albert Mummery im Jahr 1895, der den ersten Besteigungsversuch am Nanga Parbat unternahm und anschließend mit zwei Helfern am Berg spurlos verschwand. Bevor Wolfgang Heichel zu den Expeditionen an bestimmten Flanken des Berges kommt, dokumentiert er weitere Expeditionen, die sich dem Gebirgsstocks als Ganzes oder seiner Umgebung gewidmet hatten. Hier und auch bei den folgend beschriebenen Expeditionen an bestimmten Bergflanken ist der Anhang des Buches nützlich, der mit Landkarten, Gipfellisten und Panorama-Fotos die topografischen Verhältnisse deutlich macht.

Die Expeditionen, die mit dem Ziel der Gipfelbesteigung durchgeführt wurden, sind gemäß der vier Bergflanken Nord (Rakhiot-Flanke), West (Diamir-Flanke), Süd (Rupal-Flanke) und Ost (Chongra-Flanke) geordnet. Viele dieser Unternehmungen sind mit Original-Berichten, eigenen Erläuterungen, Fotos älteren und neueren Datums sowie mit in Fotos eingetragenen Routenverläufen dokumentiert. In der Kombination dieser Hilfsmittel ist es dem Autor gelungen, die Ereignisse in ihrem wesentlichen Zügen so darzustellen, dass sie für jeden Leser, also nicht nur für den Spezialisten, verständlich sind. Die eingeflochtenen Original-Berichte der Bergsteiger selbst vermitteln einen besonders lebhaften Eindruck von den besonders schwierigen und oft kritischen Situationen am Berg.

Schwerpunkte der Expeditionsberichte sind natürlich die deutschen Expeditionen der 1930er-Jahre, von denen zwei mit fürchterlichen Unglücken endeten, die Erstbesteigung im Jahr 1953, die erste Besteigung durch die Diamir-Flanke im Jahr 1962, die Erstbesteigung durch die Rupalflanke im Jahr 1970, die erste Besteigung im Alleingang 1978. Aber auch Aufsehen erregende Expeditionen aus jüngerer Zeit, die meist mit Eröffnung neuer Routen verbunden waren, werden ausführlich gewürdigt, als da sind: die erste Besteigung des Nordgipfels, weitere neue Erschließungen im nördlichen Bereich der Diamir-Flanke, die sächsische Expedition von 2004 mit ihren dramatischen Ereignissen, die erste Überschreitung des Mazeno-Kammes im Jahr 2008, die erste Besteigung durch die Nordwestflanke im Jahr 2009, die Besteigung über eine neue Route in der südwestlichen Rupalflanke im Jahr 1976, die Erstbegehungen an weiteren Pfeilern der Rupalwand in den Jahren 1982, 1985, 2004 und 2005, die Erstbesteigung über Mazeno-Kamm und Südwestgrat im Jahr 2012. Viele weitere Unternehmungen - oft interessante Wiederholungen mit Routenvarianten - sind in Wort und Bild gewürdigt. In Summe: alle Expeditionen - mit oder ohne Gipfelerfolg - sind aufgeführt. Die Teilnehmer sind benannt, soweit sie der Autor irgendwie in Erfahrung bringen konnte. Auch neuere Expeditionen zu den Bergen in der Umgebung des Nanga Parbat sind aufgenommen. Vor allem die interessante Bergwelt im Süden des Nanga Parbat mit einer Reihe von Sechstausendern wird dadurch (endlich) vorgestellt und begreifbar gemacht.

Auf eine weitere hervorzuhebende Leistung des Autors sei hingewiesen: Aus den vielen Bildern, fotografiert von den Routen der einzelnen Bergflanken oder aus der näheren oder weiteren Umgebung, ergibt sich ein vollständiges Bild des mächtigen Gebirgsstocks. Mit den Nummerierungen der Erhebungen in Karten und Bildern wird die wichtige Frage zu den Fotos beantwortet "was ist was" - selbst bei den unbenannten Gipfeln. Die Vielzahl der Bilder von der Gipfelzone des Nanga Parbat - von allen Flanken, oft mit eingetragenen Routen und Routenvarianten - erklärt sogar diesen Bereich des Berges, der am Nanga Parbat besonders komplex ist und der so selten fotografiert wurde.

Nicht zuletzt ist bewundernswert, in welchem Umfang Wolfgang Heichel Dokumente aus der ganzen Welt zusammengetragen hat. Wer ähnliches versucht hat, weiß, wie mühsam diese Arbeit ist.

Stuttgart, den 22.Juli 2013

Günter Seyfferth

Vom Autor Wolfgang Heichel gibt es folgende weiteren Chroniken (Bestellung beim Autor):

- Chronik der Erschließung des Karakorum - Teil I - Western Karakorum
  342 Seiten, Paperback, Großformat, detaillierte Landkarten, Fotos, Gipfellisten

- Chronik der Erschließung des Karakorum - Teil II - Central Karakorum I
  464 Seiten, Paperback, Großformat, detaillierte Landkarten, Fotos, Gipfellisten

Buchtitel Dujmovits-Kaltenbrunner.jpg (149320 Byte)

Gerlinde Kaltenbrunner/Ralf Dujmovits
2 x 14 Achttausender

Bruckmann Verlag GmbH, 2012
ISBN 978-3-7654-6093-7

Gebunden, 160 Seiten
Format: 300 x 240 x 20 mm, 1325 Gramm
161 Farbfotos, viele im Großformat über 2 Seiten, 2 ausklappbare Panoramafotos

Preis: Euro 39,95

Die Autoren verfügen über eigene Websites:

- http://www.gerlinde-kaltenbrunner.at/
-
http://www.ralf-dujmovits.de/ 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Ehepaar Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits hat einen ganz außergewöhnlichen Rekord im Höhenbergsteigen aufgestellt: Beide Ehepartner haben die Gipfel aller 14 Achttausender erreicht. Das hat noch kein Ehepaar vor ihnen geschafft. Der Korrektheit halber muss vermerkt werden, dass sie nicht alle diese Gipfel gemeinsam erreicht haben. Die beiden Berufsbergsteiger (die Österreicherin und der Deutsche) haben sich im Jahr 2002 am Manaslu kennengelernt; da hatte Ralf Dujmovits bereits 8 der Achttausender bestiegen, Gerlinde Kaltenbrunner 4. Aber auf den Gipfeln von Annapurna I, Gasherbrum I, Shisha Pangma, Kangchenjunga, Broad Peak und Lhotse durften sie sich gegenseitig beglückwünschen. Gerlinde Kaltenbrunner hat sogar eine weitere Bestmarke gesetzt: Als erste Frau hat sie alle 14 Achttausender ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs bestiegen, als Letzten – nach mehrmaligem Anlauf - den K2 im Jahr 2011. Ralf ist immerhin der 16. Bergsteiger und der erste Deutsche, dem die Besteigung aller 14 Achttausender gelungen ist – vollendet im Jahr 2009 mit der Besteigung des Lhotse.

Sechs der Achttausender haben sie gemeinsam bestiegen, aber auch nach dem Kennenlernen standen sie am Makalu (Ralf) sowie an Gasherbrum II, Dhaulagiri I, Everest und K2 (Gerlinde) ohne ihren Lebens-/Ehepartner am Gipfel. Dem Erzähler Ralf Dujmovits ist es gut gelungen, dem Leser die Unruhe und Anspannung zu vermitteln, welche sie beide erfasste, wenn sie zur selben Zeit an verschiedenen Bergen waren. Per Satellitentelefon versuchte man an den Gipfeltagen Kontakt zu halten, wenn aber der Akku leer war oder eine andere Ursache die Verbindung blockierte, durchlebte der jeweils Wartende ein Gefühlschaos, das fast wahnsinnig machte. Nach einer erneuten unerträglichen Phase der Ungewissheit im Frühjahr 2008 beschlossen sie schließlich, nur noch gemeinsam auf Expedition zu gehen. In diesen Schilderungen liegt eine der Besonderheiten des „erzählenden“ Bildbandes. Die Faszination, welche die spektakuläre Bergwelt auf den Menschen ausübt, und die Gefühle zweier eng verbundener Menschen bei der gefährlichen Besteigung der höchsten Gipfel: Beides zusammen vermittelt ein fesselndes Bild von der Begegnung der Menschen mit der wilden Natur. Die erste Begegnung im Jahr 2002 am Manaslu; da knistert es sogar etwas zwischen den Zeilen – in sehr liebenswürdiger Art und Weise. Aber auch die Konfrontation mit dem Tod gehört zur Welt des Bergsteigens, oft nur schwer verkraftbar.

Die Faszination der Berge des Himalaya – dafür stehen insbesondere die vielen beeindruckenden Bilder des großformatigen Bildbandes. Das Buch beginnt da mit einem „Paukenschlag“: Doppelseitige und zwei ausklappbare dreiseitige Panoramen, letztere vom Gipfel des Lhotse und des K2 mit absolutem Seltenheitswert. Viele weitere ganz- oder doppelseitige Bilder sind ebenfalls wirklich sehenswert. Der mehrjährige Kampf von Gerlinde um den Gipfelerfolg am K2 hat da selbstverständlich seinen besonderen Stellenwert, und damit endet auch das Buch – mit der Besteigung des K2 über den schwierigen und gefährlichen Nordgrat im August 2011, ihrem 14. Achttausender. Weitere Fotografien beleben die Schilderungen der Episoden am Berg oder beim Anmarsch.

Wenn man gute Bilder betrachtet, welche aus großen Höhen gemacht wurden, sollte man sich immer bewusst sein, dass auch die Arbeit dieses Fotografierens eine große Leistung darstellt. Die Sinne des Menschen haben in großen Höhen eigentlich schon genug mit den Schwächen und Nöten des Körpers zu tun, die durch Sauerstoffmangel und Erschöpfung verursacht sind. Da bedarf es für jede Fotografie einer großen zusätzlichen Willensanstrengung. Zudem zählt hier das Gewicht des (guten) Fotoapparates ein Vielfaches gegenüber dem Flachland.

Im Buch sind bei jedem der Achttausender in einer speziellen Kolumne einige Merkmale des Berges in knapper Form festgehalten: Erste Besteigung, erste Frauenbesteigung, erste Winterbesteigung, Datum der Besteigung von Kaltenbrunnner/Dujmovits, Erklärung des Namens, einige besondere Anmerkungen. Der weit überwiegende Teil der Texte ist den persönlichen Erlebnissen gewidmet, natürlich beschränkt auf ausgewählte Episoden, denn eine vollständige Schilderung aller Unternehmungen würde jeden vernünftigen Rahmen sprengen. Das Notwendige zum Verständnis des bisherigen Lebenswerks des Ehepaares Kaltenbrunner/Dujmovits wird aber dennoch zum Ausdruck gebracht. So erlebt man auch den Wandel des jungen und noch leichtsinnigen Bergsteigers Dujmovits zum verantwortlichen und um das Leben anderer besorgten Leiter von Expeditionen. Ohne Zweifel wurde seine Bereitschaft zum Risiko nochmals gedämpft, als Gerlinde Kaltenbrunner in sein Leben trat.
 

Stuttgart, den 13. Oktober 2012
 

Günter Seyfferth

Buchtitel Messner Cho Oyu.jpg (482777 Byte)

Reinhold Messner
Cho Oyu - Göttin des Türkis

Piper Verlag GmbH, München, 2012 (Malik)
ISBN 978-3-89029-417-9

Gebunden, 286 Seiten
Format: 145 x 222 x 28 mm, 500 Gramm
13 Farbfotos, s/w-Fotos
1 doppelseitige Landkarte mit Besteigungsrouten

Preis: Euro 19,99

 

Das Buch ist im Juli 2015 auch als Taschenbuch erschienen:

Reinhold Messner
Cho Oyu - Göttin des Türkis

Piper Verlag GmbH (Malik) , München, 2012 (Malik)
ISBN 978-3-492-40548-5

Paperback, 221 Seiten
Format: 120 x 180 x 15 mm, 320 Gramm
13 Farbfotos, s/w-Fotos
1 doppelseitige Landkarte mit Besteigungsrouten

(Der Inhalt ist weitestgehend identisch mit der gebundenen Version. Lediglich die umfangreiche Liste der Besteiger des Cho Oyu wurde nicht in die Taschenbuchausgabe aufgenommen.)

Preis: Euro 14,99

 

Der Autor verfügt über eine eigene Website:

http://www.reinhold-messner.de
 

Rezension als PDF-Datei

Vorbemerkung:Da ich auf Nachfrage die Kapitel mit der Übersicht über Erkundung, Erstbesteigung und Erstbegehungen neuer Routen verfasst sowie die Eintragungen in der Karte im Buch-Nachsatz beigesteuert habe, bin ich als Rezensent befangen. Ich beschränke mich deshalb im Wesentlichen auf eine Inhaltsübersicht.

Die sog. Normalroute auf den Cho Oyu, mit 8201 m Höhe der sechsthöchste Berg der Erde, gilt unter den Höhenbergsteigern als die Leichteste aller Routen der 14 Achttausender des Himalaya. Entsprechend „überrannt“ wird der Berg von den Bergsteigern aller Länder, seit der Zugang von Tibet offen ist. Mit über 3200 Besteigungen bis zum vergangenen Jahr ist er nach dem Mount Everest der am häufigsten bestiegene 8000er. Betrachtet man aber den zeitlichen Verlauf der Besteigungen, so fällt auf, dass die Besteigung von Reinhold Messner, Michl Dacher und Hans Kammerlander am 5. Mai 1983 erst den 4. Gipfelerfolg markiert. Innerhalb der 29 Jahre seit der Erstbesteigung im Jahr 1954 waren damit erst 10 Menschen am Gipfel gewesen. Erst ab dem Jahr 1985 mit der Öffnung des Zugangs von Tibet stieg die Zahl der Gipfelbezwinger auf über 10 pro Jahr. Derzeit kann es sein, dass sich an einem einzigen Tag mehr als 100 Menschen am Gipfel einfinden.

Außerhalb der sog. Normalroute, welche in der Nordwestflanke des Berges, also auf chinesischem Staatsgebiet verläuft, gibt es am Cho Oyu eine Reihe anderer Routen, die aber aufgrund ihrer Schwierigkeiten und Gefahren nur im Blickfeld weniger Spitzenbergsteiger stehen und die auch nur wenig bekannt sind. Im Dezember 1982 versuchte Reinhold Messner mit einer kleinen Expedition die erste Winter-Durchsteigung der schwierigen und äußerst gefährlichen Südostwand. Sie kämpften nicht nur gegen die großen objektiven Gefahren dieser wilden Bergflanke, sondern auch gegen extreme Winterstürme und große Kälte. Auf 7600 m Höhe wurden die Bergsteiger von grundlosem Tiefschnee und extremer Lawinengefahr zur Umkehr gezwungen.

Im folgenden Frühjahr kehrte Messner mit Michl Dacher und Hans Kammerlander zum Berg zurück. Man versuchte, einen Eindruck von dem auch heute noch unbezwungenen langen Südwestgrat zu gewinnen, katastrophale Wetterbedingungen ließen aber nicht einmal eine vernünftige Sicht auf diesen Grat zu. Sie gingen weiter in Richtung des berühmten 5716 m hohen Grenzpasses Nangpa La. Über diesen Pass ist der Volksstamm der Sherpas vor rund 500 Jahren von Tibet kommend in sein heutiges Siedlungsgebiet Solo-Khumbu eingewandert. Das Buch gibt einen kleinen Einblick in diese Wanderung und versucht eine Erklärung. Die Überlieferungen lassen allerdings vieles offen.

Wegen zahlreicher illegaler Überschreitungen des Nangpa La, war inzwischen sogar der Zugang zum Pass verboten. Messner hatte seine Genehmigung im Jahr 1983 wohl nur seiner Berühmtheit zu verdanken, aber auch er durfte den Pass nicht überschreiten. Man fand einen Ausweg über eine unscheinbare Scharte im Bergkamm zwischen Nangpa La und Cho Oyu und erreichte so die Westflanke des Berges. Dass sich die Bergsteiger auch dort auf chinesischem Staatsgebiet befanden, war damals noch nicht so klar wie heute. Messner, Dacher und Kammerlander waren aber dennoch froh, dass sie bei der Durchsteigung der unteren Westflanke nicht gesehen werden konnten und weiter oben nur noch fast unsichtbare Pünktchen in der riesigen Bergflanke waren. Ab 6700 m bewegten sie sich auf der heutigen Normalroute. Es war eine Besteigung im klassischen alpinen Stil; für Messner war es der zehnte Achttausender.

Die wirren Verhältnisse um den Grenzverlauf beschäftigten auch bereits die Briten bei ihrem Besteigungsversuch im Jahr 1952 und die Erstbesteiger Herbert Tichy und Sepp Jöchler (Österreich) mit dem Sherpa Pasang Dawa Lama. Alle waren in Sorge, von chinesischen Grenzsoldaten entdeckt zu werden. Messner ist voller Bewunderung für die Leistung, welche die - für damalige Verhältnisse - winzige Expedition der Österreicher im Oktober 1954 mit der Erstbesteigung des Cho Oyu vollbracht hat - ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs. So widmet er ein Kapitel dieser Expedition und lässt den Leser an dieser wirklich bewundernswerten Besteigung teilhaben, deren Erfolg vor allem dem unbändigen Willen und der unglaublichen Ausdauer des Sherpas Pasang Dawa zu verdanken ist. In einem anderen Kapitel berichtet Edi Koblmüller über die Erstdurchsteigung der Südostwand im Oktober 1978, die dritte Besteigung des Berges.

Messner lässt verschiedene Erzähler zu Wort kommen, so dass unterschiedliche Sichten auf das Wesen von Höhen-Expeditionen und deren Protagonisten deutlich werden. Sein eigener Stil des Erzählens – u.a. gekennzeichnet durch das Einfügen von Zitaten - vermittelt deutlich mehr als die nüchterne Aufzählung von Fakten der einzelnen Expeditionstage. Zur Winterexpedition 1982 hatte er sogar zwei Maler eingeladen und lässt sie aus der Warte des bergsteigerischen Laien vom Fuß des Berges berichten. Es war seine „barocke“ Expedition.

Das Buch befasst sich hauptsächlich mit der Zeit bis zur Besteigung im Jahr 1983. Die Ereignisse um die Erschließung neuer Routen bis heute werden ergänzend in knapper Form festgehalten unter Benennung aller Expeditionsteilnehmer und der für die Angaben verwendeten Quellen. Den Abschluss des Buches bildet die Liste aller Gipfelbesteiger aus der Feder der berühmten Elizabeth Hawley, welche seit vielen Jahren in Kathmandu akribisch die vom Berg zurückkehrenden Expeditionsteilnehmer befragt.

Messner hatte natürlich bereits früher über seine Expeditionen zum Cho Oyu geschrieben. So kann man – einen Teil der Berichte betreffend – von einer Neuauflage sprechen.

Stuttgart, den 22. Oktober 2012

Günter Seyfferth

Buchtitel Kammerlander.jpg (624406 Byte)

Hans Kammerlander mit Walter Lücker
Zurück nach Morgen -
Augenblicke an den 14 Achttausendern

Piper Verlag GmbH, München, 2012 (Malik)
ISBN 978-3-89029-414-8

Gebunden, 340 Seiten
Format: 270 x 298 x 30 mm, 2250 Gramm
230 Farbfotos

Preis: Euro 39,99

Der Autor verfügt über eine eigene Website:

http://www.kammerlander.com/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezension als PDF-Datei

Es gibt bereits mehrere Bücher von Hans Kammerlander. Dieses aber ist sein erster Bildband im Großformat. Es ist ein erzählender Bildband, denn 340 Seiten geben auch ausreichend Raum für Worte. Das Thema sind die 14 Achttausender des Himalaya - aus seiner ganz persönlichen Sicht und mit den von ihm selbst aufgenommenen Bildern. Bei 12 dieser Giganten hat er den Gipfel erreicht - immer ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs. Am Shisha Pangma war er, ohne es zunächst zu wissen, "nur" am Mittelgipfel und damit 19 m unterhalb des Hauptgipfels. Im Nebel hatte er nicht erkannt, dass es noch etwas weiter bergauf geht. Am Manaslu hatte er das fürchterlichste Erlebnis seiner Besteigungen, als innerhalb von 4 Stunden zwei seiner engsten Freunde ums Leben kamen, Friedl Mutschlechner direkt neben ihm vom Blitz erschlagen. Kammerlander ist bisher nicht wieder an diesen Berg zurückgekehrt.

Augenblicke an den 14 Achttausendern": In den Erzählungen hält Kammerlander Ausschnitte aus seinen Erlebnissen an diesen Bergen fest. Die Ereignisse, die ihn am meisten beeindruckt haben, waren Thema von vielen Gesprächen mit seinem Freund und Koautor Walther Lücker, der ihn auf mehreren Expeditionen und zahlreichen Touren in den Heimatbergen begleitet hat. Lücker hat Kammerlanders Erlebnisse also vor dem Hintergrund des starken persönlichen Eindrucks von den Berggiganten aufgenommen, aber auch in guter Kenntnis des Menschen Kammerlander und dessen Grundhaltung zu Natur und Bergsteigen. Daraus sind realitätsnahe und fesselnde Erzählungen geworden, in gutem und flüssigem Stil zu Papier gebracht. Oft sind es Erlebnisse voller Dramatik, welche die Gefahren des Bergsteigens an diesen Gipfeln deutlich machen. Dass auch Höhenbergsteiger nur Menschen sind, die ihre Schwächen haben und dadurch Gefahren oder kuriose Situationen heraufbeschwören, wird nicht verschwiegen.

Nicht jeder veröffentlichende Bergsteiger geht offen damit um, dass ihm andere bei einem Buch geholfen haben. Dass Kammerlander es tut, ehrt ihn. Der Leser kann die Zusammenarbeit nur begrüßen, denn andernfalls hätte er entweder gar nichts oder zumindest weniger in den Händen. Verlangen wir bitte nicht zu viel von einem Höhenbergsteiger! Dass auch Kammerlander erzählen und Erlebtes deutlich machen kann, beweist er in seinen Vorträgen.

Kammerlander widmet sich auch den allgemeinen Herausforderungen, welche das Höhenbergsteigen in vielfältiger Weise für den Bergsteiger bereithält. Aus der Mischung von persönlichen Erlebnissen und den Beschreibungen der extremen Anforderungen und Gefahren entsteht ein Bild von der phantastischen Bergwelt des Himalaya und dem dort ausgeübten Extremsport des Höhenbergsteigens, das äußerst beeindruckend und auch für den Laien begreifbar ist. Die Dimensionen der Berge und die Anforderungen an die Menschen, die sich an ihre Grate und Wände wagen: beides wird in diesem Buch tatsächlich "erlebt". Dazu tragen auch die vielen, oft großformatigen Farbbilder bei. Es ist eine Bergwelt, die man auch optisch aufnehmen muss, um die Faszination, welche sie auf die Menschen ausübt, zu verspüren. Dazu gibt das Buch als Bildband gute Gelegenheit.

Kammerlander hat seine ersten 7 Achttausender zusammen mit Reinhold Messner bestiegen. Als er von diesem erstmals im Jahr 1982 zu einer Expedition am Cho Oyu eingeladen wurde, war er mit seinen 26 Jahren zwar ein erfahrener Kletterer, aber ohne Kenntnisse vom Bergsteigen in den ganz großen Höhen. So wurden es erste, sehr lehrreiche und nützliche Jahre. Kammerlander wurde schnell aber auch ein wichtiger Partner für Messner, auf den dieser vertrauen konnte. Im anderen Fall hätte er nicht zusammen mit Kammerlander die Doppelüberschreitung von Gasherbrum II und Gasherbrum I ohne Zwischenabstieg ins Basislager im Jahr 1984 gewagt. Es entstand eine Partnerschaft, die diese und weitere Höchstleistungen ermöglichte: Nordwestwand der Annapurna I, Dhaulagiri I nur 3 Wochen später. Als sie dann im Herbst 1986 den Makalu und den Lhotse bestiegen hatten, war der ganz große Anreiz des Himalaya für Messner Vergangenheit; er hatte als erster Mensch alle 14 Achttausender bestiegen.

Es dauerte eine Weile, bis Kammerlander sein eigenes "Unternehmen Himalaya" aufgebaut hatte. 1990 Nanga Parbat, dann das schreckliche Erlebnis am Manaslu im Jahr 1991. Drei Jahre dauerte es, bis sich Kammerlander zu einer neuen Expedition in den Himalaya durchringen konnte. 1994 Broad Peak, 1996 Shisha Pangma und anschließend Everest-Nordflanke mit erster Ski-Abfahrt vom höchsten Berg der Erde. Ja, er hatte seine Skier auf den Gipfel hinaufgeschleppt, um diesen Plan zu verwirklichen. Nur 16 Stunden hatte er dafür vom vorgeschobenen Basislager aus gebraucht. Jetzt am Gipfel aber – er steht ganz alleine da oben - packen ihn Zweifel, ja Angst. Die Alternative ist verlockend: der überschaubare Abstieg zu Fuß bei guten Verhältnissen. Die Seelennöte Kammerlanders in diesen Minuten vor der Entscheidung werden mit den Worten Lückers so deutlich, dass der Leser versucht ist zu sagen; Lass es, geh den sicheren Weg! Und dann rutscht und fährt Kammerlander hinunter.

1998 erreicht er den Gipfel des Kangchenjunga und macht dort seinen berühmten Kopfstand, von seinem Kameraden Konrad Auer fotografiert. Am dritthöchsten Berg der Erde wiederfährt ihm etwas, was ihm bisher erspart geblieben war, aber nun seine weiteren Pläne vollkommen über den Haufen wirft. Er zieht sich schwere Erfrierungen an den Füßen zu und kommt nur dank eines Rettungsfluges per Hubschrauber und sofortiger Heimreise um Amputationen herum. Abgesehen vom Albtraum Manaslu war jetzt nur noch der K2 sein unerreichtes Ziel unter den Achttausendern. Nach einem Jahr der Rekonvaleszenz ist er 1999 mit Konrad Auer am zweithöchsten und schwierigsten der Achttausender – und scheitert. Im Sommer 2000 sind die beiden wieder dort und reisen in einer nicht enden wollenden Schlechtwetterperiode wieder ab. Schließlich - am 22. Juli 2001 – steht Hans Kammerlander zusammen mit Jean- Christophe Lafaille auf dem Gipfel des K2. Und damit endet auch das Buch.Zu erwähnen ist noch, dass in dem Buch zu jedem der Achttausender die Chronik ausgewählter wichtiger Ereignisse zu finden ist.

Stuttgart, den 24.10.2012

Günter Seyfferth

Buchtitel Mantovani Everest.jpg (566536 Byte) Roberto Mantovani:

Mount Everest
Die Bezwingung eines Giganten

Mit einem Vorwort von Kurt Diemberger

White Star Verlag, Vercelli (Italien), 2012
ISBN 978-88-6312-116-2

Gebunden, 184 Seiten
Format: 240 x 328 x 20 mm, 1500 Gramm
237 Farbfotos, viele im Großformat
über 1 oder 2 Seiten,

115 historische s/w-Fotos, 8 historische Landkarten,
1 ganzseitige aktuelle Landkarte

Preis: Euro 35,00

 

 

 

 

 


 

Rezension als PDF-Datei

Ein Buch, welches sich mit der Geschichte der Besteigungen eines Berges befasst und aktuell sein soll, muss gelegentlich fortgeschrieben werden. So ist dieses, bereits durch sein Äußeres beeindruckende Buch über die Besteigungsgeschichte des Mount Everest eine Neuauflage des erstmals 1995 erschienen Werkes – jetzt aktualisiert in Wort und Bild bis zum Jahr 2011.

Der Mount Everest fasziniert sowohl Bergsteiger als auch Nichtbergsteiger – seit seiner Entdeckung im Jahr 1852 bis heute. Zunächst, nachdem Nord- und Südpol erreicht worden waren, war der Gipfel des höchsten Berges der Erde das noch nicht eroberte geographische Ziel schlechthin, mit dem ein Forscher, in diesem Fall ein Bergsteiger, zu höchstem Weltruhm kommen konnte. Von 1921 bis 1952 kämpften Briten und zuletzt Schweizer darum, die Erstbesteiger zu sein, wobei bis heute die Ereignisse um Mallory und Irvine aus dem Jahr 1924 nicht abschließend geklärt sind. 1953 standen schließlich der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay als Teilnehmer an einer britischen Expedition als erste Menschen auf dem Gipfel des Mount Everest. Dann folgten die hoch anzuerkennenden Pionierleistungen auf neuen Besteigungsrouten an Graten und Wänden. Fast alle denkbaren Routen wurden inzwischen gegangen; die meisten allerdings bleiben auch heute den wirklichen Könnern des Höhen-Bergsteigens vorbehalten. 1978 gelang Peter Habeler und Reinhold Messner die erste Besteigung des Mount Everest ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs – ebenso eine Weltsensation wie Messners Alleingang im Jahr 1980. Inzwischen haben Tausende - meist als geführte Bergtouristen mit ihren Sherpas als unverzichtbare Routenvorbereiter, Führer, Lastenträger und Lebensretter - den Gipfel erreicht. Sensationsgier treibt die Menschen an ihre Grenzen und darüber hinaus. Man muss oben gewesen sein, man muss der Jüngste, der Älteste, der Schnellste, der erste Blinde, der erste Beinamputierte, der erste Skiabfahrer, der erste Gleitschirmflieger etc. gewesen sein – vom Berg zurückgekehrt oder auch nicht. Vor allem auf den beiden sog. Normalrouten von Norden und von Süden sind viele Bergsteiger ums Leben gekommen. Gipfeltage sind von aufsteigenden Menschenschlangen und Staus an schwierigen Passagen geprägt. Die erfahrenen Himalaya-Alpinisten sind auf diesen überlaufenen Routen kaum mehr anzutreffen.

All diese Phasen des Alpinismus am Mount Everest – die Entdeckung, die Erkundung, die Besteigungsversuche, die Erstbesteigung, die Erstbegehungen anderer Routen, den Besteigungstourismus sowie dessen Auswüchse erfasst der Autor in seinem großformatigen und großartigen Buch. Er tut es in einer bestechend gelungenen Kombination von Wort und Bild. Das sehr umfangreiche Bildmaterial vermittelt spektakuläre Sichten auf die Flanken des riesigen Berges, auf dessen Grate, auf seine Gletscher. Die ausgewählten Bilder von den besonderen Ereignissen vermitteln zusammen mit den übersichtlichen Texten, welche Schwierigkeiten zu bewältigen waren und welche bergsteigerischen Leistungen erbracht wurden. Es liegt in der Natur der Sache, dass erst ein wiederholtes Studium der Bilder, Karten und Texte ein schlüssiges Gesamtbild vom Mount Everest und seiner Geschichte vermitteln kann. Die Ausmaße dieses Berges sind zu ungewöhnlich, die topographischen Gegebenheiten und Ereignisse an den Flanken und Graten zu unterschiedlich, als dass all das zugehörige Material auf einen ersten Blick in jeglicher Art von Zusammenhang erfasst werden könnte. Einer der großen Vorzüge des Buches ist es aber, dass es dem Leser und Betrachter genau dieses gewünschte Gesamtbild von diesem Giganten des Himalaya und seiner Geschichte zu vermitteln vermag, ohne dass er andere Bücher oder Karten zu Hilfe nehmen muss. Es gibt nur wenige Bücher der Everest-Literatur, die eben solches zu leisten vermögen. Die Spannung beim zweiten oder dritten Lesedurchgang und Bildstudium lässt nicht nach. Im Gegenteil: Man nimmt schon Gelesenes im Zusammenhang auf und fügt die optischen Einzeleindrücke mehr und mehr zum einem äußerst beeindruckenden Gesamtbild zusammen – dem Mount Everest als Giganten der Berge und seine Besteigungsgeschichte als Abbild der Geschichte des Höhenbergsteigens.

Hoch anzuerkennen ist die Leistung des Autoren und des Redaktionsteams, welche mit dem Zusammentragen und der Beschaffung der Veröffentlichungsrechte des umfangreichen Bildmaterials erbracht wurde. Die meisten Bilder konnten nur die Protagonisten des jeweiligen Ereignisses machen; sie haben also „berühmte“ Autoren und sind entsprechend einmalig.

Ein paar Unkorrektheiten bei den Bildbeschriftungen sowie der seitenverkehrte Abdruck des Bildes auf Seite 120/121 sind u. U. der Menge des verwendeten Materials geschuldet; sie sind kein Grund, auf den Kauf des Buches zu verzichten. Ich habe diese kleinen Mängel dem Verlag zur Berücksichtigung bei der nächsten Druckauflage mitgeteilt.

Stuttgart, den 3. Oktober 2012

Günter Seyfferth
Buchtitel Pionier am K2.jpg (34808 Byte)

Charlie Buffet
Pionier am K2 - Jules Jacot-Guillarmod
Entdecker und Fotograf im Himalaya - 1902 - 1905

AS Verlag & Buchkonzept AG, Zürich, 2012
ISBN 978-3-906055-02-2

Gebunden, 152 Seiten
Format: 248 x 305 x 18 mm, 1300 Gramm
ca. 185 s/w-Fotos
1 Landkarte des Baltoro 1: 200.000

Preis: Euro 43,90

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezension als PDF-Datei

Der erste Besteigungsversuch am K2 im Jahr 1902 und der erste Besteigungsversuch am Kangchenjunga im Jahr 1905: Beide Expeditionen sind legendär, einer der Teilnehmer, Aleister Crawley skandalumwittert, die Expedition zum Kangchenjunga beendet in einer Katastrophe. An beiden Expeditionen nahm der Schweizer Arzt und Fotograf Jules Jacot-Guillarmod teil. Dieser außergewöhnliche Mann hatte fast sein gesamtes Leben lang Tagebuch geführt und aus dem Himalaya Tausende Fotografien auf Glasplatten mitgebracht - einzigartige Fotodokumente, die neben den berühmten Fotografien des Italieners Sella zu den wichtigsten Dokumenten der frühen Geschichte des Himalaya zählen.

Der Journalist und Schriftsteller Charlie Buffet erfuhr vor zehn Jahren von der Existenz dieser über 12.000 Fotografien, die gut geordnet in Kisten verpackt waren. Man muss sich vorstellen, welche Mühe es für den Fotografen und seine Träger damals bedeutete, dieses Material sicher nach Europa zu bringen. Dass es so lange der Öffentlichkeit verborgen geblieben war, liegt wohl an den Skandalen, welche der Teilnehmer und Okkultist Crawley ausgelöst hatte und welche die Leistungen von Jacot-Guillarmod vollkommen verdrängt hatten. Bei der Sichtung entdeckte Buffet, dass viele Fotos überlappend aufgenommen waren. Jacot-Guillarmod hatte also bereits daran gedacht, dass man mehrere Fotografien nebeneinander legen und daraus Panoramen machen konnte. Diese Idee ist dann von Buffet und dem Verlag in dem vorliegenden Buch verwirklicht worden.

Charlie Buffet und der AS-Verlag haben mit der Zusammenstellung und Veröffentlichung der wichtigsten Fotografien von Jules Jacot-Guillarmod hervorragendes geleistet. Mit dem Buch haben wir bisher unbekanntes und äußerst aufschlussreiches Bildmaterial aus der Anfangszeit der Besteigungsgeschichte des Himalaya in den Händen. Mit der Beschreibung der beiden Expeditionen anhand der Tagebuchaufzeichnungen von Jacot-Guillarmod erhalten wir ein klareres Bild von den ersten großen Unternehmungen am zweit- und dritthöchsten Berg der Erde. Das Buch eröffnet eine Sicht auf frühe Ereignisse im Himalaya, wie wir sie bisher kaum gekannt haben. Es weckt den Wunsch nach mehr auch von anderen frühen Expeditionen. Die Fotografien, die ja schon mehr als 100 Jahre alt sind, führen uns sogar vor Augen, welche Veränderungen der Klimawandel am Baltoro- und am Yalung-Gletscher bewirkt hat. Wer über aktuelles Vergleichsmaterial verfügt, wird die historischen Aufnahmen auch unter diesem Aspekt sichten und erstaunt sein.

Im Jahr 1902 brach eine kleine internationale Expedition mit 6 Teilnehmern zum K2 im Karakorum auf. Unter den Teilnehmern war neben dem bereits erwähnten Briten Crawley auch der Bergführer Oskar Eckenstein, den Alpinisten als Erfinder der Steigeisen und des Eispickels bekannt. Eckenstein hatte am Concordia-Platz den K2 zum zweiten Mal vor Augen, denn er war bereits Teilnehmer an der Expedition von Martin Conway im Jahr 1892 gewesen, die sich aber von dort den Bergen um den oberen Baltoro-Gletscher zugewandt hatte. Jetzt ging man über den Godwin-Austen-Gletscher nach Norden direkt auf den K2 zu und schwenkte an seinem Fuß nach Nordosten in das bisher vollkommen unbekannte obere Gletscherbecken. Am Fuß des später sogenannten Abruzzen-Grates, der Route der Erstbesteiger im Jahr 1954, wurde das Basislager aufgeschlagen. Diesen Grat schätzte man als unbegehbar für die Träger ein und wandte sich dem Nordostgrat zu. Lange Schlechtwetterperioden und Höhenkrankheit setzten den Teilnehmern zu. Die lange Zeit des sehr engen Zusammenlebens in den Zelten erzeugte Gereiztheit und Spannungen. Am Nordostgrat, wo nur eine Höhe von 6600 m erreicht wurde, musste man erkennen, dass man auch hier keine Chance hatte. Ein anschließender Besteigungsversuch am benachbarten Skyang Kangri scheiterte. Crawley tat so gut wie gar nichts, rühmte sich aber später, die Route am Abruzzengrat entdeckt zu haben. So lagen schließlich die Nerven blank, und man ging sich aus dem Weg. Sogar der duldsame Jacot-Guillarmod fand am Schluss fast nur noch bittere Worte.

Umso verwunderlicher ist es, dass Jacot-Guillarmod drei Jahre später wieder mit Aleister Crowley unterwegs war, jetzt zur Südwestflanke des Kangchenjunga. Auf dieser Expedition, bei der am Berg eine Höhe von 6500 m erreichte wurde, erwies sich Crowley als unerträglicher Despot. Und die Expedition endete in einer Katastrophe. Am 28. August verunglückte ein Sherpa tödlich, am 1. Sept. stürzte eine Sechserseilschaft, bestehend aus Jules Jacot Guillarmod, Alexis Pache, Rigo de Righi und drei Sherpas in einer Lawine ab. Pache und die drei Sherpas waren tot. Crawley blieb vollkommen unberührt, reiste ab, während die anderen die Leichen bargen, und beschuldigte später seine Kameraden des Mordes.

Zwei der ersten Expeditionen zu den höchsten Bergen der Erde, bergsteigerisch nicht besonders erfolgreich, äußerst belastet durch zwischenmenschliche Spannungen - und dennoch so erfolgreich in der fotografischen Ausbeute dank der leidenschaftlichen Arbeit von Jules Jacot-Guillarmod. Über 100 Jahre nach dem Geschehen liegt uns ein Buch vor, das uns informiert und uns vor allem dieses großartige fotografische Werk von größter Seltenheit präsentiert.

Stuttgart, den 28. Oktober 2012

Günter Seyfferth

Buchtitel Steck.jpg (339714 Byte)

Ueli Steck mit Karin Steinbach
8000 + - Aufbruch in die Todeszone

Piper Verlag GmbH, München, 2012 (Malik)
ISBN 978-3-89029-407-0

Gebunden, 254 Seiten
Format: 145 x 222 x 26 mm, 500 Gramm
43 Farbfotos
1 Übersichtskarte

Preis: Euro 19,99

Der Autor verfügt über eine eigene Website:

http://www.uelisteck.ch/

 

 


 

 

Rezension als PDF-Datei

Der Schweizer Bergsteiger Ueli Steck ist in Bergsteigerkreisen und weit darüber hinaus durch seine sog. Speed-Klettertouren bekannt geworden. So hat er z.B. im Jahr 2008 die Eiger-Nordwand auf der Route der Erstbesteiger in 2 Stunden und 47 Minuten durchstiegen. Dieser Rekord ist allerdings inzwischen schon wieder unterboten worden. Weitere bekannte Routen in den Alpen hat er ebenfalls in Rekordzeit durchstiegen - immer im Alleingang.

Klettern in Fels und Eis - nach und nach in immer höheren Schwierigkeitsgraden, dann auch das freie Klettern schwieriger Routen: das war Ueli Steck's Leidenschaft in den ersten Bergsteigerjahren, doch im Jahr 2001 entschloss er sich zur Teilnahme an einer Expedition zum Pumori, dem 7145 m hohen Nachbarberg des Mount Everest, weil er eine andere Art der Herausforderung suchte. Zusammen mit Ueli Bühler gelingt ihm die Erstbegehung der Westwand der Pumori - im Alpinstil. Im Jahr 2002 folgt ein Besteigungsversuch am Jannu im Ost-Himalaya mit Erhard Loretan. Nicht nur die bergsteigerischen und psychischen Herausforderungen gefallen ihm, sondern auch die Art, sich diesen großen Bergen zu nähern. Der lange Anmarsch, das Kennenlernen der Bergvölker, der Umgang mit den Trägern, die erzwungene Langsamkeit während der Phase der Akklimatisation, das Leben im Zelt. Es ist ein extremer Gegensatz zu den Wanddurchsteigungen in den Alpen, wo er oft morgens zum Wandfuß kam und mittags oder abends schon wieder zu Hause war. Steck erkennt, dass ihn diese Welt und diese Art des Erlebens auf Dauer mehr befriedigen wird als die Jagd nach Speed-Rekorden, die ohnehin nicht allzu lange Bestand haben.

Und so wächst eine neue Leidenschaft heran: die Giganten des Himalaya und deren Wände. Die Erzählungen des Buches umfassen die Zeit von der ersten Himalaya-Expedition im Jahr 2001 bis zum Jahr 2011. In dieser Zeit vollzieht sich ein Wandel im Bergsteiger und Menschen Steck. Speed-Besteigungen in den Alpen und dann auch im Yosemite-Nationalpark der USA macht er nach wie vor, doch er geht sie bedachter an, um das Risiko zu reduzieren. Steck räumt ein, dass da die Verantwortung für seine Freundin Nicole, die er 2008 heiratete, durchaus eine Rolle gespielt hat. Mit ihr zusammen besteigt er u.a. die Ama Dablam südlich des Everest. Was die Höhe der Gipfel betrifft, geht Steck zunächst mit relativ bescheidenen Zielen in den Himalaya. Die Routen, die er wählt, gehen allerdings an die Grenzen seines bergsteigerischen Könnens: Cholatse Nordwand - erste Solo-Begehung, Taboche-Ostwand - erste Solobegehung, Gasherbrum II Ostgipfel - Erstbegehung der Ostwand, Pumori Westwand - Solobegehung, Tengkangboche Nordwand. Und immer ist er schnell - sehr schnell. Schnelligkeit ist für Steck auch eine Art Lebensversicherung, denn damit ist er den unvermeidlichen Gefahren weniger lang ausgesetzt.

Zwischendurch unternimmt Steck im Jahr 2006 einen Besteigungsversuch an der Annapurna-Südwand, bricht diesen aber nach einem Sturz, den er knapp überlebt, ab. Zwei Jahre später ist er wieder am Fuß der Wand, kommt aber gar nicht an seine Route, denn er muss drei Bergsteigern zu Hilfe kommen, die im rechten Teil der Südwand beim Abstieg vom Ostgrat in 7400 m Höhe in Not geraten sind. Er ist der einzige, der die Bergsteiger überhaupt erreichen kann. Zwei von ihnen gelangen mit Mühe vom Berg herunter, der Dritte stirbt neben Steck im Hochlager. Steck selbst kann sich nur unter größter Anstrengung retten.

So dauert es bis zum Jahr 2009, bis Steck seinen ersten Achttausender besteigt: den Gasherbrum II. Steck ist der Einzige, der in diesem Jahr den Gipfel erreicht. Es folgt im selben Jahr der Makalu. Dann 2011 Shisha Pangma Südwand - erster Solo-Durchstieg, Cho Oyu auf der Normalroute, Versuch am Everest bis 8750 m auf der Nordseite. Den Gipfel des Everest hat er dann im Jahr 2012 von der Südseite her erreicht - ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs.

Es muss eine sehr intensive Zusammenarbeit zwischen Ueli Steck und der Literaturwissenschaftlerin Karin Steinbach - sie ist u.a. spezialisiert auf das Thema des Alpinismus - stattgefunden haben, denn die Erzählungen Stecks wirken, so wie sie für das Buch niedergeschrieben wurden, authentisch - ob es um die Schilderungen des Bergsteigens geht oder um die Sicht des Menschen Steck auf sein Leben und Handeln. Die Erzählungen beginnen mit dem Jahr 2011 am Everest und enden mit dem Jahr 2011 in der Südwand des Shisha Pangma. Dazwischen spannt sich der Bogen der Erlebnisse aus den zurückliegenden 10 Bergsteigerjahren.

Stuttgart, den 31. Oktober 2012

Günter Seyfferth

Buchtitel Diemberger.jpg (1418019 Byte)

Kurt Diemberger:

Unterwegs zwischen Null und Achttausend
Bilder aus meinem Leben

AS Verlag & Buchkonzept AG. Zürich, 2012
ISBN 978-3-909111-92-3

Gebunden, 240 Seiten
Format: 220 x 277 x 25 mm, 1300 Gramm
204 Farbfotos, 71 s/w-Fotos, 3 Skizzen
 

Preis: Euro 43,90

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezension als PDF-Datei

Am 18. März 2012 hat Kurt Diemberger seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert. Kurt Diemberger – heute meist in Bologna lebende Legende des Bergsteigens, Buchautor, Filmemacher, Erzähler, Fotograf, usw.. Da reicht ein Buch für einen umfassenden Rückblick gar nicht aus. Dennoch vermittelt dieses Buch eine beeindruckte Einsicht in ein Leben, das von dem Wunsch nach intensiven und besonderen Erlebnissen bestimmt war. Als „Bilder aus meinem Leben“ schildert Diemberger zunächst die Episoden, Erlebnisse, Abenteuer, die bestimmend für seine Entwicklung als junger Bergsteiger waren. Dann folgen seine wichtigsten Expeditionen in den Himalaya und in andere entlegene Gegenden der Erde. Mit seinem Talent des Erzählens lässt er uns miterleben, mit seinem umfangreichen Bildmaterial bringt er uns „seine“ Welt auch optisch nah.

Kurt Diemberger gehört zu der Generation der Bergsteiger, die das Glück hatte, noch unbestiegene Achttausender erobern zu können. Diemberger ist sogar einer der beiden Bergsteiger, die als Einzige die Erstbesteigung von zwei Achttausendern „verbuchen“ konnten. Der Österreicher Hermann Buhl hatte 1953 den Nanga Parbat und 1957 den Broad Peak bestiegen. Sein Landsmann Diemberger war 1957 ebenfalls am Broad Peak dabei und 1960 bei der Erstbesteigung des Dhaulagigi I erfolgreich. Dass er 1957 die Gelegenheit zur Teilnahme an einer Expedition in den Himalaya bekam, beruhte auf seinen großen bergsteigerischen Erfolgen in den Alpen. Von den dortigen Unternehmungen hat der Autor die Touren aufgegriffen, die einerseits in der Öffentlichkeit Aufsehen erregten und die ihn andererseits auch als Bergfotografen bekannt gemacht haben: Matterhorn, Eiger-Nordwand, Königswand-Direttissima mit Schaumrolle, Peuterey-Grat am Mont Blanc.

Dann 1957 die Expedition zum Broad Peak: Großer Erfolg und Tragik mit tödlichem Ausgang zugleich. Im Alter von 25 Jahren zu den Erstbesteigern eines Achttausenders zu zählen, zusammen mit dem berühmten Hermann Buhl, war die Krönung seines bisherigen Lebens. Dann, 2 1 /2 Wochen später, muss Diemberger den tödlichen Absturz seines Seilgefährten Buhl an der Chogolisa im Karakorum verkraften. Höhepunkt und Tiefpunkt, so nah beieinander! Diese beiden Ereignisse haben Kurt Diemberger immer wieder beschäftigt. Jetzt schildert er beide Besteigungen nochmals in eindrucksvollen Worten und Bildern. Es folgt sein erfolgreiches Himalaya-Jahr 1960. Als Mitglied der Schweizer Expedition steht er am 13. Mai 1960 auf dem Gipfel des Dhaulagiri I. Der 13. der 14 Achttausender ist jetzt bestiegen, und Diemberger hat seine zweite Erstbesteigung eines Achttausenders „in der Tasche“. Natürlich zeigt der Fotograf Diemberger auch von dieser Expedition beeindruckende Bilder. Zu den Fotomotiven zählt auch das Gletscherflugzeug, das Expeditionsmitglieder und Vorräte auf den 5750 m hohen Nordostsattel brachte und schließlich am Dhampus-Pass verunglückte – mit glimpflichem Ausgang für die beiden Piloten.

Die weiteren Stationen seines Lebens, die Diemberger in dem Buch erzählend und mit vielen Bildern festhält, sind seine Expeditionen in den Hindukush mit Besteigung des Tirich Mir, dann sein Aufenthalt im Westen USA mit Besuchen der Nationalparks sowie ein Filmabenteuer am Orinoko. Aber Diemberger ist ja Bergsteiger aus Passion, und so folgt die zweite große Phase seiner Erlebnisse im Himalaya mit der Erstbesteigung des Shartse im Ostgrat des Lhotse im Jahr 1974 und den Besteigungen von Makalu und Mount Everest im Jahr 1978, beschrieben weniger mit Worten als mit Bildern, wie man sie sonst nur selten oder gar nicht (vom Shartse) zu Gesicht bekommt.

Als Diemberger 1979 in den Karakorum zurückkehrt, fallen ihm als erstes die vielen Menschen auf, die jetzt am Baltoro-Gletscher unterwegs sind. 22 Jahre vorher waren sie mit ihrer kleinen Expedition dort alleine gewesen. Bei der Besteigung des Gasherbrum II entdeckt er ein neues Ziel für seine Unternehmungen, in das ihm die Sicht vom Gipfel ein herrlichen Einblick gewährt: der jenseits der pakistanisch-tibetischen Grenze gelegene Teil des Karakorum mit dem Shaksgam-Tal und den Nord- und Ostflanken der Gasherbrum-Kette, des Broad Peak und des K2. Es ist vollkommen unbewohntes und kaum bekanntes Gebiet mit wilden und ungewöhnlichen Gletschern. Im Jahr 1979 ist die chinesische Grenze noch geschlossen, aber 1982 ist Diemberger dort mit einer kleinen Erkundungsexpedition unterwegs. Er ist äußerst beindruckt von der Wildheit und Einsamkeit dieser Gebirgswelt; so beeindruckt, dass er noch weitere sechsmal dorthin gehen wird.

>Aber zum zweiten Mal wird ihn im Karakorum ein schwerer Schicksalsschlag treffen. 1983 hatte er beim Drehen eines Films am Nanga Parbat die Engländerin Julie Tullis kennengelernt. Auch sie ist Bergsteigerin und filmt. Mit dem Film am Nanga Parbat sind sie als Team bekannt geworden und werden zur Teilnahme an der italienischen Expedition zur Nordflanke des K2 eingeladen. Sie kommen bis auf 8000 m Höhe trotz schwerer Filmarbeit. 1984 besteigen sie gemeinsam den Broad Peak auf der Route der Erstbesteiger; Diemberger steht also 27 Jahre nach seiner Erstbesteigung nochmals auf diesem Gipfel. Im großen Unglückjahr 1986 besteigen Diemberger und Tullis den K2 über den Abruzzengrat. Auf dem Abstieg stirbt Julie Tullis im Hochlager auf fast 8000 m Höhe, zusammen mit anderen von einem mehrtägigen Höhensturm dort festgehalten. Nur Willi Bauer und Kurt Diemberger entkommen dem Inferno, Diemberger mit schweren Erfrierungen. Um das Erlebte zu verarbeiten, kehrt er in den Folgejahren immer wieder in den Karakorum zurück, nicht mehr, um hohe Berge zu besteigen, sondern um Unbekanntes – vor allem im Shaksgam-Tal – zu erkunden.

Rückblicke auf seine vielfältigen Tätigkeiten - im ursprünglich erlernten Beruf, als Autor, als Vortragender, als Filmer, als Fotograf, als Ausstellungsmacher usw. – enthält das vorletzte Kapitel. Im Letzten beantwortet Diemberger die Frage „Wo bin ich daheim?“ mit der jetzt nicht mehr überraschenden Antwort: „An vielen Orten der Welt“ - weitere Bilder inklusive.

Stuttgart, den 20. Dezember 2012

Günter Seyfferth
Buchtitel Graham Bowley.jpg (901971 Byte)

Graham Bowley
Kein Weg zurück
Leben und Sterben am K2

Piper Verlag GmbH, München, 2011 (Malik)
ISBN 978-3-89029-390-5

Gebunden, 320 Seiten
Format: 145 x 220 x 30 mm, 550 Gramm
36 Farbfotos, eine Karte

Preis: Euro 19,95

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezension als PDF-Datei

Am 1./2. August 2008 geschieht in der Gipfelzone des K2 eines der größten Unglücke in der Geschichte der Besteigung der Achttausender. Insgesamt 11 Bergsteiger kommen innerhalb von 24 Stunden ums Leben. Andere können sich nur unter verzweifelten Anstrengungen retten, erleiden aber schwere Erfrierungen an Füßen und Händen. Der Autor und Journalist Graham Bowley, der selbst kein Bergsteiger ist, hat zahllose Gespräche mit Augenzeugen sowie mit Weggefährten und Angehörigen der Verunglückten geführt und zeichnet in dem lesenswerten Buch ein weitgehend vollständiges, genaues und plausibles Bild der Ereignisse. Die Dramatik der Geschehnisse hält an, bis die letzten Bergsteiger wieder ins Basislager zurückgekehrt sind. Entsprechend spannend ist die Handlung von der ersten bis zur letzten Seite des Buches.

In der Nacht zum 1. August brechen etwa 30 Bergsteiger, darunter 2 Frauen, vom Lager 4 auf 7800 m Höhe an der sog. Schulter zum Gipfel des K2 (8611 m) auf. Es sind Teilnehmer verschiedener Expeditionen, die entweder über den Abruzzengrat oder die Cesen-Route hierher aufgestiegen sind. Einen solchen "Massen-Aufbruch" hatte es am K2 vorher noch nie gegeben. An sich hätte eine Vorausmannschaft um 22 Uhr des 31. Juli - 2 bis 3 Stunden vor den anderen - aufbrechen sollen, um Fixseile im sog. Flaschenhals und in der folgenden Traverse unterhalb des senkrechten Eisabbruchs anzubringen - eine ungewöhnliche Maßnahme am K2! Doch es ist schon nach Mitternacht, bis man endlich losgeht. Man fängt viel zu weit unten mit dem Verlegen der Fixseile an und wird folglich früh von den anderen Teilnehmern eingeholt. Es bildet sich ein Stau, der sich erst um die Mittagszeit auflösen wird. Die ersten Gipfelaspiranten kehren um, weil sie erkennen, dass man bei einem Höhengewinn von nur 40 m pro Stunde viel zu spät zum Gipfel kommen wird. Die Mehrzahl scheint sich aber in der Gruppe sicher zu fühlen. Am oberen Ende des Flaschenhalses (8200 m) gehen die Seile aus. Also müssen unten überflüssige Seile entfernt und nach oben gebracht werden. In diesem Hin und Herr stürzen die ersten beiden Bergsteiger tödlich ab. In der gefährlich abschüssigen Traverse geht es extrem langsam weiter. Der Spanier Alberto Zerain löst sich dort gegen Mittag aus der langsamen Kolonne, versichert die Traverse bis zu ihrem oberen Ende (8350 m) und steigt alleine weiter zum Gipfel, den er um 15 Uhr erreicht. Zerain wird der Einzige sein, der noch bei Tageslicht zurück ins Lager 4 finden wird. Es wird dunkel, als die Letzten am Gipfel eintreffen, andere sind zu diesem Zeitpunkt schon wieder im Abstieg. 

Nach ca. 18 Stunden seit dem Aufbruch sind alle am Ende ihrer Kräfte, doch jetzt folgt erst der gefährlichste Teil der Besteigung - der Abstieg. Als es absolut dunkel ist, befinden sich die Ersten in der Traverse, die Letzten noch im Schneefeld unterhalb des Gipfels. Im Lichtschein der Stirnlampen tastet man sich nach unten. Einige wissen nicht mehr, wo sie sind, und entschließen sich zum eisigen Biwak. Am Eis-Sérac über der Traverse löst sich eine Eislawine und reißt einen Norweger in den Tod; seine hinter ihm gehende Ehefrau und ein weiterer Norweger können nur ohnmächtig zuschauen. Alle am Morgen befestigten Fixseile - auch im Flaschenhals - sind weggerissen. Im  Laufe der Nacht ergeben sich an verschiedenen Stellen sehr kritische Situationen. Drei weitere Bergsteiger stürzen in der Nacht ab, andere hingegen kommen, wenn auch unter großen Schwierigkeiten, hinunter ins Lager 4. Von dort sind inzwischen 2 Sherpas zur Hilfe aufgestiegen. Am Morgen kämpfen noch 7 Bergsteiger oberhalb des Flaschenhalses um ihr Leben. Zwei Holländer und ein Italiener gelangen hinunter zur Schulter, dann aber ereilt die anderen vier sowie einen der aufgestiegenen Helfer der Tod: Vom großen Sérac stürzt zunächst ein kleinerer Teil ab und reißt einen Iren in die Tiefe; kurz darauf löst sich eine große Eislawine und zerschmettert die Körper der zwei letzten Koreaner und der zwei Sherpas, die gerade durch den Flaschenhals absteigen.

11 Tote sind zu beklagen, und noch stehen den Überlebenden weitere 2600 m gefährlichen Abstiegs bevor. Einer der Holländer wird noch vermisst. Er war im Nebel zu weit rechts am Lager 4 vorbei abgestiegen und wird schließlich in der Nähe des Lagers 3 der Cesen-Route gefunden, nachdem er ein weiteres Biwak erduldet hatte. Letztlich gelangen alle nach schwerem Abstieg zurück ins Basislager, einige mit schweren Erfrierungen.

Der Autor stellt das Geschehen und die Begleitumstände ausführlich und gut nachvollziehbar dar, chronologisch geordnet, geschildert jeweils aus der Warte der Augenzeugen. Ergänzend fügt er wichtiges Wissen um die Besteigungsgeschichte des K2 und die besonderen Probleme des Höhenbergsteigens ein. Er verzichtet klugerweise auf eigene Bewertungen des Verhaltens der Bergsteiger, womit er dem Leser die Möglichkeit belässt, unvoreingenommen zu eigenen Einschätzungen zu kommen. Es wird deutlich, mit welchen Fehlern die Teilnehmer selbst dazu beigetragen haben, dass es zu diesen tragischen Ereignissen gekommen ist. So hat der Leser nicht nur einen spannenden Lesestoff in der Hand, sondern auch die Möglichkeit zur eigenen Analyse der Geschehnisse.

Stuttgart, den 01. Juni 2011

Günter Seyfferth

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