Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Karakorum - Chogolungma-Glacier

 

Landkarte der Region um den Chogolungma-Gletscher

Satellitenaufnahme des Chogolungma-Muztagh von Südwesten
(bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar)

Die Richtung der vorstehenden Aufnahme entspricht dem Blick auf der Landkarte von deren linken unterem Eck nach rechts oben.
Auf der Seite des Hispar Muztagh finden Sie eine Satellitenaufnahme, die am oberen Rand anschließt.

Satellitenaufnahme des Chogolungma-Gletschers von Südwesten
(bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar)

Die Richtung der vorstehenden Aufnahme entspricht dem Blick auf der Landkarte von deren linken unterem Eck nach rechts oben.

Bei den Satellitenaufnahmen aus ca. 350 km Höhe besteht mitunter ein Problem mit der Deutung von Graten und Tälern.
Bei flacherem Winkel der Sonneneinstrahlung werfen die Berggrate lange Schatten. Je nach Richtung und Breite der Schatten
und der Lage eines Talgrunds kann es sogar sein, dass man zunächst den gezackten Rand eines Schattens für den Grat selbst hält
und den eigentlichen Grat für den Talgrund. Beispiele für diese Möglichkeit der Verwechslung von "Oben" und "Unten"
finden Sie auf dem vorstehenden Foto bei den Seitentälern des Chogolungma-Gletschers. Die Grate befinden sich hier immer am linken Rand des Schattens
und werfen ihre Schatten nach rechts auf den Talgrund und teilweise sogar noch auf den gegenüberliegenden Hang.
Bei einem nahezu senkrechten Blick nach unten sind auch die genauen Lagen der Gipfel oft schwer festzustellen.
Dafür braucht es dann terrestrische Fotografien von den Bergflanken, auf denen die Hangstrukturen wiederzufinden sind.

Quellen der Detail-Informationen:

- A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe
  Map no. 5 - Batura Glacier & Hunza, 1 : 150.000
  Map no. 6 - Nanga Parbat & Gilgit, 1 : 150.000
  Map no. 7 - Hispar Glacier & Shimshal, 1 : 150.000
  Map no. 8 - Biafo Glacier & Skardu, 1 : 150.000
- Wolfgang Heichel: Chronik der Erschließung des Karakorum, Teil II - Central Karakorum I
(Bestellmöglichkeit über den Link)

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya  
- Karakorum - Übersicht
- Karakorum aus der Luft 

- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"
- Gipfelliste "Berge im Karakorum"
- Bildergalerien zum mittleren Karakorum

 

 

  Öffnen Sie die Bilder im Großformat!

Beschreibung der Topografie der Region:

Der Chogolungma-Gletscher zählt mit 45 km Länge zu den mittelgroßen Gletschern des Karakorum. Am Zugang zum Spantik-Südostgrat liegt er auf 4150 m Höhe, an der Zunge vor dem Ort Arandu auf 2800 m Höhe. An der breitesten Stelle erreicht er immerhin 2,5 km. Der Zugang von Skardu aus ist unproblematisch. Zunächst führt die Straße nach Nordwesten durch das weite Shigar-Tal, bei der Einmündung des Basha von Norden folgt eine Schotter-Piste, über die man - je nach Verhältnissen - fast bis nach Arandu vor der Gletscherzunge gelangt.

(1) Blick vom unteren Chogolungma-Gletscher nach Nordwesten zum Spantik (7027 m)
Foto: Karpino, www.picasaweb.google.com

Die Berge rund um den Chogolungma-Gletscher zählen zur Südkette des Lesser Karakorum. Im Westen des Beckens des Chogolungma-Gletschers befinden sich die Siebentausender Spantik (7027 m) und Malubiting (7458 m), aber auch den Haramosh (7397 m) weiter südlich kann man noch zu diesem Gebiet zählen. Vom Indus im Süden kommt man höchstens durch das Stak-Tal in die Nähe der höheren Gipfel, hat hier aber mit den bereits bei der Region des westlichen Karakorum beschriebenen großen Höhenunterschieden auf kurze Entfernung und dem heißen Klima zu kämpfen. Üblich ist der Zugang von Skardu durch das Shigar-Tal zu dessen Nebenfluss Basha mit dem folgenden Chogolungma-Gletscher. Der mögliche Zugang von Norden vom Hispar-Gletscher über den Nushik La wird selten genutzt.

Die Route zum Spantik führt von Arandu zunächst hinter, dann auf der nördlichen Moräne des Chogolungma-Gletschers entlang, bis man schließlich auf etwa 3900 m Höhe gezwungen wird, den Gletscher zu betreten. Die Route eröffnet Blicke in die nach Südwesten gerichteten Seitentäler des East-Haramosh- und des Haramosh-Gletschers. Voraus ist stets der Spantik (7027 m) im Blick (siehe Bild 1). Nur wenige der Berge beidseits des unteren und mittleren Gletschers haben einen Namen.

(2) Blick vom Nordrand des Chogolungma-Gletscher in ca. 3800 m Höhe nach Südosten
zum Kupultan Kung (6220 m, links) und Paraber (6322 m, rechts).
Foto:
radson1, www.flickr.com

Die Berge rund um den oberen Chogolungma-Gletscher sind sehr beeindruckend, sie fallen vor allem durch schöne Formen und herrlich weiße Bergflanken auf. Der Spantik (7027 m) ist ein beliebtes Ziel der Bergsteiger, weil dessen vergletscherter Südostgrat einen zwar langen, aber technisch nicht zu schwierigen Anstieg bietet. Sein Gipfel wurde erstmals im Jahr 1955 erreicht. Vom Gipfel besteht eine phantastische Aussicht in alle Richtungen.

Links voraus bei der Einmündung des Haramosh-Gletschers leuchtet der prächtigste von all diesen Gipfeln, der Laila (6986 m), der erstmals 1975 bestiegen wurde. Er weist aber nur sehr wenige Besteigungen auf, denn wie unschwer zu erkennen ist, sind seine scharfen Schneegrate eine ernste Herausforderung an die Bergsteiger:

(3) Der formschöne Laila-Peak (6986 m) vom mittleren Chogolungma-Gletscher
Foto: www.pakistanguides.com

Man sollte diesen Berg aber nicht mit dem fast ebenso schönen gleichnamigen Gipfel am Ghondogoro-Gletscher verwechseln. Die weiteren markanten Gipfel um das obere Gletscherbecken sind der Malubiting mit seinen Nebengipfeln und der Spantik. Der Malubiting (7458 m) mit seinen sehr steilen Flanken ist ein sehr schwierig zu ersteigender Berg, was man alleine daran ablesen kann, dass sein Gipfel erst im Jahr 1971 erreicht wurde und seither nur eine weitere Besteigung im Jahr 1997 stattgefunden hat (Stand 2013). Das oberste Becken des Chogolungma-Gletschers unter den Ostwänden des Malubiting und unter der Südwand des Spantik wird selten betreten. Hier empfiehlt sich wegen der Lawinengefahr ein respektvoller Abstand zu den Hängen.

Wie bereits erwähnt, ist das "klassische" Ziel der Bergsteiger der Spantik (7027 m). Sein langer Südostgrat ist ab etwa 5800 m Höhe stark vergletschert; seine Begehung kann durch Tiefschnee zu einem großen Kraftakt werden. Üblicherweise werden drei Lager am Grat errichtet, das letzte in 6200 m Höhe.

(4) Der Gipfel des Spantik (7027 m) vom Lager 1 in 5120 m Höhe am Südostgrat gesehen.
Foto: Dalecottam, www.flickr.com

Auf dem nur mäßig ansteigenden mittleren Bereich des Südostgrates wird Lager 2 in 5550 m Höhe errichtet. Dort steht direkt voraus im Westen der Malubiting:

(5) Blick vom Südostgrat des Spantik zum Malubiting (7458 m).
Der Hauptgipfel erhebt sich im Hintergrund; die drei vorderen Gipfel sind
Malubiting East (6970 m), Malubiting Middle (7291 m) und Malubiting North (6843 m)
Foto: Karpino

Mit dem weiteren Aufstieg am Südostgrat des Spantik kommen immer mehr Gipfel im Osten bis Südosten in den Blick, und der gesamte Chogolungma-Gletscher liegt zu Füßen:

(6) Blick aus ca. 6000 m Höhe am Südostgrat des Spantik nach Südosten
(Im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
In der Ferne sind bereits der Baintha Brakk (7285 m) und der Masherbrum (7821 m) zu sehen.
Foto: jasminetours.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Wenn am Spantik eine Höhe von etwa 6500 m erreicht ist, ist im Süden hinter dem Laila auch der letzte der Siebentausender dieser Bergruppe, der Haramosh (7397 m) zu sehen. Der Haramosh wurde erstmals im Jahr 1958 bestiegen, danach aber nur nochmals 1978 und 1988 (Stand 2013):

(7) Blick aus ca. 6500 m Höhe am Spantik nach Süden
(Im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Hinter dem Laila II ist jetzt auch der Haramosh (7397 m) zu sehen.
In der Ferne reicht der Blick bis zum Nanga Parbat (8125 m).
Foto: radson1, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Berge in den Seitentälern nördlich des Chogolungma-Gletschers sind meist weniger als 6000 m hoch. Hierher verirrt sich außer den Viehhirten der Dörfer so gut wie niemand. Weiter im Osten gelangt man vom Tal des Süd-Braldu in das Amphitheater der Gipfel rund um den Sosbun-Gletscher mit Höhen bis 6500 m. Auch hier wird man kaum einen Touristen antreffen:

(8) Blick von einem Aussichtsgipfel im südlichen Sosbun-Becken nach Westen
mit dem Ganchen (6462 m, links) und dem Hikmul (6300 m, rechts).
Bitte vergleichen Sie mit Bild Nr. 6.
Foto: あこがれ (akogare)

(9) Blick von einem Aussichtsgipfel im südlichen Sosbun-Becken nach Norden
mit dem Sosbun Brakk (6413 m) links der Bildmitte.
Hinter der Bergkette auf der rechten Seite verläuft der Biafo-Gletscher.
Foto: あこがれ (akogare)

     Wenn Sie sich ausführlich über diesen Teil des Karakorum, seine Erkundung und über die Expeditionen ausführlich informieren wollen,
so empfehle ich Ihnen die Veröffentlichung von Wolfgang Heichel: Chronik der Erschließung des Karakorum, Teil II - Central Karakorum
Dieses 464 Seiten starke Buch enthält detaillierte Landkarten, sehr viele beschriftete Fotos, zahlreiche Routenskizzen und natürlich die Beschreibung der gesamten Historie.

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