Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Nanga Parbat

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Quellen der Detail-Informationen:

- A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe, 
  Map no. 6 - Nanga Parbat & Gilgit, 1 : 150.000
- Alpenvereinskarte Nanga Parbat, 1 : 50.000
- Nanga Parbat-Gruppe und Nachbargebiete 1:100.000, Deutsche Forschungsgemeinschaft 1936
- Wolfgang Heichel: Chronik der Erschließung des Nanga Parbat und seiner näheren Umgebung

 

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya
- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"  
- Die 14 Achttausender - Nanga Parbat
- Nanga Parbt - Gipfelpanorama  
- Nanga Parbat, Geschichte und Literatur
- Bildergalerien zum Nanga Parbat 

 

  Öffnen Sie die Bilder im Großformat!



(1) Luftbild von Nordwesten zum nordöstlichen Teil des Gebirgszuges
(Bitte öffnen Sie das Bild im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)
Links die Chongra Peaks, rechts der Hauptgipfel.
Der Rakhiot-Gletscher liegt unter den Wolken im Vordergrund.
Über den Rakhiot-Gletscher und vorbei am Rakhiot Peak und dem Silberzacken
erfolgte die Erstbesteigung im Jahr 1953.
Im oberen Bereich dieser Route ereigneten sich auch die schrecklichen Unglücke
in den Jahren 1934 und 1937.
Im Bild 2 unten sehen Sie den großen Moränenhügel, an dessen Fuß
die Basislager bis zum Jahr 1953 errichtet wurden.
Die Route der Erstbesteiger wurde nur noch einmal im Jahr 1971 wiederholt.



(3) Luftbild von Nordwesten zum Diamir-Tal mit Nanga Parbat und Mazeno-Kamm
Durch die Diamirflanke des Nanga Parbat verläuft seit dem Jahr 1962 (zweite Besteigung)
der sog. "Normalaufstieg", der den Bergsteigern aber dennoch ein hohes Können abverlangt.
Der Nanga Parbat ist absolut nicht geeignet für ein Massen-Bergsteigen.
Die erste Besteigung über den langen Mazeno-Kamm gelang im Jahr 2012.
Foto: Vladimir Ganelin, google.com




(2) Luftbild von Norden zum zentralen und westlichen Teil des Gebirgszuges
(Bitte öffnen Sie das Bild im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)
Zwischen Ganalo Peak und Mazeno liegt das Diamir-Tal (vergl. Bild 3).
Durch die Diamir-Flanke verläuft seit 1962  der sog. "Normalaufstieg" zum Gipfel des Nanga Parbat.



(4) Luftbild von Süden zur Rupaflanke des Nanga Parbat
Due Durchsteigung der 4500 m hohen Rupalflanke gelang erstmals im Jahr 1970.
Foto: Bernhard Krainer, google.com

Beschreibung der Topografie der Region und Hinweise zu Besteigungen:

Die obigen vier Luftbilder wurden vorangestellt, um die Übersicht über den im Wesentlichen von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Gebirgsstock zu erleichtern. Nennenswerte Vorgipfel neben der Hauptkette gibt es nur im Südwesten südlich des Rupal-Tales.

Der Nanga Parbat mit seinen "Trabanten" ist ein relativ isoliert stehender Gebirgsstock am westlichen Ende des Himalaya, südlich des Karakorum. Seine exponierte Lage nördlich der indischen Tiefebene ist die Ursache für viel größere Niederschlagsmengen als im Karakorum und für mehr überraschende Wetterwechsel. Wegen der Nähe zur indisch/pakistanischen Tiefebene ist hier auch der Einfluss des Sommermonsuns größer als im Karakorum. Seine nördliche Lage (35° 15' nördlicher Breite) lässt - wie im benachbarten Karakorum - nur Besteigungen in den Sommermonaten zu, aber trotzdem mit der Gefahr, dass der Monsun in den Monaten Juli und August für erhebliche Schneefälle sorgt.

Im Norden ist der Nanga Parbat vom Karakorum durch das tief eingeschnittene Indus-Tal getrennt. Hier besteht der größte Höhenunterschied zwischen Tal und Gipfel des gesamten Himalaya. Während der Talboden nur auf 1100 m Höhe liegt steht der Gipfel 7025 m höher auf 8125 m. Allerdings beträgt die Entfernung vom Tal zum Gipfel doch 24 km, so dass die beim Hunza-Tal beschriebenen Verhältnisse eindrucksvoller sind, wo der Gipfel des Rakaposhi (7788 m) in nur 10 km Entfernung 5900 m über der Talsohle steht.

In der folgenden Beschreibung umrunden wir den Berg von Norden nach Westen und Süden.

(5) Nordflanke (Rakhiotflanke) des Nanga Parbat (8125 m) vom Karakorum Highway bei Barmas
Die einzelnen Gipfel sind: Silberzacken (7597 m), Nordgipfel (7816 m), Hauptgipfel (8125 m, niedriger erscheinend als der Nordgipfel), Ganalo Peak (6606 m)
Foto: Dieter Porsche aus dessen Buch "Der versteckte Achttausender", www.alpin-extrem.de

Durch den gewaltigen Höhenunterschied im Nord- und Westabhang des Nanga Parbat trifft man dort ganz verschiedene Klima- und Vegetationszonen an. Das Indus-Tal ist ein wüstenhaftes Tal mit heißem Klima, in dem es so gut wie keine Vegetation gibt, es sei denn, es wird künstlich beässert. Hier ist alles braun bis grau. Erst auf 2500 m Höhe wird es grüner, ab ca. 3000 m gibt es Wald, der stellenweise bis auf 3700 m Höhe hinaufreichen kann. In dieser Zone liegt z.B. auch die berühmte Märchenwiese am Rakhiot-Gletscher. Oberhalb bis etwa 4000 m Höhe findet man stellenweise noch Almmatten, darüber beginnt der vegetationslose hochalpine Bereich. 

Die breite Flanke der Nordseite vom Chongra-Peak über den Nanga Parbat bis zum Ganalo-Peak ist durch ihre starke Vergletscherung geprägt.

(6) Die Chongra Peaks über dem Rakhiot-Gletscher aus der Nähe der Märchenwiese
Der Hauptgipfel (6830 m, links) wurde erstmals im Jahr 1934 bestiegen.
Foto: Bernhard Krainer, google.com

Die Zunge des Rakhiot-Gletschers reicht auf 3200 m hinunter. Über diese Rakhiot-Flanke erfolgte die Erstbesteigung des Nanga Parbat im Jahr 1953. Hermann Buhl erreichte den Gipfel am 3. Juli im Alleingang; es war der damalige Gipfelrekord ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs, der dann 1954 am Cho Oyu überboten wurde. Vor dem 2. Weltkrieg hatte der Berg bereits zahlreiche Todesopfer bei vergeblichen Besteigungsversuchen gefordert. Näheres finden Sie hier.

Der Zugang zur Nordseite erfolgt inzwischen über eine steile Piste für Fahrzeuge mit Allradantrieb von der Rakhiot-Brücke am Indus hinauf zum Ort Tato auf 2300 m Höhe. Dort beginnt der Fußweg zur Märchenwiese auf 3300 m Höhe, einer idyllischen Almwiese, umrahmt von schönen Wäldern. 

(7) Nanga Parbat (8125 m) von der Märchenwiese (3300 m) 
Foto: Bernhard Krainer, google.com

Im Osten bricht die Wiese abrupt im steilen Hang der Moräne des Rakhiot-Gletschers ab. Auf der Märchenwiese gibt es inzwischen eine Infrastruktur mit bewohnbaren Hütten. Der Blick nach Süden wird von der Rakhiotflanke des Nanga Parbat beherrscht. Der Gipfel befindet sich fast 5000 m höher als der Betrachter. Der Trekker kann ohne Probleme weiter nach Süden vorbei am Lagerplatz Beyal (3500 m) bis zur Querung des Ganalo-Gletschers auf 3700 m Höhe wandern. Wer sich auch das nicht ganz ungefährliche Abenteuer der Gletscherquerung zutraut, kann weiter (mit Zeltausrüstung!) - vorbei an Alfred Drexels Grab - bis zum Gipfel der Großen Moräne auf 4560 m Höhe gelangen, wo man sich in beeindruckender Nähe zur Nordwand des Nanga Parbat befindet. Hier beginnt der Eisbruch des Rakhiot-Gletschers. Die Aussicht reicht im Norden bis zum Rakaposhi (7788 m) im Karakorum:

(8) Blick vom großen Moränenhügel oberhalb des Rakhiot-Gletschers nach Norden
mit Rakaposhi (7788 m), Diran (7266 m) und den Miar Peaks
Die Märchenwiese liegt in der bewaldeten Fläche in der linken Bildhälfte.
Zu Füßen des Betrachters standen die Basislager der Expeditionen von 1932 bis 1953.
Foto:
Bernhard Krainer, google.com

Das Diamir-Tal im Nordwesten des Nanga Parbat wird von Bunar am Indus über eine Schotterpiste bis zum Ort Diamiroi erreicht. Dort beginnt der Fußweg durch das zunächst sehr enge Tal mit dem Ganalo-Kamm im Norden und dem Mazeno-Kamm im Süden. Auf der rechten Talseite zieht zunächst der lange, stark vergletscherte Mazeno-Kamm die Blicke auf sich:

(9) Der lange Grat des Mazeno-Kammes aus dem Diamir-Tal.
Man kann es kaum glauben, aber im Jahr 2012 wurde der Gipfel des Nanga Parbat
(links außerhalb des Bildes) über diesen Grat bestiegen. 18 Tage dauerte die
Odyssee vom Aufbruch im Basislager auf der Südseite des Kammes
bis zur Ankunft im Basislager unter der Diamir-Flanke. Näheres dazu finden Sie hier.
Foto: Dieter Porsche, www.alpin-extrem.de

Auf dem Weiterweg beherrscht bald die mächtige, eisgepanzerte Diamir-Flanke des Nanga Parbat die Szene. Wo die Gletscherzunge in 3600 m Höhe erreicht wird, wird der Talboden breiter. Der Weg führt weiter hinter der nördlichen Moräne des Gletschers bis zum Basislager in 4000 m Höhe.

(10) Die Diamir-Flanke des Nanga Parbat aus dem Diamir-Tal in der Nähe des Basislagers
Der sog. Normalaufstieg verläuft auf der linken Seite. Eine Routenskizze finden Sie hier.
Selbst der Laie kann sich leicht ausmalen, welche gigantischen Lawinen
über diese fast 4000 m hohe Wand herunterfegen.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

Durch den linken Teil führt heute der sog. Normalanstieg auf den Berg. In der Mitte der Wand versuchte sich erstmals im Jahr 1895 ein Bergsteiger am Nanga Parbat. A.F. Mummery und seine 2 Begleiter kamen immerhin auf 6100 m Höhe, verschwanden aber auf dem Übergang ins nächste Tal spurlos.

Traurige Berühmtheit erlangte dieser Standort durch die Ermordung von 11 Bergsteigern im Basislager durch pakistanische Terroristen im Jahr 2013 (siehe hier).

Den Blick hoch oben aus der Diamir-Flanke ins Tal zeigt das nächste Bild:

(11) Tiefblick aus der Diamirflanke des Nanga Parbat ins Tal mit dem Diamir-Gletscher
Die Bergsteigerin hat aber immer noch ca. 1800 Höhenmeter bis zum Gipfel vor sich.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

Aus dem Diamir-Tal führt ein Übergang über den Mazeno-Pass (5358 m) zur Südseite des Nanga Parbat ins Rupal-Tal. Dieser Übergang wird allerdings nur selten gegangen. Er erfordert Übung im Begehen von Gletschern.

(12) Blick vom Mazeno-Pass (5358 m) nach Nordwesten in Richtung Diamir-Tal
Foto: Marc Ewert, www.panoramio.com

(13) Blick vom Aufstieg zum Mazeno-Pass nach Südosten
auf die Berge jenseits des Rupal-Gletschers
Über dem Tal steht der Schlaginweit Peak, 5971 m;
rechts ist gerade noch der Toshe V (6110 m) zu sehen.
Bitte vergleichen Sie auch mit Bild Nr. 14.
Foto: Marc Ewert, www.panoramio.com

Vom benachbarten Mazeno-Grat sind sämtliche Gipfel südlich des Rupal-Tales zu überblicken. Das folgende Bild zeigt einige dieser Gipfel im Südwesten südlich des Rupal-Gletschers:

(14) Blick aus dem westlichen Bereich des Mazeno-Kammes nach Südwesten
mit dem Schlaginweit Peak (5971 m) und dem Schaigiri Peak (6290 m) dahinter
sowie dem Toshe V (6110 m) auf der rechten Seite.
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle, www.goclimbamountain.de

Von Süden/Südosten gesehen steigt der Nanga Parbat aus einer Hochebene mit relativ niedrigen Gipfeln auf. Man nähert sich einer langen Mauer vom Mazeno-Grat im Westen bis zu den Chongra Peaks im Osten. Der Nanga Parbat befindet sich in der Mitte dieser langen Wand aus Fels und Eis. Bei der Anfahrt auf der Piste von Süden, die weiter nach Astor führt, sieht man nur den mittleren und östlichen Bereich dieser Mauer:

(15) Blick von Süden auf den Nanga Parbat (8125 m, links), den Rakhiot Peak (7070 m)
und den südlichen und mittleren Chongra Peak.
Etwa 2600 m hoch liegt der Standort, der Nanga Parbat überragt den Betrachter also um ca. 5500 m.

Bald mündet von links das Rupal-Tal. Eine Trekking-Tour führt dieses Tal hinauf bis zum Rupal-Gletscher. Hier wandert man unter der berühmt-berüchtigten Rupalwand, der höchsten Wand der Erde, entlang. Mit dem Prädikat "Wand" ist die Zone einer Bergflanke gemeint, die oberhalb flacherer Zonen liegt und ab dort nur mit bergsteigerischer Ausrüstung (Pickel, Steigeisen, Seilsicherung, Kletterhilfen) begangen werden kann. Der Fuß der Rupalwand beginnt in dieser Weise direkt über der Sohle des Rupal-Tales auf 3600 m Höhe. Bei einer Gipfelhöhe von 8125 m hat die Rupalwand also eine Höhe von ca. 4500 m. Die Rupalwand ist extrem gefährlich und schwierig. Es muss selbst in den ganz hohen Zonen noch geklettert werden, wo der Sauerstoffmangel den Bergsteiger ohnehin schon bis an seine Grenzen fordert. Die Lawinengefahr ist in dieser Wand, die jedes Schlechtwetter anzieht und festhält, eine ständige und nervernaufreibende Bedrohung.

(16) Die oberen 2/3 der Rupalflanke des Nanga Parbat.
Foto:
Bernhard Krainer, google.com

Die Wand wurde erstmals von den Brüdern Günther und Reinhold Messner im Jahr 1970 bezwungen. Dieses Ereignis, das Günther Messner im Abstieg das Leben kostete, zog weltweit Aufsehen erregende Kontroversen zwischen den Expeditionsteilnehmern nach sich. Näheres dazu finden Sie hier und hier.

(17) Blick von der Querung des Bazhin-Gletschers nach Westen zur Toshe-Gruppe
am Ende des Rupal-Tales
Foto:
Johan Assarrson, www.flickr.com

(18) Blick von Süden über den Rupal-Gletscher hinweg zum Mazeno-Kamm und dem Nanga Parbat
Foto: Doug Scott

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