Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

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Karakorum Nordost
(North-Braldu, Shaksgam, Sarpo Laggo, Skamri)


 

Landkarte des nordöstlichen Karakorum
(Die Landkarte ist auch in doppelter Größe hinterlegt.)

Satellitenaufnahme des nordöstlichen Karakorum von Südwesten
(bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar)

Die Richtung der vorstehenden Aufnahme entspricht dem Blick auf der Landkarte von deren linken unterem Eck nach rechts oben.
Auf der Seite des Snow Lake finden Sie eine Satellitenaufnahme, die unten anschließt.

Bei den Satellitenaufnahmen aus ca. 350 km Höhe besteht mitunter ein Problem mit der Deutung von Graten und Tälern.
Bei flacherem Winkel der Sonneneinstrahlung werfen die Berggrate lange Schatten. Je nach Richtung und Breite der Schatten
und der Lage eines Talgrunds kann es sogar sein, dass man zunächst den gezackten Rand eines Schattens für den Grat selbst hält
und den eigentlichen Grat für den Talgrund. Bei einem nahezu senkrechten Blick nach unten
sind auch die genauen Lagen der Gipfel oft schwer festzustellen. Dafür braucht es dann terrestrische Fotografien von den Bergflanken,
auf denen die Hangstrukturen wiederzufinden sind.

Quellen der Detail-Informationen:

- A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe, 
  Map no.  7 - Hispar Glacier & Shimshal, 1 : 150.000
  Map no.  8 - Biafo Glacier & Skardu, 1 : 150.000
  Map no.  9  - Insgaiti Glacier. 1 : 150.000
  Map no. 10 - Baltoro-Glacier & Khapulu, 1 : 150.000
  Map no. 13 - Baltoro-Glacier, 1 : 75.000
- Karte "K2 - Mount Qogori" 1:100.000, Chinese Institute of Glaciology
- Karte "K2 and Baltoro Glacier 1 : 80.000" von Grzegorz Glazek (siehe oben)
- Eigene Auswertungen mit Hilfe von Google Earth hinsichtlich von Gipfelhöhen
  nördlich und nordwestlich des Skamri-Gletschers und im Bereich des Braldu-Gletschers

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya 
- Karakorum Übersicht
- Region Karakorum Nord
- Region Karakorum Nordost
- Karakorum aus der Luft 

- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"
- Gipfelliste "Berge im Karakorum"
- Gletscher im Karakorum
- Passübergang Hispar La 
- Bildergalerien zum mittleren Karakorum 

 

  Öffnen Sie die Bilder im Großformat!
             Dort sind dann auch die Beschriftungen gut lesbar.

Beschreibung der Topografie der Region:

Vorbemerkungen zu Namen und Höhen der Berge in der Region:
Es fällt auf, dass es in der Mitte des Karakorum besonders viele Berge ohne Namen und auch viele ohne Höhenangaben gibt. Die fehlenden Namen mögen dadurch erklärbar sein, dass die Berge besonders weit von den nächsten Siedlungen entfernt liegen und die europäischen Forscher zu Beginn des 20. Jahrhunderts wenig darüber in Erfahrung bringen konnten. Hin und wieder taucht bei einem der Sechstausender im Bereich des Snow Lake ein Name mit europäischem Klang auf. In diesen Fällen haben Bergsteiger in jüngerer Zeit die Gelegenheit genutzt, eine Besteigung mit der Vergabe eines Namens zu verbinden, meist nach dem Namen von einem der Teilnehmer. Diese Namen können nicht akzeptiert werden. In der obigen Karte habe ich mich nur auf bisher in den angegebenen Quellen vorhandene Namen gestützt -mit einer Ausnahme: den prägnanten Felsgipfel zwischen den Pässen Skam La und Sim La, der insbesondere vom Choktoi-Gletscher aus besonders ins Auge fällt, habe ich "Sim Brakk" genannt.

Viele Gipfel haben in den Karten keine Höhenangaben. Dies mag daran liegen, dass die frühen Forscher, welche ihre Expeditionen mit Vermessungsarbeiten verbunden haben, in diesen Bereichen wenig sichere Anhaltspunkte für die Höhenbestimmung gefunden haben oder schlichtweg keine Zeit hatten, um die Höhen aller Gipfel aufzunehmen. Viele durchaus prägnante Gipfel sind ohne Namen und Höhehnangaben geblieben, was eine Erläuterung mit beschrifteten Fotos besonders schwer macht. Was soll man dort vermerken? Ich habe versucht, die meisten dieser "Lücken" in den Höhenangaben durch Analysen anhand von Fotografien zu schließen. Solche Höhenangaben sind natürlich nur annähernd richtige Werte. Aber auch in den als Quellen angegebenen Landkarten sind viele Höhenangaben nur geschätzte, hin und wieder auch falsche Werte. Höhenablesungen in Google Earth sind im beschriebenen Bereich nur sehr bedingt hilfreich, da hier das verwendete Messraster im Grundriss offensichtlich sehr grob war und entsprechend wenige Punkte mit Höhen bestimmt wurden. Dies führt insbesondere bei den scharfen Felszinnen im Zentrum dazu, dass manche dieser Gipfel in der 3D-Sicht von Google Earth nur als flache Kuppe mit vollkomen falschen Höhen dargestellt sind oder gar nicht existieren, z.B. der oben erwähnte "Sim Brakk" oder der Tahu Rutum. Nur bei flach gerundeten Gipfelformen liefert Google Earth Anhaltspunkte, bedingt aber auch dort noch Korrekturen. Meine Angaben in obiger Karte dürften aber im Wesentlichen den tatsächlichen Höhenrelationen entsprechen.

Untergliederung der Beschreibung:
- Snow Lake und Sim Gang-Gletscher
- Biafo-Gletscher
- Choktoi-Gletscher
- Nobande Sobande-Gletscher


Snow Lake und Sim Gang-Gletscher:

Etwa im Zentrum des Karakorum liegt das gewaltige Gletscherbecken des Snow Lake und des Sim Gang-Gletschers. Das Becken in der Höhenlage von 4700 bis 5000 m hat zwischen den Pässen Hispar La und Skam La eine Länge von 24 km und zwischen den Höhenzügen im Norden und Süden eine Breite von 12 bis 15 km. In seiner Mitte erhebt sich ein Bergrücken, der die fast ebene Schneefläche um bis zu 1000 Meter überragt. Dieses Gletscherbecken ist eines der größten außerhalb der Polarregionen. Es ist das Nährgebiet des Biafo-Gletschers, d.h. alle dort fallenden Schneemassen, die sich nach und nach zu Eis verdichten, fließen in Richtung Biafo-Gletscher. Der Wanderer darf sich durch die bei Sonnenschein so wunderbar leuchtende und ebene Schneefläche nicht nur der Freude und damit einer evtl. Sorglosigkeit hingeben. Er bewegt sich auf einem mächtigen Gletscher, dessen Eisdicke mit mehreren Hundert Metern nur erahnt werden kann, und in diesem Gletscher gibt es natürlich auch tiefe Spalten. Über das Plateau toben heftige Schneestürme hinweg, der triftende Schnee lässt die Spalten unter einer tückischen Schneedecke verschwinden. Soweit die Gletscher mit Schnee bedeckt sind, darf auf keinen Fall ohne Seilsicherung gegangen werden. Um die Lagerplätze herum sollte sorgfältig auf Spalten sondiert werden.

Das Gebiet um den Snow Lake ist Teil des Great Karakorum zwischen den mächtigen Gebirgszügen des Hispar Muztagh im Westen und des Baltoro im Südosten. Dieser Bereich des Gebirges heißt Panmah Muztagh. Die Ebenen von Snow Lake und Sim-Gang-Gletscher sind umrahmt von Gipfeln zwischen 6000 und 6600 m Höhe. Nur der Baintha-Brakk (Ogre) im Südosten nimmt mit seinen 7284 m Höhe und seiner abweisenden Nordwand eine Ausnahmestellung ein. Bei den begrenzenden Gebirsgzügen fällt der Unterschied zwischen den "gemäßigten" Gipfelformen im Westen, Norden und Osten und den bizarren Felsgestalten im Süden auf, die sich auch noch sowohl entlang des Biafo-Gletschers als auch des Choktoi-Gletschers nach Südosten fortsetzen. Der Baintha-Brakk, die Latok-Gipfel und die Felszinnen am oberen Biafo-Gletscher ziehen die Spitzenkletterer der ganzen Welt an.

Mehrere Passübergänge führen aus dem Gletscherbecken heraus über die angrenzenden Gipfelketten. Der Hispar La (5150 m) im Westen ist der Übergang zum Hispar-Gletscher (siehe Karte und Beschreibung des Hispar-Muztagh). Die beiden Khurdopin-Pässe im Norden bilden den Übergang ins Shimshal-Tal, der Lukpe La im Osten ist der Übergang in das unbewohnte Tal des Nord-Braldu, das weiter zum Shaksgam und zur chinesischen Grenze führt (siehe Karte und Beschreibung Karakorum Nordost). Nach Osten führt der Skam La zum Nobande Sobande-Gletscher (Panmah-Gletscher), nach Südosten der Sim La zum Choktoi-Gletscher. Der am häufigsten genutzte Zugang bzw. Ausgang ist natürlich der Biafo-Gletscher, der im Südosten in 3050 m Höhe am Süd-Braldu (Abfluss des Baltoro-Gletschers) endet und von wo bald das Dorf Askole erreicht wird.

Wir beginnen mit der Bildbeschreibung am nördlichen und nordöstlichen Rand des Gletscherbeckens und bewegen uns Richtung "Ausgang" am Biafo-Gletscher. Vom Khurdopin-Pass West (5700 m) im Norden blickt man auf den Südrand des Gletscherbeckens mit seinen bizarren Gipfeln vom Baintha Brakk bis zum Sosbun-Brakk:

(1) Blick vom Khurdopin-Pass West (5700 m) zum Südrand des Snow Lake
vom Baintha Brakk (7284 m) bis zum Sosbun Brakk (6413 m)
Zu Füßen liegt das Gletscherbecken des Snow Lake, der rechts vor dem Sosbun Brakk in den Biafo-Gletscher übergeht. Bei der Längenangabe des Biafo-Gletschers (66 km) wird der Snow Lake mitgerechnet, das er ja das Nährgebiet des Gletschers darstellt.
Foto: Jozef Houben; Beschriftung: Günter Seyfferth

Am nordöstlichen Rand des Gletscherbeckens sind der Pass Lukpe La (5610 m), der Übergang vom Braldu-Gletscher zum Snow Lake, sowie der von dort erreichbare Braldu Brakk (6140 m) gute Aussichtspunkte, die einen phantastischen Überblick in alle Himmelsrichtungen gewähren. Pierre Neyret  hat freundlicherweise eine Reihe wunderbarer Bilder von seiner Ski-Expedition im Jahr 2011 zur Verfügung gestellt. Seine Bilder nach Osten und Südosten finden Sie hier. Hier folgen nun seine Bilder vom Lukpe La und Braldu Brakk, welche helfen, die Topografie des Snow Lake zu erklären.

(2) Blick von Süden auf den Pass Lukpe La (5610 m)
und die Gipfel am nordöstlichen Rand des Snow Lake.

In Bildmitte sehen wir den Braldu Brakk (6140 m), der eine herrliche Rundumsicht gewährt.
Rechts geht es hinunter dem Braldu-Gletscher, links zum Snow Lake.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(3) Blick vom Lukpe La (5610 m) nach Südwesten
zu den bizarren Gipfeln am Beginn des Biafo-Glestchers
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth


(4) Blick aus ca. 6000 m Höhe am Braldu Brakk nach Süden zu den Gipfeln der Latok-Gruppe und zu höchsten Berg der Region, dem Baintha Brakk (7284 m), auch Ogre genannt.
Rechts liegt der ebene Boden des Sim Gang-Gletschers, dem östlichen Teil des Snow Lake.
Zwischen den Bergsteigern und dem Baintha Brakk befinden sich drei Pässe: der Lukpe La, der Skam La, der vom Snow Lake nach Osten zum Nobande-Sobande-Gletscher führt, und der Sim La, der vom Snow Lake nach Südosten zum Choktoi-Gletscher führt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

(5) Blick aus ca. 6080 m Höhe nach Südwesten bis zum Nanga Parbat (8125 m)
Im Vergleich zu Bild Nr. 3 steht der Fotograf deutlich höher, so dass über den Gipfeln am oberen
Biafo-Gletscher der achthöchste Berg der Erde, der Nanga Parbat zu sehen ist.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(6) Blick vom Gipfel des Braldu-Brakk (6140 m) nach Westen
Über dem Meer der namenlosen hohen 5000er im Snow Lake stehen die Gipfel um den Chogolungma-Gletscher: Haramosh (7397 m), Haramosh II (6666 m), Laila (6986 m), Malubiting (7458 m) und Spantik (7027 m) sind die herausragenden Berge. Ganz rechts ist sogar der Rakaposhi (7788 m) zu erkennen, der Berg, der das Hunza-Tal beherrscht.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

(7) Blick vom Gipfel des Braldu-Brakk (6140 m) nach Nordwesten
In dieser Sicht verstellt der unbenannte Peak 6601 leider die Sicht auf die hohen Siebentausender des Hispar Muztagh. Die Gipfel auf der rechten Seite des Bildes begrenzen das obere Becken des Virjerab-Gletschers, der nach Nordwesten in Richtung Shimshal-Tal fließt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(8) Tele-Blick vom Gipfel des Braldu Brakk (6140 m) nach Süden
in die unbezwungene Nordwand des Baintha Brakk (7284 m).
Links des Hauptgipfels, nur scheinbar mit diesem verschmolzen, sieht man den
Baintha Brakk II (6960 m). Bitte vergleichen Sie auch mit Bild Nr. 34.
Die niedrigen Sechstausender im Vordergrund begrenzen den Pass Skam La auf seiner Südseite.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Vom Fuß des des Lukpe La geht der Blick über den Sim Gang-Gletscher, also über den südlichen Arm des Snow Lake hinweg bis zum Hispar La:

(9) Blick vom Abstieg vom Lhukpe La (5566 m) über den Sim Gang-Gletscher hinweg
nach Westen zu den Felszinnen am Biafo-Gletscher und zum Hispar La
Der Biafo-Gletscher fließt vor den Felszinnen nach links, d.h. nach Südosten.
Am Hispar La beginnt der 50 km lange, nach Westen fließende Hispar-Gletscher.
Foto: Paul Boslooper, google.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der alles beherrschende Berg am Sim Gang-Gletscher ist der Baintha Brakk (7284 m), auch Ogre genannt. Der Baintha Brakk wurde erstmals im Jahr 1977 von einer britischen Expedition bestiegen. Der Baintha Brakk ist ein äußerst schwieriger Berg; die zweite Besteigung gelang erst im Jahr 2001.

(10) Blick vom Sim Gang-Gletscher auf die Nordwände des Baintha Brakk (links, 7284 m)
und seiner Trabanten ohne Namen.
Über dem Einschnitt rechts der Bildmitte ist der Uzun Brakk (6422 m) zu sehen.
Die drei Bergsteiger stehen im Bereich der Randmoräne und sind deshalb nicht angeseilt.
Foto: Paul Boslooper, google.com

Ein Zeltlager auf dem Sim Gang-Gletscher hinterlässt den einmalig schönen Eindruck von einer weltabgeschiedenen Landschaft aus Eis und Schnee von polaren Dimensionen und von absoluter Stille, solange keine Lawinen aus der Nordwand des Baintha Brakk niedergehen. Die folgenden 4 Bilder zeigen Eindrücke von einem solchen Lager mit der Sicht nach Norden und Osten:

(11) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Norden
Hinter dieser Bergkette liegt der nördliche Arm des Snow Lake (siehe Karte)
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(12) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Nordosten
Hinter dieser Bergkette liegt der nördliche Arm des Snow Lake (siehe Karte):
Das Bild schließt rechts an Bild Nr. 11 an.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(13) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Osten
Das Bild schließt rechts an Bild Nr. 12 an.
Links der unbenannten Gipfel in der Bildmitte geht es zu den Pässen Skam La und Lukpe La,
rechts zum Sim La (siehe Bild Nr. 14).
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(14) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Osten mit dem Baintha Brakk
Rechts der Bildmitte befindet sich der Sim La, der Passübergang zum Choktoi-Gletscher.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

Wenn vom Sim Gang-Gletscher her der Biafo-Gletscher erreicht ist, befindet man sich am südlichen Rand des Snow Lake, der sich zunächst nach Norden erstreckt und sich vor dem Lupke Lawo Brakk (6593 m) nach Osten wendet:

(15) Der Snow Lake vom Biafo-Gletscher nach Norden.
Nach links (nach Westen) führt die Route weiter zum Hispar La.
Nach rechts (nach Osten) erstreckt sich der ebene Sim Gang-Gletscher (siehe vorstehende Bilder).
Im Hintergrund rechts der Bildmitte der Lukpe Lawo Brakk (6593 m).
Bild Nr. 1 wurde von dem Pass links dieses Gipfels aufgenommen.
Foto: Paul Boslooper, google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der lange Schatten auf dem vorstehenden Bild ist der Schatten der Felszinnen am südwestlichen Rand des Biafo-Gletschers, die bereits auf Bild Nr. 9 zu sehen waren. Für das folgende Bild hat sich der Betrachter um 90 Grad nach links gewendet:

(16) Blick vom südlichen Rand des Snow Lake zum Sosbun Brakk (6413 m)
und zum Broad Tower (6066 m)
Der Biafo-Gletscher fließt nach links. Rechts geht es zum Hispar La.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com

Mit der folgenden Sicht auf Snow Lake und Sim Gang-Gletscher vom Aufstieg zum Hispar La sei die Beschreibung des großen Gletscherbeckens abgeschlossen:

(17) Blick vom Aufstieg zum Hispar La nach Osten auf Snow Lake und Sim Gang-Gletscher
22 km sind es bis zum anderen Ende des Gletscherbeckens!
Foto: Paul Boslooper, google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Zum Beginn dieses Abschnitts 

Biafo-Gletscher:

In ca. 4700 m Höhe vereinigen sich die Gletscherströme von Sim Gang und Snow Lake zum Biafo-Gletscher, der von dort in Richtung Südosten fließt. Mit bis zu 3,5 km Breite hat er wahrhaftig gigantische Ausmaße. Die Abmessungen sind so ungewöhnlich, dass der Trekker ständig über die tatsächlichen Entfernungen getäuscht wird. Beidseits des folgenden Streckenabschnitts bis auf Höhe des Rastplatzes Baintha (4050 m) an der Einmündung des Baintha-Lukpar-Gletschers stehen beidseits des Gletschers weitere imposante Zinnen aus Granit, welche nur teilweise einen Namen haben, z.B. der Sosbun Brakk (6413 m) auf der Südwestseite oder der Uzun Brakk (6422 m) gegenüber auf der Nordostseite:

(18) Blick vom Südrand des Snow Lake nach Süden
auf die Berge am Südwestrand des Biafo-Gletschers
Hier beginnt die lange Wanderung, die stetig den Biafo-Gletscher abwärts führt.
Kommt man von Süden, ist dieser Punkt das letzte Lager vor Überschreitung des Hispar La.
Foto: Mount Coach, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(19) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4575 m Höhe nach Südwesten
zum Sosbun Brakk (6413 m, links) und zu den Zinnen des Broad Tower (6066 m),
die auch auf Bild Nr. 18 von einem Standort weiter rechts zu sehen waren.
Der Sattel rechts des Sosbun Brakk ist der Sokha La, hinter dem man einen unbenannten Gipfel
mit ca. 6000 m Höhe am Sokha-Gletscher sieht.
Foto: Paul Boslooper, google.com

(20) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4530 m Höhe nach Osten zum Uzun Brakk (6422 m)
Im Hintergrund sieht man die westlichen Trabanten des Baintha Brakk
Foto: Edward Seto, www.flickr.com

(21) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4370 m Höhe nach Südosten auf die unbenannten Felszinnen, die sich gletscherabwärts an den Uzun Brakk anschließen.
Foto: Guglielmo di Camillo, www.picasaweb.google.com

In 4100 m Höhe münden von Nordosten die vereinigten Gletscher Uzun Brakk und Baintha Lukpar. Diese Gletscher sind die westlichen Zugänge zu den Gipfel des Baintha Brakk und der Latok-Gruppe:

(22) Blick vom Biafo-Gletscher beim Rastplatz Baintha nach Norden
zum Baintha Brakk I (7284 m) und II (6960 m)
Weiter rechts schließt die Latok-Gruppe an (siehe folgendes Bild).
Foto: nunkun, www.summitpost.org

Der Baintha Brakk (Ogre) ist ein äußerst schwieriger Berg, dessen Erstbesteigung im Jahr 1977 Geschichte machte, weil sich der Brite Doug Scott beim Abseilen unmittelbar unter dem Gipfel beide Fußknöchel brach. Er konnte sich fortan nur noch auf den Knien vorwärts bewegen. Sein Seilpartner Chris Bonington stürzte beim weiteren Abstieg ins Seil und brach sich mehrere Rippen. Zwei Bergsteiger aus der Mannschaft waren ihnen zur Rettung entgegen gekommen. In schlechtem Wetter erreichten sie schließlich nach 9 Tagen das Basislager, Doug Scott auf Händen und Knien - vom Wandfuß noch fünf Kilometer über den Uzun-Brakk-Gletscher robbend. Von hier wurde Scott von Trägern 40 km weit nach Askole gebracht. Alle hatten überlebt! Die zweite Besteigung des Ogre erfolgte erst 24 Jahre später im Jahr 2001.

Die markanten Zinnen der Latok-Gruppe liegen etwas versteckt hinter den Vorbergen. Eine gute Sicht auf diese Gipfel sowie auf den gesamten unteren und mittleren Biafo-Gletscher hat man von einem etwa 5070 m hohen Aussichtsgipfel östlich von Baintha:

(23) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Osten zur Latok-Gruppe

Zur Fortsetzung dieses Abschnitts: 

(24) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Norden
zum Uzun Brakk (6422 m) und Baintha Brakk (7284 m)
Das Bild schließt links an das vorherige Foto an.

(25) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Nordwesten
zum Sosbun Brakk (6413 m) und Uzun Brakk (6422 m)
Das Bild schließt links an das vorherige Foto an.

(26) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Süden
zum Gama Sokha Lumbu (6282 m)

(27) Der untere Biafo-Gletscher vom Aussichtspunkt 5070 bei Baintha gesehen
Der Gletscher endet im Tal des Süd-Braldu, der das Tal des Baltoro-Gletschers entwässert.

Von dort ist es nicht weit nach Askole.
Rechts unten liegt der Lagerplatz Baintha in 4050 m Höhe an einem kleinen See hinter der Gletschermoräne. Man mache sich bewusst, dass der Biafo-Gletscher hier fast 3 km breit ist!
Foto: Ken (leider nicht mehr online)

Der Biafo-Gletscher ist zusammen mit dem Hispar-Gletscher der klassische Übergang zwischen der meist besuchten Region des Karakorum, dem Baltoro-Gletscher, und dem Hunza-Tal im Nordwesten. Die Beschreibung dieses Übergangs über den Hispar La mit vielen weiteren Bildern finden Sie hier.

Zum Beginn dieses Abschnitts

Panmah-Gletscher (Choktoi-Gletscher und Nobande Sobande-Gletscher):

Der Panmah-Gletscher ist der südliche Teil der vereinigten Gletscher Choktoi und Nobande Sobande. Nur wenige Gruppen erkunden diese Gegend des Panmah-Muztagh östlich der Felszinnen von Baintha Brakk und Latok-Gruppe direkt an der chinesischen Grenze.

Der einfachste Zugang besteht von Süden mit dem Ausgangsport Askole (3020 m). Von dort folgt man zunächst eine Tagesetappe weit dem Baltoro-Trek nach Osten, bis man das Tal des Dumord-River erreicht, der vom Panmah-Gletscher gespeist wird. Man bleibt auf der Westseite des engen Tales, bis nach einer weiteren Tagesetappe der Rastplatz Panmah vor der Stirnmoräne des Panmah-Gletschers erreicht ist.

Der Choktoi-Gletscher:

Von Panmah führt der Choktoi-Gletscher unter die Granitzinnen der Latokgruppe, des Choktoi und schließllich des Sim Brakk und Baintha Brakk. Die folgenden Bilder belegen, welch phantastische Welt bizarrer Felsformationen am Choktoi-Gletscher betreten wird. Hier finden sich öfter Gruppen von Kletterern ein, die sich an den steilen Granitwänden versuchen - und meistens scheitern.

(28) Blick vom Panmah-Gletscher in 3750 m Höhe nach Norden zur Choktoi-Gruppe
Vor den Felsen in Bildmitte vereinigen sich der Choktoi-Gletscher (von links) und der Nobande Sobande-Gletscher (von rechts) zum Panmah-Gletscher.
Foto: Pasacal Culot, google.com 

(29) Blick vom Choktoi-Gletscher in 4400 m Höhe nach Südwesten zur Latokgruppe
Der Latok I verbirgt sich in den Wolken.

(30) Blick vom Choktoi-Gletscher in ca. 4470 m Höhe nach Nordwesten
zum Sim Brakk (6460 m) und den davor stehenden Biacherahi Towers
Der nördliche der Felstürme ist auch auf den Bildern Nr. 41 und 42 zu sehen, dort aber von Osten.
Foto: www.poxod.com

(31) Blick vom Choktoi-Gletscher in ca. 4550 m Höhe nach Süden
zum Latok III (6946 m), Latok I (7145 m) und Latok II (7108 m)
Foto:
Foms, www.panoramio.com

(32) Blick vom Choktoi-Gletscher in ca. 4550 m Höhe nach Westen
zum Baintha Brakk II (6960 m) und zum Baintha Brakk I (7284 m)
Der Baintha Brakk II erscheint höher, weil er näher steht.
Foto: Foms, www.panoramio.com

(33)  Blick vom Choktoi-Gletscher in ca 4700 m Höhe nach Nordwesten
zum P 6250 und Sim Brakk (6460 m)
Foto: www.poxod.com

Steigt man in das nördlich gelegene Gletscherbecken am Sim Brakk hinauf, hat man die folgende prächtige Aussicht nach Südwesten auf die Nordwände von Baintha Brakk II und I:

(34) Blick aus ca. 5070 m Höhe am Sim Brakk nach Südwesten
in die Nordwände von Baintha Brakk II (6960 m) und Baintha Brakk I (7284 m)
Rechts liegt der Pass Sim La, der zum Sim Gang-Gletscher hinüberführt (siehe Bild Nr. 14)
Foto: Foms, www.panoramio.com

Einen Rückblick auf den oberen Choktoi-Gletscher verbunden mit der Fernsicht nach Osten bis zum K2 zeigt das folgende Bild, das aus der Ostflanke des Baintha Brakk aufgenommen wurde:

(35) Blick aus der Ostflanke des Baintha Brakk in ca. 7000 m Höhe nach Osten
Zu Füßen liegt der obere Bereich des Choktoi-Gletschers. Darüber stehen die Gipfel der Choktoi-Gruppe. Nach Osten reicht der Blick bis zum K2, Broad Peak und zur Gasherbrum-Gruppe.
Foto: Kyle Dempster; Beschriftung: Günter Seyfferth

Auf folgenden Seiten finden Sie den entgegengesetzten Blick:
- vom Gipfel des K2
- vom Broad Peak
- vom Gipfel des Gasherbrum I (Hidden Peak)

Zum Beginn dieses Abschnitts

Der Nobande Sobande-Gletscher:

Der Nobande Sobande-Gletscher (Panmah-Gletscher) führt vom Pass Skam La (5560 m) in einem weiten Bogen zunächst nach Osten und dann nach Süden. Seine von Norden und Osten einmündenden Seitengletscher haben alle ihren Ursprung am Grenzkamm zu China. In diesem Grenzkamm sind die Gipfel des Skamri (6745 m) und des Karpo-Go (7035 m) die höchsten Erhebungen. Der Gletscher kann auch vom nördlich gelegenen Braldu-Gletscher über den Tilman-Pass erreicht werden. Der Pass ist nach dem Briten Tilman benannt, der ihn im Jahr 1937 bei der Erforschung des Karakorum entdeckt und überschritten hat. Die Region des nordöstlichen Karakorum ist hier beschrieben. Der einfachste Zugang zum Gletscher besteht natürlich von Süden aus dem Tal des Dumord-River.

(Leider stehen mir zu diesem Gebiet nicht alle Fotos in einem befriedigend großen Format zur Verfügung.)

(36) Rückblick vom unteren Nobande Sobande-Gletscher vor der Einmündung
der beiden Chiring-Gletscher nach Südwesten auf die Gipfel am Panmah-Gletscher
südlich der Latok-Gruppe
Foto: www.karakorams.com

(37) Blick vom Rastplatz am unteren Nobande Sobande-Gletscher
vor der Einmündung der beiden Chiring-Gletscher nach Nordosten
Links ist der Skamri (6745 m) an der Grenze zu China zu sehen. Nördlich des Skamri liegt das Nährgebiet des Skamri-Gletschers. Näheres zu dieser Region finden Sie hier.
Foto: Pasacal Culot, google.com 

(38) Rückblick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4350 m Höhe nach Süden
zu den Gipfeln um die Chiring-Gletscher
Von links (außerhalb des Bildes) mündet der Drenmang-Gletscher ein.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com

(39) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4700 m Höhe nach Nordwesten
auf die Gipfel zwischen dem Bobishgir (6416 m, links in Wolken) und dem Tilman-Pass
Hinter diesem Bebirgszug liegt das weitverzweigte Becken des Braldu-Gletschers.
Foto: www.karakorams.com

(40) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4900 m Höhe nach Nordosten zu den Gipfeln an der chinesischen Grenze zwischen dem Braldu- und dem Skamri-Gletscher.
Der Skamri selbst befindet sich außerhalb des rechten Bildrandes.

(41) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4950 m Höhe nach West-Südwesten
zu den Gipfeln entlang des Südrandes des Gletschers
Diese unbenannten Berge sind mit Höhen um die 5500 m relativ niedrig.
Im Hintergrund ganz rechts ist der Pass Skam La (5560 m) zu sehen, der zum Sim Gang-Gletscher führt.
Links davon überragt der Sim Brakk (6460 m, vergl. Bild 23 und 26) die anderen Berge.
Die kühne Felsnadel rechts der Bildmitte ist der nördliche der Biacherahi-Towers
(siehe auch Bild Nr. 23 und 35)
Foto: Pasacal Culot, google.com 

(42) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 4950 m Höhe zum Baintha Brakk (7284 m) und zum nördlichen der Biacherahi-Towers (ca. 5900 m)
Die relativ niedrigen Gipfel südlich des Gletschers ermöglich den Blick über den Kamm hinweg auf die Gipfel am Choktoi-Gletscher (siehe auch Bild Nr. 45)

(43) Blick vom Aufstieg am Peak 5820 südlich des Nobande-Sobande-Gletschers
nach Nordwesten zum Bobishgir (6416 m)
Die vorstehenden Bilder Nr. 40 bis 42 sind vom Gletscher unterhalb der Bildmitte aufgenommen.
Am linken Bildrand ist der Pass Skam La zu erkennen, der hinüber zum Sim Gang-Gletscher führt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com

(44) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 5150 m Höhe nach Norden
zum Bobishgir (6414 m)
Foto: Olov Isaksson

(45) Blick vom Nobande Sobande-Gletscher in ca. 5200 m Höhe nach Süden
zum Latok III (6946 m), Latok I (7145 m), Latok II (7108 m)
und dem nördlichen Biacherhai-Tower (ca. 5900 m)
Foto:
www.poxod.com

(46) Blick vom Pass Skam La (5560 m) nach Ost-Südost über die Gipfel der Choktoi-Gruppe
hinweg zum K2 (8611 m) und Broad Peak (8051 m)
Auf der Seite mit den Gipfelpanoramen vom K2 finden Sie den entgegengesetzten Blick
Bild Nr. 36 ist vom dem breiten Schneehang links der Bildmitte aufgenommen.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

Zum Beginn dieses Abschnitss

 

 

 

Quellen der Detail-Informationen:

- A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe,
  Map no. 7 - Hispar Glacier & Shimshal, 1 : 150.000
  Map no. 8 - Biafo Glacier & Skardu, 1 : 150.000
  Map no.  9  - Insgaiti Glacier. 1 : 150.000
  Map no. 10 - Baltoro-Glacier & Khapulu, 1 : 150.000
  Map no. 13 - Baltoro-Glacier, 1 : 75.000
- Karte "K2 - Mount Qogori" 1:100.000, Chinese Institute of Glaciology
- Karte "K2 and Baltoro Glacier 1 : 80.000" von Grzegorz Glazek (siehe oben)
- Eigene Auswertungen mit Hilfe von Google Earth hinsichtlich von Gipfelhöhen
  nördlich und nordwestlich des Skamri-Gletschers und im Bereich des Braldu-Gletschers

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya 
- Karakorum Übersicht
- Karakorum aus der Luft
- Region Karakorum Nord
- Region Karakorum - Baltoro
- Region Karakorum Ost/K2 und Shaksgam

- Region Snow Lake, Biafo-Gletscher, Choktoi-Gletscher
- Passübergänge: Shimshal-Pass
- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"
- Gipfelliste "Berge im Karakorum"  

Öffnen Sie die Bilder im Großformat!

"Blank on the map": Diesen Titel gab der britische Forscher und Bergsteiger Eric Shipton seinem Bericht über die Erforschung des nordöstlichen Karakorum im Jahr 1937. Damals war das Gebiet tatsächlich noch weitgehend ein weißer Fleck auf der Landkarte. Heute wissen wir zwar etwas mehr über diese Region, und irgendwann haben auch noch ein paar weitere Wagemutige Vorstöße unternommen, aber dennoch ist zumindest in den meisten Nebentälern und auf den Seitengletschern noch nie ein Mensch gegangen.

Das hier beschriebene Gebiet ist ohne Zweifel die am wenigsten besuchte Region des Karakorum. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und stellen in Summe eine schwer überwindbare Hürde für den erkundungswilligen Wanderer dar:

- Ein Teil des Gebietes gehört zu Pakistan, der andere Teil zu China und Grenzübertritte in diesem
  Bereich sind in der Regel nicht erlaubt (Im Jahr 1937 gehörte noch das gesamte Gebiet zum
  britischen Empire. Der heutige Grenzverlauf zwischen China und Pakistan wurde im Jahr 1965
  vereinbart.)
- Ab den weit entfernten Startpunkten beidseits der Grenze gibt es keinerlei Infrastruktur;
  d.h. dass zu transportierende Ausrüstung und  Vorräte denen einer Expedition entsprechen.
- Die Flüsse Shakgsgam und Nord-Braldu sind in den Zeiten der Schneeschmelze oft nur schwer
  oder gar unüberwindbare Hindernisse.
- Die Begehungen der Gletscher setzen große Erfahrung und entsprechende Ausrüstung voraus.

Wo niemand hingeht, gibt es auch kein Bildmaterial. Das macht es schwer, die Region umfassend zu beschreiben. Immerhin ist es dank der Hilfsbereitschaft von 5 Bildautoren möglich, zumindest die Sichten entlang der Haupttäler des Nord-Braldu, des Shaksgam und des Sarpo Laggo zu zeigen.

Als weitere Hilfe zur Interpretation der obigen Landkarte zeige ich nebenstehend in den Bildern Nr. 1 bis 3 drei Ausschnitte aus der 3D-Sicht von Google Earth, in die ich einige Namen von Tälern, Gletschern und Bergen eingetragen habe. Bitte öffnen Sie diese Sichten im Großformat. Die rote Linie in den Bildern markiert die chinesisch-pakistanische Grenze.

Im Wesentlichen spielen heute nur zwei Zugangsmöglichkeiten eine Rolle:

a) Zur Erkundung des pakistanischen Teils: Vom Hunza-Tal im Nordwesten per Jeep bis zum Ort
    Shimshal im gleichnamigen Tal und von dort zu Fuß zum Shimshal-Pass (in der Karte links oben).
    Es bietet sich an, über den Nord-Braldu-Gletscher in Richtung Snow Lake zu gehen und die Region
    entweder über den Hispar La und Hispar-Gletscher nach Westen oder über den Biafo-Gletscher
    nach Askole wieder zu verlassen.

b) Zur Erkundung des chinesischen Teils: Von Kashgar im Norden per Jeep oder Bus bis Yikhil
    nordöstlich des Aghil-Passes (siehe Landkarte zu Karakorum Ost/K2 und Shakgsgam).
    Von dort mit angemieteten Kamelen über den Aghil-Pass ins Shaksgam-Tal und dann flussabwärts.
    Theoretisch gibt es die Möglichkeit, entlang des Shaksgam weiter flussabwärts bis zu dessen
    Einmündung in den Yarkand zu gehen und entlang dieses Flusses zurück nach Yikhil, es ist aber
    sehr ungewiss, ob die vielen unvermeidbaren Querungen des Shaksgam möglich sind. Die
    sicherere Alternative ist die Rückkehr über denselben Weg. Es kann außerdem sein, dass
    die chinesischen Behörden die Route entlang des unteren Shaksgam verbieten.

Wie schon vorstehend angedeutet wurde, stellen die Flüsse ein ernsthaftes Hindernis dar. Sie mäandern auf den breiten ebenen Talböden und zwingen zu einer Flussquerung, wenn sie direkt an unpassierbaren Abhängen entlang fließen. Es handelt sich um Schmelzwasser von den vielen großen Gletschern an den Oberläufen. In den Monaten Juli und August kann der Wasserstand insbesondere nachmittags so hoch sein, dass eine Flussquerung unmöglich wird. Neben der reisenden Strömung spielt die Wassertemperatur von knapp über Null Grad eine wesentliche Rolle; die Beine werden nach kurzer Zeit gefühllos. Ist man mit Kamelen unterwegs, hat man eine gewisse Chance, dass die Flussdurchquerung auf deren Rücken gelingen könnte. Man muss hier auf die Erfahrung der Kameltreiber vertrauen.

Der pakistanische Teil des nordöstlichen Karakorum
(siehe Bild Nr 3 rechts und unten)

Der pakistanische Teil des nordöstlichen Karakorum (siehe Bild 3) umfasst den Braldu-Gletscher und seinen Abfluss, den North-Braldu mit seinen Seitentälern. Der Fluss heißt "North-Braldu" in Unterscheidung zu einem Abschnitt des Abflusses des Baltoro-Gletschers, der "South-Braldu" oder manchmal auch nur "Braldu" genannt wird. Es kommt häufig zu Verwechslungen aufgrund der Namensgleichheit. Das Einzugsgebiet des North-Braldu zählt zum abflusslosen Gebiet West-Chinas, denn der Fluss mündet in den Shaksgam, der wiederum ein Nebenfluss des Yarkand ist, der in den Wüsen Westchinas versickert. Zwischen dem North-Braldu und dem Shaksgam verläuft die Landesgrenze auf der kleinen Wasserscheide zwischen diesen beiden Flusssystemen. Die asiatische Hauptwasserscheide zwischen Indus und dem abflusslosen Zentralasien liegt westlich und südlich des Braldu-Tales

Beim Zugang von Westen aus dem Shimshal-Tal überquert des Wanderer den Shimshal-Pass (4745 m). Dort befinden sich die Sommerweiden für das Vieh des Dorfes Shimshal. Direkt südlich des Passes befinden sich die Almhütten von Shuwert, wo man im Sommer einen Teil der Bevölkerung aus Shimshal antrifft. Im Abstieg nach Südosten wird knapp 800 m tiefer der breite Talboden des North-Braldu erreicht. An dieser Stelle wendet sich der von Süden kommende Fluss um 90 Grad nach Osten, wo er nach ca. 20 km in den Shaksgam mündet. Dieser nach Osten und am Schluss nach Nordosten verlaufende Abschnitt weist zunächst einen breiten Talboden auf, der sich dann aber nach und nach verengt.

Im Jahr 1937 traf die Expedition von Eric Shipton in diesem Talabschnitt nach 3 1/2 Monaten der Erkundung des Karakorum erstmals wieder auf einen Menschen, einen Viehhirten aus Shimshal. Das Erstaunen über dieses Zusammentreffen war auf beiden Seiten gleichermaßen groß. Drei weitere Hirten stießen bald hinzu, und so dauerte es nicht lange, bis die Neuigkeit auch zu den Shimshali auf den Sommerweiden beidseits des Shimshal-Passes vorgedrungen war. Das Auftauchen der Europäer mit ihren Sherpas war für die Einheimischen eine Sensation. Man konnte sich zwar nur mit Gesten verständigen, das tat der Freude auf beiden Seiten aber keinen Abbruch. Die Briten verließen das Gebiet dann über den Shimshal-Pass nach Westen in Begleitung der Einheimischen, die von den Sommerweiden in ihr Dorf im Shimsha-Tal zurückkehrten.

Vom südöstlichen Fuß des Shimshal-Passes am Nord-Braldu wenden wir uns hier zunächst nach Süden zum Braldu-Gletscher, bevor wir zur Beschreibung des östlichen Gebietes und des Shaksgam-Tales kommen. Den Eindruck des wüstenhaften, menschenleeren Gebirgstales vermitteln die folgenden Bilder Nr. 4 bis 7:



(4) Blick vom Weideplatz Chikar am Nord-Braldu nach Südosten.
Der Talboden, der hier 1 km breit ist, liegt auf 3810 m Höhe.
Der Fluss fließt nach links in Richtung Shaksgam River.
Ein Einheimischer hat Brennholz von Büschen im Tal geholt und ist mit seinem Yak auf dem Rückweg zu den Almhütten von Shuwert am Shimshal-Pass.

(5) Blick von einem Aussichtspunkt oberhalb des Weideplatzes Chikar
am Nord-Braldu nach Süden
Rechts der Hangkante oberhalb der Bildmitte liegt die Zunge des Braldu-Gletschers.
Foto: Teharee Sheerazie, google.com

(6) Blick von einem Aussichtspunkt oberhalb des Weideplatzes Chikar am Nord-Braldu
nach Südwesten
Zu Füßen des Betrachters der Nebenfluss des North-Braldu,
der in der Nähe des Shimshal-Passes entspringt.
Foto: Teharee Sheerazie, google.com

9 km südlich von Chikar mündet von Südosten der Wesm-i-Dur in den Nord-Braldu (Bild Nr. 7). Durch dieses Tal kamen im Jahr 1937 die Teilnehmer von Shiptons Expedition herunter, nachdem sie das Tal des Skamri-Gletscher erkundet und vermessen hatten. Am Passübergang zwischen Skamri-Gletscher und Wesm-i-Dur-Gletscher verläuft heute die Grenze zwischen China und Pakistan. 1937 gehörte das gesamte, hier beschriebene Gebiet noch zum Einflussbereich des britischen Empire.

(7) Im Tal des Nord-Braldu nördlich der Einmündung des Tales des Wesm-i-Dur (von links)
Rechts blickt man bereits auf die mit Schutt bedeckte Zunge des Braldu-Gletschers.
Links der mit 6321 m in der Landkarte markierte unbenannte Gipfel westlich des Wesm-i-Dur.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

Das Braldu-Tal verläuft ab dieser Stelle auf etwa 15 km Länge nach Südsüdost und wendet sich dann genau nach Süden. Der obere Bereich des Braldu-Gletschers ist ein weites Becken mit mehreren Seitenarmen (siehe Karte).

(8) Blick vom Braldu-Gletscher in 4650 m Höhe nach Süden
An dieser Stelle weitet sich das Tal zu einem weiten Gletscherbecken, in dem sich mehrere Seitenarme von Ost und West zum mächtigen Braldu-Gletscher vereinen.
Der Bobishgir (6350 m, in älteren Karten 6416 m, siehe Bild Nr. 9) am südlichen Rand
verbirgt sich hier noch teilweise in Wolken.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(9) Telefoto vom Braldu-Gletscher in 4650 m Höhe zum Bobishgir, 6350 m.
Der Bobishgir liegt auf der asiatischen Hauptwasserscheide zwischen Indus und Zentralasien. Jenseits des Berges liegt der Nobande-Sobande-Gletscher, der sein Schmelzwasser über den Dumord-River östlich von Askole an den Süd-Braldu (Baltoro) abgibt. Am rechten Bildrand ist über dem Schneegrat der Felsgipfel des Sim Brakk (6460 m) zu erkennen. Dieser Gipfel steht direkt südlich des Passes Skam La.
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(10) Lagerplatz am Braldu-Gletscher in 4870 m Höhe mit Blick nach Südosten
An diesem Platz befindet sich in der Regel das letzte Lager vor dem Übergang
über den Lukpe La (5610 m) in das Gletscherbecken des Snow Lake.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die folgenden Bilder Nr. 11 bis 17 hat mir freundlicherweise Pierre Neyret zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich bei dem Autor sehr herzlich für diesen Vertrauensbeweis. Pierre Neyret hat einige Ski-Expeditionen in den zentralen Bereich des Karakorum um den Snow Lake durchgeführt.

(11) Rückblick aus ca. 5150 m Höhe vom Aufstieg zum Lukpe La (5610 m) nach Nordosten
Foto:
Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(12) Blick aus etwa 5350 m Höhe im Aufstieg zum Lukpa La (5610 m) nach Osten
Foto:
Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(13) Blick vom Lukpe La (5610 m) nach Nordosten
Über die Gipfel am Horizont verläuft die pakistanisch-chinesische Grenze.
Der Lukpa La ist der Passübergang zwischen Braldu-Gletscher und Snow Lake.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(14) Blick vom Lukpe La (5610 m) nach Osten
Foto:
Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(15) Blick vom Aufstieg vom Lukpe La zum Braldu Brakk (6140 m) nach Osten bis Süden
mit K2, Bobishgir und der Latok-Gruppe. Der Braldu Brakk liegt unmittlebar nördlich des Lukpa La
und ist über sanft geneigte Schneehänge relativ leicht zu ersteigen.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(16) Blick vom Gipfel des Braldu Brakk (6140 m) nach Osten
Auf diesem Foto überblickt man einen großen Teil des nordöstlichen Karakorum.
Der K2 und seine Trabanten sind allerdings von Wolken verhüllt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(17) Blick vom Gipfel des Braldu Brakk (6140 m) nach Südosten
mit Bobishgir und Masherbrum (7821 m)
Dieses wunderbare Foto reicht hinüber bis zum markantesten Siebentausender am Baltoro-Gletscher.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die Region südlich (Nobande Sobande und Choktoi-Gletscher) und westlich des Braldu-Gletschers (Snow Lake) ist hier beschrieben.

 

Am Weideplatz Chikar (Bilder Nr. 4 bis 6) wendet sich der von Süden kommende Nord-Braldu nach Osten und mündet nach 22 km in den von Süden kommenden Shaksgam. Diesen Abschnitt des Tales zeigt das folgenden Bild:

(18) Blick von einem 5020 m hohen Gipfel südlich der Hochalm Shuvert
nach Osten ins untere Braldu-Ta
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Vor den schneebedeckten Bergen im Hintergrund verläuft das Tal des Shaksgam von rechts nach links. Die dortige Einmündung des Braldu zeigt Bild Nr. 21. Die beiden folgenden Bilder Nr. 19 + 20 sind auf der Winterweide Ghozkhun links unten entstanden. Auf dem Braldu-Shaksgam-Pass oberhalb der Bildmitte sind die Bilder Nr. 22 und 23 entstanden.
Foto: Roger Nix, flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Dort bewegt man sich zunächst im Bereich der Winterweiden der Shimshali, wo die Yaks und Ziegen auch noch in dieser Zeit noch Gräser finden, die am höher gelegenen Shimshal-Pass unter tiefem Schnee begraben sind. Die Hirten und ihre Tiere sind während des Winters meist vom Shimshal-Tal abgeschnitten, d.h. alles, was während der kalten Monate benötigt wird, muss bis zum Spätsommer hierher gebracht sein. Anton Reiser und seine Frau haben die folgenden beiden Fotos von ihrem Abstecher im Jahr 2015 in diesen nordöstlichsten Zipfel Pakistans kurz vor der chinesischen Grenze zur Verfügung gestellt:

(19) Blick aus dem unteren Braldu-Tal nach Westen
Foto: Anton Reiser

(20) Blick aus dem unteren Braldu-Tal nach Osten
Foto: Anton Reiser

Nach ca. 22 km entlang des Braldu erreicht man die Mündung des Nord-Braldu in den Shaksgam. Dem Wanderer blieb dabei das kalte und je nach Wasserstand evtl. gefährliche "Vergnügen" der Querungen von Nebenflüssen und des Nord-Braldu selbst nicht erspart.

Die folgenden Bilder Nr. 20 bis 25 vom unteren Braldu-Tal und vom unteren Shaksgam-Tal, die Michael Beek zur Verfügung gestellt hat, sind absolute Raritäten.

(21) Mündung des Nord-Braldu (vorne) in den Shaksgam
Der Shaksgam fließt auf dem Bild von rechts nach links und bildet auf ein kurzes Stück nach links die Grenze zwischen Pakistan und China. Bald aber wendet sich der Fluss nach Osten und mündet in den Yarkand. Der Berghang jenseits des Shaksgam befindet sich in China.
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de

Nach rechts würde man die Grenze überschreiten, denn ab hier liegt das Shaksgam-Tal auf ganze Breite auf chinesischen Gebiet. Es wäre der Weg hinauf nach Südosten zum K2. Aber selbst, wenn es erlaubt wäre weiterzugehen, würde der Shaksgam bald zur Umkehr zwingen, denn der reißende Fluss strömt bald direkt an steilen Felswänden entlang, wo es keinen Pfad mehr gibt. Die Landesgrenze verläuft vom Standort von Bild Nr. 20 nach Süden den Bergkamm zwischen den beiden Tälern hinauf (siehe Landkarte). Dort, auf gut 5000 m Höhe, gibt es die theoretische Möglichkeit des Übergangs vom Tal des Nord-Braldu in das Tal des Shaksgam unter Umgehung der erwähnten natürlichen Sperre am Shaksgam.

(22) Am Pass auf der Landesgrenze südlich der Einmündung des Nord-Braldu in den Shaksgam:
Blick nach Westen in das Tal des Nord-Braldu.
Ganz links ist sogar der Disteghil Sar (7885 m) zu erkennen, der höchste Gipfel des Hispar Muztagh.
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth


Der chinesische Teil des nordöstlichen Karakorum

Der Standort von Bild Nr. 21 leitet über zum chinesischen Teil der hier beschriebenen Regiom, denn der Pass bietet auch einen hervorragenden Blick nach Südosten in das Tal des Shaksgam River:

(23) Am Pass auf der Landesgrenze südlich der Einmündung des Nord-Braldu in den Shaksgam:
Blick nach Südosten in das Tal des Shaksgam River.
Die Gipfel rechts verdecken den Blick auf den K2. Der Talgrund liegt 1500 m tiefer als der Standort.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Wie auf dem vorstehenden Bild unschwer zu erkennen ist, fließt der Shaksgam auf dem breiten Talboden in Mäandern zwischen den Talwänden und erzwingt dort, wo er an die Abhänge stößt, entweder ein Ausweichen in die Hänge oder eine Querung des Flusses, die aber bei hohem Wasserstand oft nicht möglich ist. Die Begehung des Shaksgam-Tales stellt also - wie bereits eingangs auf dieser Seite geschildert - eine ernsthafte Herausforderung für den Wanderer dar, die schon bei der Planung berücksichtigt werden muss. Ein Scheitern einer Begehung wegen zu hohen Wasserstandes kann in den Monaten Juli und August nicht ausgeschlossen werden.

 

(zur Fortsetzung der Beschreibung)



(1) Blick von NO auf den nordöstlichen Karakorum (Google Earth)
Die Besucher des chinesischen Teils der Region kommen von Osten über den Aghil-Pass (links der linken unteren Bildecke) in das Shaksgam-Tal und folgen diesem flussabwärts (von links). Die Expeditionen zur Nordflanke des K2 (links oben) biegen in das Tal des Sarpo Laggo ein und gehen bis zum Rastplatz Sughet Jangal (3900 m), bevor sie in das Tal des K2-Gletschers aufsteigen.



(2) Blick von OSO auf den nordöstlichen Karakorum (Google Earth)
Nur in den Sommermonaten trifft man in dieser Region des Karakorum auf Menschen - wenn überhaupt. Falls ja, so sind es Teilnehmer an Expeditionen zur Nordflanke des K2, die sich aber nur im untersten Bereich dieses Bildes bewegen - vom Shaksgam-Tal nach links bis zum Rastplatz Sughet Jangal und von dort ins Tal des K2-Gletschers. Im Bereich des unteren Shaksgam-Tales, des Sarpo Laggo-Gletschers und des Skamri-Gletschers hingegen wird man in aller regel niemand antreffen.



(3) Blick von NW auf den nordöstlichen Karakorum (Google Earth)
Der pakistanische Teil der Region wird in der Regel über den Shimshal-Pass (außerhalb der rechten unteren Bildecke) erreicht. Am Shimshal-Pass liegen die Sommerweiden für das Vieh der Bewohner Shimshals. In den Sommermonaten trifft man dort die Viehhirten mit ihren Familien an. Hin und wieder gehen auch einige der Einheimischen bis hinunter ins Braldu-Tal. Fast alle Trekker kehren aber bereits am Shimshal-Pass um. Nur sehr selten gehen Trekking-Gruppen nach Süden zum Braldu-Gletscher und von dort weiter hinüber zum Snow Lake. Das Tal des North-Braldu hinunter in Richtung Shaksgam und chinesischer Grenze (nach links) geht so gut wie niemand.

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(Fortsetzung der Beschreibung des chinesischen Teils des nordöstlichen Karakorum)



(24) Blick aus dem unteren Shaksgam-Tal in ca. 3475 m Höhe flussaufwärts
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

(25) Blick vom südwestlichen Hang des unteren Shaksgam-Tales nach Norden
Hier musste in den Talhang ausgewichen werden, um eine kalte Flussquerung zu vermeiden.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(26) Blick vom unteren Shakgsgam-Tal in ca. 3700 m Höhe nach Süden
zum Skyang Kangri und K2
Auch hier wird wieder der Gegensatz zwischen wüstenhaftem Tal und schneeweißen Bergen deutlich.
Die hier sichtbare Region der hohen Berge zwischen Shksgam und Baltoro-Gletscher
ist hier beschrieben.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Etwa 10 km weiter südöstlich wird die Einmündung des Sarpo Laggo in den Shaksgam erreicht. An diesem Punkt des Tales treffen die Expeditionen von Südosten her ein, die über den Aghil-Pass ins Shakgsgam-Tal gekommen sind und den K2 zum Ziel haben und hier den zweithöchsten Berg der Erde überhaupt erstmals zu Gesicht bekommen:

(27) Blick nach Süden zum K2 von der Landspitze oberhalb der Einmündung des Sarpo Laggo
So sieht der vom Aghil-Pass gekommene Bergsteiger zum ersten Mal den zweithöchsten Berg der Erde.
Auch der Boden des unteren Sarpo Laggo-Tales ist breit und eben und von dem mäandernden Flusslauf geprägt. Vom noch 6 km entfernten Lagerplatz Sughet Jangal in Bildmitte sind die folgenden beiden Aufnahmen gemacht.
(bitte vergleichen Sie auch mit dem obigen Bild Nr. 1)
Foto: Roger Nix, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(28) Rückblick von einem Standort oberhalb vom Lagerplatz Sughet Jangal (3900 m)
nach Norden zum Shaksgam-Tal
In dem Einschnitt im Vordergrund fließt der K2-River,
dessen Überquerung nachmittags schwierig sein kann.
Foto: Roger Nix, www.flickr.com

Vom Standort oberhalb des Lagerplatzes Sughet Jangal gewinnt man den Überblick über den Zugang zu den beiden Tälern der Gletscher Sarpo Laggo und Skamri. Der Skamri-Gletscher ist auch mit den Namen "Insgaiti-Gletscher" oder "Crevasse-Gletscher" bekannt. Die Kamele von Yikhil gehen nicht weiter als bis hierher. Wer in die Täler zu den Gletschern vorstoßen will, muss sein Gepäck auf den eigenen Rücken nehmen, es sei denn, er konnte Träger für diese Aufgabe anmieten.

(29) Blick von einem Standort oberhalb von Sughet Jangal (3900 m)
auf die Vereinigung der Täler des Sarpo Laggo und des Skamri
(bitte vergleichen Sie auch mit dem obigen Bild Nr. 1)
Foto: Roger Nix, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Nach der Erkundung dieser Täler und Gletscher durch die Briten im Jahr 1937 hat es fast keine Begehungen mehr gegeben. Wer sich heute dort aufhält, darf sich getrost zu den ganz wenigen Menschen zählen, die jemals dorthin vorgestoßen sind. Man wird dort niemandem begegnen. Diese absolute Einsamkeit mahnt aber auch zur Vorsicht, denn bei einem Unfall ist man auf sich selbst gestellt.

Am Punkt der Vereinigung besteht die Sicht in beide Täler, d.h. nach Westen in das Skamri-Tal (Bild Nr. 30 und 31) und nach Südwesten in das Sarpo Laggo-Tal (Bild Nr. 32):

(30) Blick nach Westen in das Tal des Skamri-Gletschers
mit dem gleichnamigen Gipfel Skamri (6745 m)

Jenseits des Skamri liegt der Nobande Sobande-Gletscher, dessen Beschreibung Sie hier finden.
(bitte vergleichen Sie auch mit dem obigen Bild Nr. 2)
Foto: Jaj Ramji, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Geht der Wanderer etwas weiter nach Südwesten kommt auch der einzige Siebentausender des Gebietes The Crown (7295 m) nördlich des Skamri-Gletschers ins Blickfeld:

(31) Blick vom Südrand des Sarpo Laggo-Tales nach Westen zum Skamri-Gletscher
und dem Siebentausender The Crown (7295 m)

Foto: Roger Nix, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Westlich des Crown mündet der Crown-Gletscher, über den die Briten 1937 weiter nach Nordwesten ins Tal des Wesm-i-Dur und weiter zum Tal des Nord-Braldu gingen (vergl. Bild Nr. 7). Leider verfüge ich z.Zt. über kein Bild von diesen Gletschern, so dass wir uns dem Sarpo Laggo-Gletscher zuwenden, den Michael Beek begangen hat.

(32) Blick vom Südrand des Sarpo Laggo-Tales nach Südwesten zum Sarpo Laggo-Gletscher
(es ist derselbe Standort wie bei Bild Nr. 31)
Am Südrand des Gletschers ist der Thyor mit 6735 m der höchste Berg.
Foto: Roger Nix, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Die südlich des Sarpo Laggo-Gletschers gelegenen Berge grenzen an die Region des Baltoro-Gletschers. Auch hier verläuft die asiatische Hauptwasserscheide zwischen dem Indus (Baltoro-Gletscher) und dem abflusslosen Zentralasien (Sarpo-Laggo-Gletscher). Vom Sarpo Laggo-Gletscher führen drei Passübergänge hinüber zum Baltoro-Gletscher: Moni-Pass (5584 m), East-Muztagh-Pass (5389 m) und der Sarpo-Laggo-Pass (5704 m) ganz im Westen. Die Briten kamen im Jahr 1937 vom Baltoro-Gletscher über den Trango-Gletscher zum Sarpo-Laggo-Pass. Unser Bildautor Michael Beek ging vom Sarpo Laggo-Gletscher über den Moni-Gletscher hinauf zum Moni-Pass direkt unterhalb des Muztagh Tower.

Auch die folgenden Bilder Nr. 33 bis 41 vom Sarpo Laggo-Gletscher und vom Moni-Gletscher, die Michael Beek zur Verfügung gestellt hat, sind absolute Raritäten.

(33) Blick von der Einmündung des South-Chongtar-Gletschers in 4430 m Höhe
nach Süden zum Moni-Peak (6462 m) und zur Spitze des Muztagh Tower (7284 m)
Der Moni-Pass liegt zwischen Moni Peak und Muztagh Tower.
Der South-Chongtar-Gletscher kommt in einem weiten Bogen von der Nordwestflanke des K2 herunter.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Vor dem Moni-Gletscher, dem nächsten, von Süden einmündende Gletscher, geht der Blick den gesamten Sarpo Laggo-Gletscher hinauf bis zu seinem oberen Ende am Sarpo Laggo-Pass:

(34) In 4525 m Höhe vor der Einmündung des Moni-Gletschers nach Südwesten
bis zum oberen Ende des Sarpo-Laggo-Gletschers
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der Moni-Gletscher führt in einem weiten Linksbogen hinauf zum Moni-Pass an der Grenze zu Pakistan.
Von seinem unteren Bereich kommen die höchsten Gipfel nördlich des Sarpo-Laggo-Gletschers in Sicht. u.a. der Siebentausender Karpo-Go (auch "Chiring" genannt):

(35) Blick vom unteren Moni-Gletscher nach Nordwesten zum Karpo-Go (7038 m)
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der Karpo-Go wurde erstmals im Jahr 1994 bestiegen. Einen Blick vom Gipfel des K2 nach Westen auf diese Berge finden Sie hier.

Wendet man sich vom vorherigen Standort nach Süden, so beherrscht der imposante Gipfel des Thyor die Szenerie:

(36) Blick vom unteren Moni-Gletscher nach Süden zum Thyor (6735 m)
Dieser Gipfel war auch schon auf den Bildern Nr. 27 und 32 zu sehen.
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de

Links des Thyor wendet sich der Moni-Gletscher nach Osten. Von diesem Punkt aus hat man die folgende Sicht auf die Berge nördlich des Sarpo-Laggo-Gletschers:

(37) Rückblick den Moni-Gletscher hinab auf die Berge nördlich des Sarpo-Laggo-Gletschers
Hier ist jetzt auch der zweithöchste Berg, der Changtok (6972 m) zu sehen.
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Vielleicht gönnt sich der Trekker auch gar nicht mehr den Blick zurück, denn voraus steht der mächtige und hier alles überragende Muztagh Tower (7284 m), der erstmals im Jahr 1956 bestiegen wurde:

(38) Blick vom Moni-Gletscher in 5170 m Höhe nach Südosten zum Muztagh Tower (7284 m)
Schon auf Bild Nr. 15 war die Spitze des Muztagh Tower zu sehen gewesen.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

 Der Trekker nähert sich nun dem Moni-Pass, über dem der noch höhere Gipfel des Skil Brum (7430 m), ein "Trabant" des K2, auftaucht:

(39) Blick vom Moni-Gletscher über den Moni-Pass (5584 m) hinweg zum Skil Brum (7430 m)
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der Skil Brum wurde erstmals im Jahr 1957 bestiegen von zwei der vier Erstbesteiger des Broad Peak.

Am Moni-Pass (5584 m) steht man auf der Grenze zwischen China und Pakistan. Jenseits des Passes geht es über den Younghusband-Gletscher hinunter zum Baltoro-Gletscher.

Am Pass kommt auch der Nachbar des Skil Brum, der Praqpa Ri (7150 m) und weit draußen die Chogolisa (7668 m) in den Blick. Beherrschend ist natürlich aber der unmittelbare Nachbar, der Muztagh Tower.

(40) Blick vom Moni-Pass (5584 m) nach Südosten zum Praqpa Ri (7150 m)
und auf den Younghusband-Gletscher, der zum Baltoro-Gletscher fließt.
Von einem Standort etwas weiter links wäre auch die Chogolisa im Blick.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de; Beschriftung: Günter Seyfferth

(41) Blick vom Moni-Pass steil hinauf zum Muztagh Tower (7284 m)
Foto:
Michael Beek, www.beek-pakistan.de

 

Anmerkung zum Gedanken des illegalen Grenzübertritts: Da die beschriebene Region absolut unbewohnt ist und die Grenze zwischen China und Pakistan hier natürlich nicht bewacht wird, könnte der Gedanke des illegalen Grenzübertritts aufkommen. Es muss aber bedacht werden, dass die spätere reguläre Ausreise voraussetzt, dass im Reisepass die reguläre Einreise bestätigt ist. Dieser Nachweis kann auch schon an Checkpoints vor dem endgültigen Verlassen des Landes zu führen sein. Wer über einen Grenzpass China oder Pakistan betritt, hat diese notwendige Bestätigung natürlich nicht in seinen Papieren! Weitere Gedankenspiele überlasse ich denjenigen, welche Reiseabsichten hegen. Gesagt sei aber, dass eine Entdeckung des illegalen Grenzübertritts nie ganz ausgeschlossen werden kann.

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