Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Karakorum - Chogolungma-Glacier

 

Landkarte der Region um den Chogolungma-Gletscher

Satellitenaufnahme des Chogolungma-Muztagh von Südwesten
(bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar)

Die Richtung der vorstehenden Aufnahme entspricht dem Blick auf der Landkarte von deren linken unterem Eck nach rechts oben.
Auf der Seite des Hispar Muztagh finden Sie eine Satellitenaufnahme, die am oberen Rand anschließt.

Satellitenaufnahme des Chogolungma-Gletschers von Südwesten
(bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar)

Die Richtung der vorstehenden Aufnahme entspricht dem Blick auf der Landkarte von deren linken unterem Eck nach rechts oben.

Bei den Satellitenaufnahmen aus ca. 350 km Höhe besteht mitunter ein Problem mit der Deutung von Graten und Tälern.
Bei flacherem Winkel der Sonneneinstrahlung werfen die Berggrate lange Schatten. Je nach Richtung und Breite der Schatten
und der Lage eines Talgrunds kann es sogar sein, dass man zunächst den gezackten Rand eines Schattens für den Grat selbst hält
und den eigentlichen Grat für den Talgrund. Beispiele für diese Möglichkeit der Verwechslung von "Oben" und "Unten"
finden Sie auf dem vorstehenden Foto bei den Seitentälern des Chogolungma-Gletschers. Die Grate befinden sich hier immer am linken Rand des Schattens
und werfen ihre Schatten nach rechts auf den Talgrund und teilweise sogar noch auf den gegenüberliegenden Hang.
Bei einem nahezu senkrechten Blick nach unten sind auch die genauen Lagen der Gipfel oft schwer festzustellen.
Dafür braucht es dann terrestrische Fotografien von den Bergflanken, auf denen die Hangstrukturen wiederzufinden sind.

Quellen der Detail-Informationen:

- A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe, 
  Map no.  7 - Hispar Glacier & Shimshal, 1 : 150.000
  Map no.  8 - Biafo Glacier & Skardu, 1 : 150.000
  Map no.  9  - Insgaiti Glacier. 1 : 150.000
  Map no. 10 - Baltoro-Glacier & Khapulu, 1 : 150.000
  Map no. 13 - Baltoro-Glacier, 1 : 75.000
- Karte "K2 - Mount Qogori" 1:100.000, Chinese Institute of Glaciology
- Karte "K2 and Baltoro Glacier 1 : 80.000" von Grzegorz Glazek (siehe oben)
- Eigene Auswertungen mit Hilfe von Google Earth hinsichtlich von Gipfelhöhen
  nördlich und nordwestlich des Skamri-Gletschers und im Bereich des Braldu-Gletschers

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya 
- Karakorum Übersicht
- Region Karakorum Nord
- Region Karakorum Nordost
- Karakorum aus der Luft 

- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"
- Gipfelliste "Berge im Karakorum"
- Gletscher im Karakorum
- Passübergang Hispar La 
- Bildergalerien zum mittleren Karakorum 

 

  Öffnen Sie die Bilder im Großformat!
             Dort sind dann auch die Beschriftungen gut lesbar.

Beschreibung der Topografie der Region:

Vorbemerkungen zu Namen und Höhen der Berge in der Region:
Es fällt auf, dass es in der Mitte des Karakorum besonders viele Berge ohne Namen und auch viele ohne Höhenangaben gibt. Die fehlenden Namen mögen dadurch erklärbar sein, dass die Berge besonders weit von den nächsten Siedlungen entfernt liegen und die europäischen Forscher zu Beginn des 20. Jahrhunderts wenig darüber in Erfahrung bringen konnten. Hin und wieder taucht bei einem der Sechstausender im Bereich des Snow Lake ein Name mit europäischem Klang auf. In diesen Fällen haben Bergsteiger in jüngerer Zeit die Gelegenheit genutzt, eine Besteigung mit der Vergabe eines Namens zu verbinden, meist nach dem Namen von einem der Teilnehmer. Diese Namen können nicht akzeptiert werden. In der obigen Karte habe ich mich nur auf bisher in den angegebenen Quellen vorhandene Namen gestützt -mit einer Ausnahme: den prägnanten Felsgipfel zwischen den Pässen Skam La und Sim La, der insbesondere vom Choktoi-Gletscher aus besonders ins Auge fällt, habe ich "Sim Brakk" genannt.

Viele Gipfel haben in den Karten keine Höhenangaben. Dies mag daran liegen, dass die frühen Forscher, welche ihre Expeditionen mit Vermessungsarbeiten verbunden haben, in diesen Bereichen wenig sichere Anhaltspunkte für die Höhenbestimmung gefunden haben oder schlichtweg keine Zeit hatten, um die Höhen aller Gipfel aufzunehmen. Viele durchaus prägnante Gipfel sind ohne Namen und Höhehnangaben geblieben, was eine Erläuterung mit beschrifteten Fotos besonders schwer macht. Was soll man dort vermerken? Ich habe versucht, die meisten dieser "Lücken" in den Höhenangaben durch Analysen anhand von Fotografien zu schließen. Solche Höhenangaben sind natürlich nur annähernd richtige Werte. Aber auch in den als Quellen angegebenen Landkarten sind viele Höhenangaben nur geschätzte, hin und wieder auch falsche Werte. Höhenablesungen in Google Earth sind im beschriebenen Bereich nur sehr bedingt hilfreich, da hier das verwendete Messraster im Grundriss offensichtlich sehr grob war und entsprechend wenige Punkte mit Höhen bestimmt wurden. Dies führt insbesondere bei den scharfen Felszinnen im Zentrum dazu, dass manche dieser Gipfel in der 3D-Sicht von Google Earth nur als flache Kuppe mit vollkomen falschen Höhen dargestellt sind oder gar nicht existieren, z.B. der oben erwähnte "Sim Brakk" oder der Tahu Rutum. Nur bei flach gerundeten Gipfelformen liefert Google Earth Anhaltspunkte, bedingt aber auch dort noch Korrekturen. Meine Angaben in obiger Karte dürften aber im Wesentlichen den tatsächlichen Höhenrelationen entsprechen.

Untergliederung der Beschreibung:
- Snow Lake und Sim Gang-Gletscher
- Biafo-Gletscher
- Choktoi-Gletscher
- Nobande Sobande-Gletscher


Snow Lake und Sim Gang-Gletscher:

Etwa im Zentrum des Karakorum liegt das gewaltige Gletscherbecken des Snow Lake und des Sim Gang-Gletschers. Das Becken in der Höhenlage von 4700 bis 5000 m hat zwischen den Pässen Hispar La und Skam La eine Länge von 24 km und zwischen den Höhenzügen im Norden und Süden eine Breite von 12 bis 15 km. In seiner Mitte erhebt sich ein Bergrücken, der die fast ebene Schneefläche um bis zu 1000 Meter überragt. Dieses Gletscherbecken ist eines der größten außerhalb der Polarregionen. Es ist das Nährgebiet des Biafo-Gletschers, d.h. alle dort fallenden Schneemassen, die sich nach und nach zu Eis verdichten, fließen in Richtung Biafo-Gletscher. Der Wanderer darf sich durch die bei Sonnenschein so wunderbar leuchtende und ebene Schneefläche nicht nur der Freude und damit einer evtl. Sorglosigkeit hingeben. Er bewegt sich auf einem mächtigen Gletscher, dessen Eisdicke mit mehreren Hundert Metern nur erahnt werden kann, und in diesem Gletscher gibt es natürlich auch tiefe Spalten. Über das Plateau toben heftige Schneestürme hinweg, der triftende Schnee lässt die Spalten unter einer tückischen Schneedecke verschwinden. Soweit die Gletscher mit Schnee bedeckt sind, darf auf keinen Fall ohne Seilsicherung gegangen werden. Um die Lagerplätze herum sollte sorgfältig auf Spalten sondiert werden.

Das Gebiet um den Snow Lake ist Teil des Great Karakorum zwischen den mächtigen Gebirgszügen des Hispar Muztagh im Westen und des Baltoro im Südosten. Dieser Bereich des Gebirges heißt Panmah Muztagh. Die Ebenen von Snow Lake und Sim-Gang-Gletscher sind umrahmt von Gipfeln zwischen 6000 und 6600 m Höhe. Nur der Baintha-Brakk (Ogre) im Südosten nimmt mit seinen 7284 m Höhe und seiner abweisenden Nordwand eine Ausnahmestellung ein. Bei den begrenzenden Gebirsgzügen fällt der Unterschied zwischen den "gemäßigten" Gipfelformen im Westen, Norden und Osten und den bizarren Felsgestalten im Süden auf, die sich auch noch sowohl entlang des Biafo-Gletschers als auch des Choktoi-Gletschers nach Südosten fortsetzen. Der Baintha-Brakk, die Latok-Gipfel und die Felszinnen am oberen Biafo-Gletscher ziehen die Spitzenkletterer der ganzen Welt an.

Mehrere Passübergänge führen aus dem Gletscherbecken heraus über die angrenzenden Gipfelketten. Der Hispar La (5150 m) im Westen ist der Übergang zum Hispar-Gletscher (siehe Karte und Beschreibung des Hispar-Muztagh). Die beiden Khurdopin-Pässe im Norden bilden den Übergang ins Shimshal-Tal, der Lukpe La im Osten ist der Übergang in das unbewohnte Tal des Nord-Braldu, das weiter zum Shaksgam und zur chinesischen Grenze führt (siehe Karte und Beschreibung Karakorum Nordost). Nach Osten führt der Skam La zum Nobande Sobande-Gletscher (Panmah-Gletscher), nach Südosten der Sim La zum Choktoi-Gletscher. Der am häufigsten genutzte Zugang bzw. Ausgang ist natürlich der Biafo-Gletscher, der im Südosten in 3050 m Höhe am Süd-Braldu (Abfluss des Baltoro-Gletschers) endet und von wo bald das Dorf Askole erreicht wird.

Wir beginnen mit der Bildbeschreibung am nördlichen und nordöstlichen Rand des Gletscherbeckens und bewegen uns Richtung "Ausgang" am Biafo-Gletscher. Vom Khurdopin-Pass West (5700 m) im Norden blickt man auf den Südrand des Gletscherbeckens mit seinen bizarren Gipfeln vom Baintha Brakk bis zum Sosbun-Brakk:

(1) Blick vom Khurdopin-Pass West (5700 m) zum Südrand des Snow Lake
vom Baintha Brakk (7284 m) bis zum Sosbun Brakk (6413 m)
Zu Füßen liegt das Gletscherbecken des Snow Lake, der rechts vor dem Sosbun Brakk in den Biafo-Gletscher übergeht. Bei der Längenangabe des Biafo-Gletschers (66 km) wird der Snow Lake mitgerechnet, das er ja das Nährgebiet des Gletschers darstellt.
Foto: Jozef Houben; Beschriftung: Günter Seyfferth

Am nordöstlichen Rand des Gletscherbeckens sind der Pass Lukpe La (5610 m), der Übergang vom Braldu-Gletscher zum Snow Lake, sowie der von dort erreichbare Braldu Brakk (6140 m) gute Aussichtspunkte, die einen phantastischen Überblick in alle Himmelsrichtungen gewähren. Pierre Neyret  hat freundlicherweise eine Reihe wunderbarer Bilder von seiner Ski-Expedition im Jahr 2011 zur Verfügung gestellt. Seine Bilder nach Osten und Südosten finden Sie hier. Hier folgen nun seine Bilder vom Lukpe La und Braldu Brakk, welche helfen, die Topografie des Snow Lake zu erklären.

(2) Blick von Süden auf den Pass Lukpe La (5610 m)
und die Gipfel am nordöstlichen Rand des Snow Lake.

In Bildmitte sehen wir den Braldu Brakk (6140 m), der eine herrliche Rundumsicht gewährt.
Rechts geht es hinunter dem Braldu-Gletscher, links zum Snow Lake.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(3) Blick vom Lukpe La (5610 m) nach Südwesten
zu den bizarren Gipfeln am Beginn des Biafo-Glestchers
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth


(4) Blick aus ca. 6000 m Höhe am Braldu Brakk nach Süden zu den Gipfeln der Latok-Gruppe und zu höchsten Berg der Region, dem Baintha Brakk (7284 m), auch Ogre genannt.
Rechts liegt der ebene Boden des Sim Gang-Gletschers, dem östlichen Teil des Snow Lake.
Zwischen den Bergsteigern und dem Baintha Brakk befinden sich drei Pässe: der Lukpe La, der Skam La, der vom Snow Lake nach Osten zum Nobande-Sobande-Gletscher führt, und der Sim La, der vom Snow Lake nach Südosten zum Choktoi-Gletscher führt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

(5) Blick aus ca. 6080 m Höhe nach Südwesten bis zum Nanga Parbat (8125 m)
Im Vergleich zu Bild Nr. 3 steht der Fotograf deutlich höher, so dass über den Gipfeln am oberen
Biafo-Gletscher der achthöchste Berg der Erde, der Nanga Parbat zu sehen ist.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(6) Blick vom Gipfel des Braldu-Brakk (6140 m) nach Westen
Über dem Meer der namenlosen hohen 5000er im Snow Lake stehen die Gipfel um den Chogolungma-Gletscher: Haramosh (7397 m), Haramosh II (6666 m), Laila (6986 m), Malubiting (7458 m) und Spantik (7027 m) sind die herausragenden Berge. Ganz rechts ist sogar der Rakaposhi (7788 m) zu erkennen, der Berg, der das Hunza-Tal beherrscht.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

(7) Blick vom Gipfel des Braldu-Brakk (6140 m) nach Nordwesten
In dieser Sicht verstellt der unbenannte Peak 6601 leider die Sicht auf die hohen Siebentausender des Hispar Muztagh. Die Gipfel auf der rechten Seite des Bildes begrenzen das obere Becken des Virjerab-Gletschers, der nach Nordwesten in Richtung Shimshal-Tal fließt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(8) Tele-Blick vom Gipfel des Braldu Brakk (6140 m) nach Süden
in die unbezwungene Nordwand des Baintha Brakk (7284 m).
Links des Hauptgipfels, nur scheinbar mit diesem verschmolzen, sieht man den
Baintha Brakk II (6960 m). Bitte vergleichen Sie auch mit Bild Nr. 34.
Die niedrigen Sechstausender im Vordergrund begrenzen den Pass Skam La auf seiner Südseite.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Vom Fuß des des Lukpe La geht der Blick über den Sim Gang-Gletscher, also über den südlichen Arm des Snow Lake hinweg bis zum Hispar La:

(9) Blick vom Abstieg vom Lhukpe La (5566 m) über den Sim Gang-Gletscher hinweg
nach Westen zu den Felszinnen am Biafo-Gletscher und zum Hispar La
Der Biafo-Gletscher fließt vor den Felszinnen nach links, d.h. nach Südosten.
Am Hispar La beginnt der 50 km lange, nach Westen fließende Hispar-Gletscher.
Foto: Paul Boslooper, www.picasaweb.google.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der alles beherrschende Berg am Sim Gang-Gletscher ist der Baintha Brakk (7284 m), auch Ogre genannt. Der Baintha Brakk wurde erstmals im Jahr 1977 von einer britischen Expedition bestiegen. Der Baintha Brakk ist ein äußerst schwieriger Berg; die zweite Besteigung gelang erst im Jahr 2001.

(10) Blick vom Sim Gang-Gletscher auf die Nordwände des Baintha Brakk (links, 7284 m)
und seiner Trabanten ohne Namen.
Über dem Einschnitt rechts der Bildmitte ist der Uzun Brakk (6422 m) zu sehen.
Die drei Bergsteiger stehen im Bereich der Randmoräne und sind deshalb nicht angeseilt.
Foto: Paul Boslooper, www.picasaweb.google.com

Ein Zeltlager auf dem Sim Gang-Gletscher hinterlässt den einmalig schönen Eindruck von einer weltabgeschiedenen Landschaft aus Eis und Schnee von polaren Dimensionen und von absoluter Stille, solange keine Lawinen aus der Nordwand des Baintha Brakk niedergehen. Die folgenden 4 Bilder zeigen Eindrücke von einem solchen Lager mit der Sicht nach Norden und Osten:

(11) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Norden
Hinter dieser Bergkette liegt der nördliche Arm des Snow Lake (siehe Karte)
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(12) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Nordosten
Hinter dieser Bergkette liegt der nördliche Arm des Snow Lake (siehe Karte):
Das Bild schließt rechts an Bild Nr. 11 an.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(13) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Osten
Das Bild schließt rechts an Bild Nr. 12 an.
Links der unbenannten Gipfel in der Bildmitte geht es zu den Pässen Skam La und Lukpe La,
rechts zum Sim La (siehe Bild Nr. 14).
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(14) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Osten mit dem Baintha Brakk
Rechts der Bildmitte befindet sich der Sim La, der Passübergang zum Choktoi-Gletscher.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

Wenn vom Sim Gang-Gletscher her der Biafo-Gletscher erreicht ist, befindet man sich am südlichen Rand des Snow Lake, der sich zunächst nach Norden erstreckt und sich vor dem Lupke Lawo Brakk (6593 m) nach Osten wendet:

(15) Der Snow Lake vom Biafo-Gletscher nach Norden.
Nach links (nach Westen) führt die Route weiter zum Hispar La.
Nach rechts (nach Osten) erstreckt sich der ebene Sim Gang-Gletscher (siehe vorstehende Bilder).
Im Hintergrund rechts der Bildmitte der Lukpe Lawo Brakk (6593 m).
Bild Nr. 1 wurde von dem Pass links dieses Gipfels aufgenommen.
Foto: Paul Boslooper, google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der lange Schatten auf dem vorstehenden Bild ist der Schatten der Felszinnen am südwestlichen Rand des Biafo-Gletschers, die bereits auf Bild Nr. 9 zu sehen waren. Für das folgende Bild hat sich der Betrachter um 90 Grad nach links gewendet:

(16) Blick vom südlichen Rand des Snow Lake zum Sosbun Brakk (6413 m)
und zum Broad Tower (6066 m)
Der Biafo-Gletscher fließt nach links. Rechts geht es zum Hispar La.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com

Mit der folgenden Sicht auf Snow Lake und Sim Gang-Gletscher vom Aufstieg zum Hispar La sei die Beschreibung des großen Gletscherbeckens abgeschlossen:

(17) Blick vom Aufstieg zum Hispar La nach Osten auf Snow Lake und Sim Gang-Gletscher
22 km sind es bis zum anderen Ende des Gletscherbeckens!
Foto: Paul Boslooper, google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Zum Beginn dieses Abschnitts 

Biafo-Gletscher:

In ca. 4700 m Höhe vereinigen sich die Gletscherströme von Sim Gang und Snow Lake zum Biafo-Gletscher, der von dort in Richtung Südosten fließt. Mit bis zu 3,5 km Breite hat er wahrhaftig gigantische Ausmaße. Die Abmessungen sind so ungewöhnlich, dass der Trekker ständig über die tatsächlichen Entfernungen getäuscht wird. Beidseits des folgenden Streckenabschnitts bis auf Höhe des Rastplatzes Baintha (4050 m) an der Einmündung des Baintha-Lukpar-Gletschers stehen beidseits des Gletschers weitere imposante Zinnen aus Granit, welche nur teilweise einen Namen haben, z.B. der Sosbun Brakk (6413 m) auf der Südwestseite oder der Uzun Brakk (6422 m) gegenüber auf der Nordostseite:

(18) Blick vom Südrand des Snow Lake nach Süden
auf die Berge am Südwestrand des Biafo-Gletschers
Hier beginnt die lange Wanderung, die stetig den Biafo-Gletscher abwärts führt.
Kommt man von Süden, ist dieser Punkt das letzte Lager vor Überschreitung des Hispar La.
Foto: Mount Coach, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(19) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4575 m Höhe nach Südwesten
zum Sosbun Brakk (6413 m, links) und zu den Zinnen des Broad Tower (6066 m),
die auch auf Bild Nr. 18 von einem Standort weiter rechts zu sehen waren.
Der Sattel rechts des Sosbun Brakk ist der Sokha La, hinter dem man einen unbenannten Gipfel
mit ca. 6000 m Höhe am Sokha-Gletscher sieht.
Foto: Paul Boslooper, google.com

(20) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4530 m Höhe nach Osten zum Uzun Brakk (6422 m)
Im Hintergrund sieht man die westlichen Trabanten des Baintha Brakk
Foto: Edward Seto, www.flickr.com

(21) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4370 m Höhe nach Südosten auf die unbenannten Felszinnen, die sich gletscherabwärts an den Uzun Brakk anschließen.
Foto: Guglielmo di Camillo, google.com

In 4100 m Höhe münden von Nordosten die vereinigten Gletscher Uzun Brakk und Baintha Lukpar. Diese Gletscher sind die westlichen Zugänge zu den Gipfel des Baintha Brakk und der Latok-Gruppe:

(22) Blick vom Biafo-Gletscher beim Rastplatz Baintha nach Norden
zum Baintha Brakk I (7284 m) und II (6960 m)
Weiter rechts schließt die Latok-Gruppe an (siehe folgendes Bild).
Foto: nunkun, www.summitpost.org

Der Baintha Brakk (Ogre) ist ein äußerst schwieriger Berg, dessen Erstbesteigung im Jahr 1977 Geschichte machte, weil sich der Brite Doug Scott beim Abseilen unmittelbar unter dem Gipfel beide Fußknöchel brach. Er konnte sich fortan nur noch auf den Knien vorwärts bewegen. Sein Seilpartner Chris Bonington stürzte beim weiteren Abstieg ins Seil und brach sich mehrere Rippen. Zwei Bergsteiger aus der Mannschaft waren ihnen zur Rettung entgegen gekommen. In schlechtem Wetter erreichten sie schließlich nach 9 Tagen das Basislager, Doug Scott auf Händen und Knien - vom Wandfuß noch fünf Kilometer über den Uzun-Brakk-Gletscher robbend. Von hier wurde Scott von Trägern 40 km weit nach Askole gebracht. Alle hatten überlebt! Die zweite Besteigung des Ogre erfolgte erst 24 Jahre später im Jahr 2001.

Die markanten Zinnen der Latok-Gruppe liegen etwas versteckt hinter den Vorbergen. Eine gute Sicht auf diese Gipfel sowie auf den gesamten unteren und mittleren Biafo-Gletscher hat man von einem etwa 5070 m hohen Aussichtsgipfel östlich von Baintha:

(23) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Osten zur Latok-Gruppe

Zur Fortsetzung dieses Abschnitts: 

(24) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Norden
zum Uzun Brakk (6422 m) und Baintha Brakk (7284 m)
Das Bild schließt links an das vorherige Foto an.

(25) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Nordwesten
zum Sosbun Brakk (6413 m) und Uzun Brakk (6422 m)
Das Bild schließt links an das vorherige Foto an.

(26) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Süden
zum Gama Sokha Lumbu (6282 m)

(27) Der untere Biafo-Gletscher vom Aussichtspunkt 5070 bei Baintha gesehen
Der Gletscher endet im Tal des Süd-Braldu, der das Tal des Baltoro-Gletschers entwässert.

Von dort ist es nicht weit nach Askole.
Rechts unten liegt der Lagerplatz Baintha in 4050 m Höhe an einem kleinen See hinter der Gletschermoräne. Man mache sich bewusst, dass der Biafo-Gletscher hier fast 3 km breit ist!
Foto: Ken (leider nicht mehr online)

Der Biafo-Gletscher ist zusammen mit dem Hispar-Gletscher der klassische Übergang zwischen der meist besuchten Region des Karakorum, dem Baltoro-Gletscher, und dem Hunza-Tal im Nordwesten. Die Beschreibung dieses Übergangs über den Hispar La mit vielen weiteren Bildern finden Sie hier.

Zum Beginn dieses Abschnitts

Panmah-Gletscher (Choktoi-Gletscher und Nobande Sobande-Gletscher):

Der Panmah-Gletscher ist der südliche Teil der vereinigten Gletscher Choktoi und Nobande Sobande. Nur wenige Gruppen erkunden diese Gegend des Panmah-Muztagh östlich der Felszinnen von Baintha Brakk und Latok-Gruppe direkt an der chinesischen Grenze.

Der einfachste Zugang besteht von Süden mit dem Ausgangsport Askole (3020 m). Von dort folgt man zunächst eine Tagesetappe weit dem Baltoro-Trek nach Osten, bis man das Tal des Dumord-River erreicht, der vom Panmah-Gletscher gespeist wird. Man bleibt auf der Westseite des engen Tales, bis nach einer weiteren Tagesetappe der Rastplatz Panmah vor der Stirnmoräne des Panmah-Gletschers erreicht ist.

Der Choktoi-Gletscher:

Von Panmah führt der Choktoi-Gletscher unter die Granitzinnen der Latokgruppe, des Choktoi und schließllich des Sim Brakk und Baintha Brakk. Die folgenden Bilder belegen, welch phantastische Welt bizarrer Felsformationen am Choktoi-Gletscher betreten wird. Hier finden sich öfter Gruppen von Kletterern ein, die sich an den steilen Granitwänden versuchen - und meistens scheitern.

(28) Blick vom Panmah-Gletscher in 3750 m Höhe nach Norden zur Choktoi-Gruppe
Vor den Felsen in Bildmitte vereinigen sich der Choktoi-Gletscher (von links) und der Nobande Sobande-Gletscher (von rechts) zum Panmah-Gletscher.
Foto: Pascal Culot, google.com 

(29) Blick vom Choktoi-Gletscher in 4400 m Höhe nach Südwesten zur Latokgruppe
Der Latok I verbirgt sich in den Wolken.

(30) Blick vom Choktoi-Gletscher in ca. 4470 m Höhe nach Nordwesten
zum Sim Brakk (6460 m) und den davor stehenden Biacherahi Towers
Der nördliche der Felstürme ist auch auf den Bildern Nr. 41 und 42 zu sehen, dort aber von Osten.
Foto: www.poxod.com

(31) Blick vom Choktoi-Gletscher in ca. 4550 m Höhe nach Süden
zum Latok III (6946 m), Latok I (7145 m) und Latok II (7108 m)
Foto:
Foms, www.panoramio.com

(32) Blick vom Choktoi-Gletscher in ca. 4550 m Höhe nach Westen
zum Baintha Brakk II (6960 m) und zum Baintha Brakk I (7284 m)
Der Baintha Brakk II erscheint höher, weil er näher steht.
Foto: Foms, www.panoramio.com

(33)  Blick vom Choktoi-Gletscher in ca 4700 m Höhe nach Nordwesten
zum P 6250 und Sim Brakk (6460 m)
Foto: www.poxod.com

Steigt man in das nördlich gelegene Gletscherbecken am Sim Brakk hinauf, hat man die folgende prächtige Aussicht nach Südwesten auf die Nordwände von Baintha Brakk II und I:

(34) Blick aus ca. 5070 m Höhe am Sim Brakk nach Südwesten
in die Nordwände von Baintha Brakk II (6960 m) und Baintha Brakk I (7284 m)
Rechts liegt der Pass Sim La, der zum Sim Gang-Gletscher hinüberführt (siehe Bild Nr. 14)
Foto: Foms, www.panoramio.com

Einen Rückblick auf den oberen Choktoi-Gletscher verbunden mit der Fernsicht nach Osten bis zum K2 zeigt das folgende Bild, das aus der Ostflanke des Baintha Brakk aufgenommen wurde:

(35) Blick aus der Ostflanke des Baintha Brakk in ca. 7000 m Höhe nach Osten
Zu Füßen liegt der obere Bereich des Choktoi-Gletschers. Darüber stehen die Gipfel der Choktoi-Gruppe. Nach Osten reicht der Blick bis zum K2, Broad Peak und zur Gasherbrum-Gruppe.
Foto: Kyle Dempster; Beschriftung: Günter Seyfferth

Auf folgenden Seiten finden Sie den entgegengesetzten Blick:
- vom Gipfel des K2
- vom Broad Peak
- vom Gipfel des Gasherbrum I (Hidden Peak)

Zum Beginn dieses Abschnitts

Der Nobande Sobande-Gletscher:

Der Nobande Sobande-Gletscher (Panmah-Gletscher) führt vom Pass Skam La (5560 m) in einem weiten Bogen zunächst nach Osten und dann nach Süden. Seine von Norden und Osten einmündenden Seitengletscher haben alle ihren Ursprung am Grenzkamm zu China. In diesem Grenzkamm sind die Gipfel des Skamri (6745 m) und des Karpo-Go (7035 m) die höchsten Erhebungen. Der Gletscher kann auch vom nördlich gelegenen Braldu-Gletscher über den Tilman-Pass erreicht werden. Der Pass ist nach dem Briten Tilman benannt, der ihn im Jahr 1937 bei der Erforschung des Karakorum entdeckt und überschritten hat. Die Region des nordöstlichen Karakorum ist hier beschrieben. Der einfachste Zugang zum Gletscher besteht natürlich von Süden aus dem Tal des Dumord-River.

(Leider stehen mir zu diesem Gebiet nicht alle Fotos in einem befriedigend großen Format zur Verfügung.)

(36) Rückblick vom unteren Nobande Sobande-Gletscher vor der Einmündung
der beiden Chiring-Gletscher nach Südwesten auf die Gipfel am Panmah-Gletscher
südlich der Latok-Gruppe
Foto: www.karakorams.com

(37) Blick vom Rastplatz am unteren Nobande Sobande-Gletscher
vor der Einmündung der beiden Chiring-Gletscher nach Nordosten
Links ist der Skamri (6745 m) an der Grenze zu China zu sehen. Nördlich des Skamri liegt das Nährgebiet des Skamri-Gletschers. Näheres zu dieser Region finden Sie hier.
Foto: Pascal Culot, google.com 

(38) Rückblick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4350 m Höhe nach Süden
zu den Gipfeln um die Chiring-Gletscher
Von links (außerhalb des Bildes) mündet der Drenmang-Gletscher ein.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com

(39) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4700 m Höhe nach Nordwesten
auf die Gipfel zwischen dem Bobishgir (6416 m, links in Wolken) und dem Tilman-Pass
Hinter diesem Bebirgszug liegt das weitverzweigte Becken des Braldu-Gletschers.
Foto: www.karakorams.com

(40) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4900 m Höhe nach Nordosten zu den Gipfeln an der chinesischen Grenze zwischen dem Braldu- und dem Skamri-Gletscher.
Der Skamri selbst befindet sich außerhalb des rechten Bildrandes.

(41) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4950 m Höhe nach West-Südwesten
zu den Gipfeln entlang des Südrandes des Gletschers
Diese unbenannten Berge sind mit Höhen um die 5500 m relativ niedrig.
Im Hintergrund ganz rechts ist der Pass Skam La (5560 m) zu sehen, der zum Sim Gang-Gletscher führt.
Links davon überragt der Sim Brakk (6460 m, vergl. Bild 23 und 26) die anderen Berge.
Die kühne Felsnadel rechts der Bildmitte ist der nördliche der Biacherahi-Towers
(siehe auch Bild Nr. 23 und 35)
Foto: Pascal Culot, google.com 

(42) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4950 m Höhe zum Baintha Brakk (7284 m) und zum nördlichen der Biacherahi-Towers (ca. 5900 m)
Die relativ niedrigen Gipfel südlich des Gletschers ermöglich den Blick über den Kamm hinweg auf die Gipfel am Choktoi-Gletscher (siehe auch Bild Nr. 45)

(43) Blick vom Aufstieg am Peak 5820 südlich des Nobande-Sobande-Gletschers
nach Nordwesten zum Bobishgir (6416 m)
Die vorstehenden Bilder Nr. 40 bis 42 sind vom Gletscher unterhalb der Bildmitte aufgenommen.
Am linken Bildrand ist der Pass Skam La zu erkennen, der hinüber zum Sim Gang-Gletscher führt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com

(44) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 5150 m Höhe nach Norden
zum Bobishgir (6414 m)
Foto: Olov Isaksson

(45) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 5200 m Höhe nach Süden
zum Latok III (6946 m), Latok I (7145 m), Latok II (7108 m)
und dem nördlichen Biacherhai-Tower (ca. 5900 m)
Foto:
www.poxod.com

(46) Blick vom Pass Skam La (5560 m) nach Ost-Südost über die Gipfel der Choktoi-Gruppe
hinweg zum K2 (8611 m) und Broad Peak (8051 m)
Auf der Seite mit den Gipfelpanoramen vom K2 finden Sie den entgegengesetzten Blick
Bild Nr. 36 ist vom dem breiten Schneehang links der Bildmitte aufgenommen.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

Zum Beginn dieses Abschnitss

 

 

 

Quellen der Detail-Informationen:

- A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe
  Map no. 5 - Batura Glacier & Hunza, 1 : 150.000
  Map no. 6 - Nanga Parbat & Gilgit, 1 : 150.000
  Map no. 7 - Hispar Glacier & Shimshal, 1 : 150.000
  Map no. 8 - Biafo Glacier & Skardu, 1 : 150.000
- Wolfgang Heichel: Chronik der Erschließung des Karakorum, Teil II - Central Karakorum I
(Bestellmöglichkeit über den Link)

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya  
- Karakorum - Übersicht
- Karakorum aus der Luft 

- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"
- Gipfelliste "Berge im Karakorum"
- Bildergalerien zum mittleren Karakorum

 

 

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Beschreibung der Topografie der Region:

Der Chogolungma-Gletscher zählt mit 45 km Länge zu den mittelgroßen Gletschern des Karakorum. Am Zugang zum Spantik-Südostgrat liegt er auf 4150 m Höhe, an der Zunge vor dem Ort Arandu auf 2800 m Höhe. An der breitesten Stelle erreicht er immerhin 2,5 km. Der Zugang von Skardu aus ist unproblematisch. Zunächst führt die Straße nach Nordwesten durch das weite Shigar-Tal, bei der Einmündung des Basha von Norden folgt eine Schotter-Piste, über die man - je nach Verhältnissen - fast bis nach Arandu vor der Gletscherzunge gelangt.

(1) Blick vom unteren Chogolungma-Gletscher nach Nordwesten zum Spantik (7027 m)
Foto: Karpino, www.picasaweb.google.com

Die Berge rund um den Chogolungma-Gletscher zählen zur Südkette des Lesser Karakorum. Im Westen des Beckens des Chogolungma-Gletschers befinden sich die Siebentausender Spantik (7027 m) und Malubiting (7458 m), aber auch den Haramosh (7397 m) weiter südlich kann man noch zu diesem Gebiet zählen. Vom Indus im Süden kommt man höchstens durch das Stak-Tal in die Nähe der höheren Gipfel, hat hier aber mit den bereits bei der Region des westlichen Karakorum beschriebenen großen Höhenunterschieden auf kurze Entfernung und dem heißen Klima zu kämpfen. Üblich ist der Zugang von Skardu durch das Shigar-Tal zu dessen Nebenfluss Basha mit dem folgenden Chogolungma-Gletscher. Der mögliche Zugang von Norden vom Hispar-Gletscher über den Nushik La wird selten genutzt.

Die Route zum Spantik führt von Arandu zunächst hinter, dann auf der nördlichen Moräne des Chogolungma-Gletschers entlang, bis man schließlich auf etwa 3900 m Höhe gezwungen wird, den Gletscher zu betreten. Die Route eröffnet Blicke in die nach Südwesten gerichteten Seitentäler des East-Haramosh- und des Haramosh-Gletschers. Voraus ist stets der Spantik (7027 m) im Blick (siehe Bild 1). Nur wenige der Berge beidseits des unteren und mittleren Gletschers haben einen Namen.

(2) Blick vom Nordrand des Chogolungma-Gletscher in ca. 3800 m Höhe nach Südosten
zum Kupultan Kung (6220 m, links) und Paraber (6322 m, rechts).
Foto:
radson1, www.flickr.com

Die Berge rund um den oberen Chogolungma-Gletscher sind sehr beeindruckend, sie fallen vor allem durch schöne Formen und herrlich weiße Bergflanken auf. Der Spantik (7027 m) ist ein beliebtes Ziel der Bergsteiger, weil dessen vergletscherter Südostgrat einen zwar langen, aber technisch nicht zu schwierigen Anstieg bietet. Sein Gipfel wurde erstmals im Jahr 1955 erreicht. Vom Gipfel besteht eine phantastische Aussicht in alle Richtungen.

Links voraus bei der Einmündung des Haramosh-Gletschers leuchtet der prächtigste von all diesen Gipfeln, der Laila (6986 m), der erstmals 1975 bestiegen wurde. Er weist aber nur sehr wenige Besteigungen auf, denn wie unschwer zu erkennen ist, sind seine scharfen Schneegrate eine ernste Herausforderung an die Bergsteiger:

(3) Der formschöne Laila-Peak (6986 m) vom mittleren Chogolungma-Gletscher
Foto: www.pakistanguides.com

Man sollte diesen Berg aber nicht mit dem fast ebenso schönen gleichnamigen Gipfel am Ghondogoro-Gletscher verwechseln. Die weiteren markanten Gipfel um das obere Gletscherbecken sind der Malubiting mit seinen Nebengipfeln und der Spantik. Der Malubiting (7458 m) mit seinen sehr steilen Flanken ist ein sehr schwierig zu ersteigender Berg, was man alleine daran ablesen kann, dass sein Gipfel erst im Jahr 1971 erreicht wurde und seither nur eine weitere Besteigung im Jahr 1997 stattgefunden hat (Stand 2013). Das oberste Becken des Chogolungma-Gletschers unter den Ostwänden des Malubiting und unter der Südwand des Spantik wird selten betreten. Hier empfiehlt sich wegen der Lawinengefahr ein respektvoller Abstand zu den Hängen.

Wie bereits erwähnt, ist das "klassische" Ziel der Bergsteiger der Spantik (7027 m). Sein langer Südostgrat ist ab etwa 5800 m Höhe stark vergletschert; seine Begehung kann durch Tiefschnee zu einem großen Kraftakt werden. Üblicherweise werden drei Lager am Grat errichtet, das letzte in 6200 m Höhe.

(4) Der Gipfel des Spantik (7027 m) vom Lager 1 in 5120 m Höhe am Südostgrat gesehen.
Foto: Dalecottam, www.flickr.com

Auf dem nur mäßig ansteigenden mittleren Bereich des Südostgrates wird Lager 2 in 5550 m Höhe errichtet. Dort steht direkt voraus im Westen der Malubiting:

(5) Blick vom Südostgrat des Spantik zum Malubiting (7458 m).
Der Hauptgipfel erhebt sich im Hintergrund; die drei vorderen Gipfel sind
Malubiting East (6970 m), Malubiting Middle (7291 m) und Malubiting North (6843 m)
Foto: Karpino

Mit dem weiteren Aufstieg am Südostgrat des Spantik kommen immer mehr Gipfel im Osten bis Südosten in den Blick, und der gesamte Chogolungma-Gletscher liegt zu Füßen:

(6) Blick aus ca. 6000 m Höhe am Südostgrat des Spantik nach Südosten
(Im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
In der Ferne sind bereits der Baintha Brakk (7285 m) und der Masherbrum (7821 m) zu sehen.
Foto: jasminetours.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Wenn am Spantik eine Höhe von etwa 6500 m erreicht ist, ist im Süden hinter dem Laila auch der letzte der Siebentausender dieser Bergruppe, der Haramosh (7397 m) zu sehen. Der Haramosh wurde erstmals im Jahr 1958 bestiegen, danach aber nur nochmals 1978 und 1988 (Stand 2013):

(7) Blick aus ca. 6500 m Höhe am Spantik nach Süden
(Im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Hinter dem Laila II ist jetzt auch der Haramosh (7397 m) zu sehen.
In der Ferne reicht der Blick bis zum Nanga Parbat (8125 m).
Foto: radson1, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Berge in den Seitentälern nördlich des Chogolungma-Gletschers sind meist weniger als 6000 m hoch. Hierher verirrt sich außer den Viehhirten der Dörfer so gut wie niemand. Weiter im Osten gelangt man vom Tal des Süd-Braldu in das Amphitheater der Gipfel rund um den Sosbun-Gletscher mit Höhen bis 6500 m. Auch hier wird man kaum einen Touristen antreffen:

(8) Blick von einem Aussichtsgipfel im südlichen Sosbun-Becken nach Westen
mit dem Ganchen (6462 m, links) und dem Hikmul (6300 m, rechts).
Bitte vergleichen Sie mit Bild Nr. 6.
Foto: あこがれ (akogare)

(9) Blick von einem Aussichtsgipfel im südlichen Sosbun-Becken nach Norden
mit dem Sosbun Brakk (6413 m) links der Bildmitte.
Hinter der Bergkette auf der rechten Seite verläuft der Biafo-Gletscher.
Foto: あこがれ (akogare)

     Wenn Sie sich ausführlich über diesen Teil des Karakorum, seine Erkundung und über die Expeditionen ausführlich informieren wollen,
so empfehle ich Ihnen die Veröffentlichung von Wolfgang Heichel: Chronik der Erschließung des Karakorum, Teil II - Central Karakorum
Dieses 464 Seiten starke Buch enthält detaillierte Landkarten, sehr viele beschriftete Fotos, zahlreiche Routenskizzen und natürlich die Beschreibung der gesamten Historie.

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