Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kangchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

Home  nach oben

Dhaulagiri Himal

(Die Karte ist im Großformat mit einer Breite von 2560 Pixel hinterlegt.)

Quellen der Detail-Informationen:

- Nepa Maps: Dhaulagiri Circuit 1:87.500
- Nepa Maps: Dolpa 1:125.000
- Finmap: Sheet No. 2883-01, Chhedul Gumba, 1:50.000
- Finmap: Sheet No. 2883-02, Mukot, 1:50.000
- Finmap: Sheet No. 2883-03, Jomsom, 1:50.000
- Finmap: Sheet No. 2883-05, Gurjakhani, 1:50.000
- Finmap: Sheet No. 2883-06, Lamsun, 1:50.000
- Finmap: Sheet No. 2883-07, Koban, 1:50.000

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben.

Öffnen Sie die Bilder im Großformat!

 

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya
- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"  
- Berge in Nepal 
- Achttausender - Dhaulagiri I
- Gipfelpanorama vom Dhaulagiri I
- Dhaulagiri I, Geschichte und Literatur 
- Hohe Siebentausender - Dhaulagiri II
- Gipfelpanorama Putha Hiunchuli
- Aussichtspunkt Himalaya-Flug
- Bildergalerien zum Dhaulagiri Himal  
Passübergänge - French Col und Dhampus-Pass 

(1)  Satellitenbild des Dhaulagiri Himal und des Tales des Kali Gandaki von Nordosten
(Bitte öffnen Sie das Bild in 3,5-facher Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)
Diese sensationelle Aufnahme wurde aus der Internationalen Raumstation ISS aus 346 km Höhe aufgenommen.
Sie vermittelt in Verbindung mit der Landkarte die denkbar beste Übersicht über die Topografie der Region.
Das Tal des Kali Gandaki durchschneidet den Himalaya zwischen dem Annapurna Himal (links) und dem Dhaulagiri Himal.
Es ist bei der Ortschaft Larjung das zweittiefste Tal der Erde zwischen den beiden Achttausendern Annapurna I (8091 m) und Dhaulagiri I (8167 m).
Der Fluss entspringt nördlich des Himalaya-Hauptkamms und hat bereits vor der Entstehung des Gebirges existiert.
Mit der Hebung des Gebirges hat er sich immer tiefer eingeschnitten. Dieser Prozess der Hebung und Erosion ist nach wie vor in Gang.
Der obere Teil des Tales (in Bildmitte unten) gehört zum Bereich des ehemaligen Königreichs Mustang.
Die niedirgen Sechstausender rechts des Tales bilden den Übergang zur Region Upper Dolpo.
Der Dhaulagiri I steht isoliert von den Siebentausendern der Bergkette, getrennt durch das Tal des Myagdi Khola,
dem Zugang von Süden zum siebhöchsten Berg der Erde. Die Trekker und Bergsteiger verlassen das Basislager in der Regel
über French Col, Hidden Valley und Dhampus-Pass mit dem folgenden weiten Abstieg ins Tal des Kali Gandaki nach Marpha (vergl. Bild Nr. 7).
In der Vergrößerung des Bildes ist dieser Abschnitt gut zu erkennen.

Klicken Sie bitte unten auf "Nasa", um das Bild ohne Beschriftung zu öffnen.

Foto: Nasa; Beschriftung: Günter Seyfferth

(2)  Satellitenbild des Dhaulagiri Himal und der Region von Dolpo von Nordwesten
(Bitte öffnen Sie das Bild in 2,5-facher Größe; dort ist die Beschriftung gut lesbar.)
Auch diese sensationelle Aufnahme wurde aus der Internationalen Raumstation ISS aus 346 km Höhe aufgenommen.
Im Bereich des Dhaulagiri Himal liegt nördlich des Hauptkamms des Himalaya die Region Dolpo, ebenfalls zum Staatgebiet von Nepal gehörend.
Diese Region hat starke Ähnlichkeit mit manchen Zonen Tibets, das im Norden angrenzt. Es ist eine Berglandschaft mit unzähligen Fünftausendern;
die im "Windschatten" des Dhaulagiri Himal liegt und deshalb nur wenig Niederschlag erhält.
Die südliche Teil entlang der Bergkette des Dhaulagiri Himal wird Lower Dolpo genannt, der nördliche Teil, der nur über hohe Pässe erreichbar ist, heißt Upper Dolpo.
Links oben verläuft das tiefe Tal des Kali Gandaki, das den Dhaulagiri Himal vom Annapurna Himal trennt.
Auch auf diesem Bild ist der "nördliche Ausgang" vom Dhaulagiri I über French Col, Hidden Valley und Dhampus-Pass gut zu erkennen.

Klicken Sie bitte unten auf "Nasa", um das Bild ohne Beschriftung zu öffnen.

Foto: Nasa; Beschriftung: Günter Seyfferth

(3) Dhaulagiri Himal von Südwesten
(die Beschriftung ist im größeren Bildformat gut lesbar)
Von links: Putha Hiunchuli (7246 m), Churen Himal (7371 m), Dhaulagiri VI, (7268 m), Gurja Himal (7193 m, in Wolken), 
Dhaulagiri I
(8167 m, teilweise in Wolken), rechts: Annapurna Himal

(4) Der westliche Dhaulagiri Himal von Süden aus dem Flugzeug
Foto: Derek Boniecki, Calgary; Beschriftung: Günter Seyfferth 

(5) Dhaulagiri Himal vom Aussichtspunkt Poon Hill im Südosten
(Klicken Sie auf das Bild, wenn Sie es in doppelter Größe sehen wollen.)

In dieser Sicht auf den Dhaulagiri Himal liegen rechts der Bildmitte zwei Bergketten hintereinander, was die Definition der Gipfel etwas schwierig macht.
Jirbang und Manapati gehören zusammen mit dem Dhaulagiri I zur näher gelegenen Bergkette, während alle anderen Gipfel des Dhaulagiri Himal ca. 15 km weiter entfernt sind.
Zwischen den beiden Bergketten liegt das Tal des Myagdi Khola, durch das der Weg von Süden zum Dhaulagiri Basecamp und zum French Col führt.
Hinter dem Gurja Himal und dem Dhaulagiri VI liegen noch die weiteren Siebentausender Churen Himal und Putha Hiunchuli.
Im Vordergrund im Schatten liegt das Tal des Kali Gandaki.

Foto: Joey; Fotomontage und Beschriftung: Günter Seyfferth

(6) Blick vom Gipfel des Putha Hiunchuli (7246 m) nach Osten
Der Putha Hiunchuli ist der westlichste der hohen Gipfel des Dhaulagiri Himal (vergl. Bild 1 und 2).
Nach Osten erstreckt sich der Blick zwar auf den gesamten Gebirgszug, allerdings verdecken die drei gleichhohen Gipfel des Churen Himal
die unteren Zonen der Dhaulagiri-Gipfel.

Foto: Zazland, www.smugmug.com; Beschriftung: Günter Seyfferth


(7) Blick vom Dhampus Peak (6035 m) nach West-Südwest auf die Dhaulagiri-Gipfel
Zu Füßen des Betrachters, aber durch den Vorgipfel rechts verdeckt, liegt der Dhampus-Pass,
der vom French Col (oberhalb der Bildmitte) und durch das Hidden Valley erreicht wird.

 

Beschreibung der Topografie der Region und Hinweise zu Besteigungen:

Der Dhaulagiri Himal ist eine langgezogene Bergkette vom Dogari Himal im Westen bis zum Tukuche Peak bzw. dem Tal des Kali Gandaki im Osten. Mit Ausnahme am French Col nördlich des Dhaulagiri I verläuft dieser Gebirgszug in Höhen von oberhalb 6000 m, über weite Strecken sogar oberhalb von 7000 m. Auf dieser Linie reihen sich sämtliche  Gipfel - mit Ausnahme des Dhaulagiri I (8167 m) mit seinen südlichen Vorgipfeln. Der Dhaulagiri I steht relativ isoliert, von der Hauptkette durch das tiefe Tal des Myagdi Khola getrennt. Nur im Osten ist er über den 5700 m hohen vergletscherten Nordost-Col mit dem Tukuche Peak verbunden. Nur "etwas aus der Reihe" steht der Gurja-Himal (7193 m), der einen kurzen Ausläufer markiert, der etwa auf halber Länge der Kette nach Süden vorspringt. Der Dhaulagiri Himal trennt die nepalesische Region Upper Dolpa im Norden von dem Vorland im Süden, er liegt also ganz auf nepalesischem Staatsgebiet. Das Gebirge markiert eine deutliche Grenze zwischen hohen Nierderschlagsmengen im Süden und deutlich geringeren Mengen im nördlichen Upper Dolpa, das noch weiter im Norden in das tibetische Hochland übergeht.

Die höchsten Gipfel der durchgehenden Kette sind (von West nach Ost, siehe z.T. auch obige Bilder 3 + 4): Putha Hiunchuli (7246 m, Erstbesteigung 1954), Churen Himal (7371 m, Erstbesteigung 1970), P 7108, Dhaulagiri VI (7268 m, Erstbesteigung 1970), Gurja Himal (7193 m, Erstbesteigung 1969), Dhaulagiri IV (7161 m, Erstbesteigung 1975), Dhaulagiri V (7618 m, Erstbesteigung 1975), Dhaulagiri III (7715 m, Erstbesteigung 1973), Dhaulagiri II (7751 m, Erstbesteigung 1971), Sita Chuchura (6611 m) und Tukuche Peak (6920 m, Erstbesteigung 1969). Zwischen dem Ostgipfel des Sita Chuchura und dem Tukuche Peak liegt der tiefste Punkt der Kette, der French Col (5360 m; siehe Bild 7). Dieser Pass ist der Übergang in der Umrundung des Dhaulagiri I zwischen dem Myagdi-Tal und dem Hidden Valley, dem Hochtal hinüber zum Dhampus-Pass und weiter hinunter ins Tal des Kali Gandaki. In der gesamten Gebirgskette ist dies der einzige Übergang, den ein Trekker gehen kann.

Im Südosten des Dhaulagiri Himal sind die Vorberge sanft, die Hänge erlauben Getreideanbau auf Höhen um die 1500 m.

 

(8) Blick von Sibang (1650 m) in das Tal des Myagdi Khola
(im großen Bildformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Rechts der Dhaulagiri I (8167 m) mit dem Manapati (6380 m). Links der Dhaulagiri V (7618 m) und der Tsaurabong (6395 m)
Foto: Lubomir Dedek
; Beschriftung: Günter Seyfferth

Hier stehen im Norden der Gurja Himal (links außerhalb des Bildes) und Dhaulagiri V. Die Spitzen von Dhaulagiri III und II überragen knapp den Grat zum Tsaurabong. Rechts steht der Dhaulagiri I, teilweise verdeckt von Manapati (6380 m) und Jirbang (6062 m).  Von hier aus verläuft die Schlucht des Myagdi Khola direkt nach Norden zwischen den Gipfeln Dhaulagiri V, III und II und dem Dhaulagiri I. Am Beginn der Schlucht findet man zunächst noch wuchernde subtropische Vegetation, mit zunehmender Höhe wird der Bewuchs alpin, bis schließlich in einer engen Schlucht mit fast senkrechten Felswänden höchstens noch stellenweise Gras anzutreffen ist (siehe folgendes Foto).

 

(9) Im Tal des Myagdi Khola auf ca. 3700 m Höhe jenseits des Italian Basecamp.
Voraus steht der Sita Chuchura (6639 m + 6611 m)
Foto: Miche & Jon Rousell, www.flickr.com

Auf Höhe des Richtungswechsels nach Osten unter der Südwand des Sita Chuchura wird das Tal wieder etwas weiter. Voraus im Osten steht der Tukuche Peak (6920 m) und rechts der "Eiger", ein Vorberg in der Nordwand des Dhaulagiri I, der dem Eiger bei Grindelwald ähnelt. Eine ausführliche Beschreibung dieser Route durch das Tal des Myagdi Khola und weiter über French Col und Dhampus-Pass finden Sie hier.

Auf 4650 m Höhe liegt der Platz des Dhaulagiri-Basislagers, mitten auf dem Gletscher. Während hier im Süden und Osten die Wände des Dhaulagiri I bzw. des Tukuche Peak drohend über einem stehen, hat sich nach Westen hin ein weiter Blick auf Dhaulagiri V, III und II geöffnet (siehe folgendes Bild). Der Dhaulagiri III ist kaum mehr als eine Erhebung im Grat zwischen D V und D II. Der Wanderer kam das Tal links der Bildmitte herauf.


(10) Blick vom Dhaulagiri-Basislager (4650 m) nach Westen
(im großen Bildformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Von links: Dhaulagiri V (7618 m) , III (7715 m) und II (7751 m) vom Basislager am Dhaulagiri I
Foto: Karmijat Buddha (Mongoose Travel); Beschriftung: Günter Seyfferth

Dieser Lagerplatz ist das Basislager fast aller Expeditionen, die den Gipfel des Dhaulagiri I zum Ziel haben. Sie nehmen den Weg der Erstbesteiger unmittelbar unter dem Eiger hindurch (Steinschlag!) und weiter über den Gletscher unter der Ostflanke bis zum Nordostsattel auf 5700 m Höhe. Von hier führt der Nordostgrat als natürliche Linie zum Gipfel (siehe folgendes Bild).


(11) Nordostgrat des Dhaulagiri I (8167 m) von etwa 5900 m Höhe gesehen. 
Der Nordostgrat war die Route der Erstbesteiger im Jahr 1960.
Foto: Dieter Porsche aus dessen Büchern "Der weiße Berg" und "Mount Everest, Nanga Parbat, Dhaulagiri",
www.alpin-extrem.de

Der Dhaulagiri I war der vorletzte Achttausender in der Serie der Erstbesteigungen. Eine Schweizer Expedition brachte im Jahr 1960 insgesamt 6 Bergsteiger auf den Gipfel. Die Versorgung der Expedition wurde mit einem Flugzeug durchgeführt, das auf dem Nordostsattel landete. Eine Bruchlandung im Hidden Valley nördlich des French Col zwang die Expeditionsteilnehmer aber dann doch noch zum Lastenschleppen auf dem eigenen Rücken.

Am Dhaulagiri I wartet immer noch eine der großen Herausforderungen auf die Elite der Bergsteiger (Stand 2015): Die vollständige Durchsteigung der gefährlichen und schwierigen Südwand. Mehr zur Geschichte des D I können Sie hier nachlesen.

Wie der Weiterweg des Trekkers vom Basislager aus verläuft, ist gut auf dem folgenden Bild zu erkennen, das vom Nordostgrat des Dhaulagiri I aufgenommen wurde. Die Spitze des "Eiger" sieht man in Bildmitte. Darunter im Tal (hier verdeckt durch den Eiger) befindet sich das Basislager. Der Bergsteiger ist über den Gletscher rechts unten heraufgekommen; rechts außerhalb des Bildes steht der Tukuche Peak.


(12) Blick aus etwa 6800 m Höhe am Nordostgrat des Dhaulagiri I nach Norden. 
In der linken Bildhälfte der Sita Chuchura (6639 m + 6611 m). Rechts auf 2/3 der Bildhöhe 
der French Col (5360 m) mit dem Hidden Valley dahinter.  
Foto: Dieter Porsche aus dessen Büchern "Der weiße Berg" und "Mount Everest, Nanga Parbat, Dhaulagiri", www.alpin-extrem.de

Auf der Seite des Gipfelpanoramas vom Dhaulagiri I finden Sie weitere Bilder aus noch größerer Höhe bzw. vom Gipfel. Den Trekker führt der Weg vom Basislager nach Norden zum French Col (5360 m). Dieser Pass ist auf dem vorstehenden Foto gut zu erkennen: rechts sieht man in 1/3 der Bildhöhe von oben einen von rechts nach links fast waagrecht verlaufenden Grat einer Moräne. Am tiefsten Punkt befindet sich der French Col. Dahinter - nach rechts aus dem Bild - ist noch der obere Teil des Hidden Valley zu sehen. Der Sita Chuchura ist der Wegbegleiter bis zum Dhampus-Pass, der sich rechts außerhalb des Bildes befindet. Am Dhampus-Pass beginnt der lange Abstieg hinunter in das Tal des Kali Gandaki. Im Foto sind jenseits des French Col die Gipfel um den Honde Himal (6556 m) zu erkennen.

Der Vollständkeit halber sei hier noch der Blick vom Aufstieg am Dhaulagiri I auf den Annapurna Himal gezeigt:


(13) Der westliche Teil des Annapurna Himal vom Nordostgrat des Dhaulagiri I
(im Großformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Von links: Nilgiri North (7061 m), Nilgiri Central (6940 m), Nilgiri South (6839 m), Roc Noir (Kangshar Kang, 7485 m, über dem Nilgiri South), Annapurna I (8091 m), Fang (Bharha Chuli, 7647 m)
Foto: Luis Stitzinger & Alix von Melle; Beschriftung: Günter Seyfferth

Dazwischen liegt das Tal des Kali Gandaki. Es wird oft behauptet, dass das Tal des Kali Gandaki der tiefste Taleinschnitt der Erde sei. Westlich von Larjung (2550 m) steht der Dhaulagiri I (8167 m) und östlich die Annapurna I (8091 m). Die Tiefe des Tals beträgt unter der Verbindungslinie zwischen beiden Gipfeln 5590 m. Die tiefste Schlucht der Erde ist das Tal des Kali Gandaki damit allerdings nicht, sondern es ist das Tal des Hunza-Flusses im Karakorum. Zwischen dem Batura I (7794 m) und dem Rakaposhi (7788 m) liegt der Talboden bei der Ortschaft Ghulmet auf 1920 m Höhe. Das Tal des Hunza ist dort also 5870 m tief.

zur Fortsetzung

 

Der French Col hat seinen Namen im Jahr 1950 erhalten. Die französische Expedition, die schließlich die Annapurna I als ersten Achttausender bezwang, hatte sich zunächst den Dhaulagiri I zum Ziel gesetzt. Man musste allerdings zunächst einmal mögliche Anstiegsrouten erkunden. Eine der Erkundungen führte von Marpha im Kali Gandaki-Tal über den Dhampus-Pass zum French Col. Von hier hatte man endlich einen Blick auf den Berg - ein abschreckender Anblick, wie das folgende Bild verdeutlicht. Hinzu kam die Erkenntnis, dass dieser lange Anmarsch zum Basislager die Träger überfordern würde. Man gab die Absicht auf und wandte sich der Annapurna I zu. Am Pass hatten erstmals die Franzosen gestanden, und so heißt der Pass nun French Col. 

(14) Blick vom French Col (5360 m) zum Dhaulagiri I (8167 m)
Foto: Karmajit Buddha (Mongoose Travel), www.flickr.com

Das sanft nach Norden abfallende Hidden Valley ist ein weites Hochtal, mal tief verschneit, mal nur steinig, eingerahmt von weißen Sechstausendern, unter denen der Tukuche Peak (6920 m) und der Sita Chuchura (6611 m, siehe folgendes Bild) die schönsten Formen aufweisen:


(15) Blick aus dem Hidden Valley zum Sita Chuchura (6611 m)
Der French Col befindet sich oberhalb der Bildmitte.
Foto: Betty

Am Dhampus-Pass nimmt der nahestehende Tukuche Peak (6920 m) den Blick gefangen, vor allem aber der jenseits des tiefen Tales des Kali Gandaki aufragende Annapurna Himal. Gegenüber, jenseits des Tals des Kali Gandaki, steht eine fast geschlossene Mauer vom Tilicho Peak im Nordosten über die Nilgiri-Gruppe bis zu Annapurna I und Annapurna South im Süden:


(16) Blick aus ca. 5100 m Höhe am Dhampus-Pass nach Osten
über das Tal des Kali Gandaki hinweg zum Annapurna Himal
 (im großen Bildformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Von links: Tilicho Peak (7134 m), Niligiri North (7061 m), Nilgiri Central (6940 m), Annapurna I (8091 m, nur die Spitze ist zu sehen), Nilgiri South (6839 m), Annapurna South (7219 m)
Foto: Andy Shute, www.smugmug.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Von der Ebene östlich des Passes (siehe vorstehendes Bild) besteht eine gute Sicht in die Nordwand des Tukuche Peak (6920 m):

 

(17) Nordwand des Tukuche Peak (6920 m)
von einem Standort in ca. 5100 m Höhe östlich des Dhampus-Pass
Foto: Jocave, www.flickr.com

Auf dem Weiterweg hinunter nach Marpha kommen die Berge des Damodar Himal im Nordosten in den Blick, nach Süden öffnet sich der Einblick in das Tal des Kali Gandaki. Irgendwann kommt sogar der Dhaulagiri I links vom Tukuche Peak wieder ins Blickfeld. 

Das Tal des Kali Gandaki ist die östliche Begrenzung des Dhaulagiri Himal. Es hat in seinem oberen Teil streckenweise eine wüstenhaften Charakter bedingt durch die Trockenheit im Windschatten der Himalaya-Hauptkette. Aber direkt zwischen Dhaulagiri und Annapurna sind die Niederschlagsmengen schon deutlich höher, so dass dort die Hänge beidseits des breiten Talgrundes bewaldet sind. Hier, bei Larjung (2560 m), ist der Blick offen in die Ostflanke des Dhaulagiri I mit dem Eisbruch des Ost-Gletschers. 


(18) Ostflanke des Dhaulagiri I (8167 m) mit dem East-Dhaulagiri-Gletscher
Die Sicht wirkt hier durch den steilen Kamerawinkel nach oben stark verkürzt.
Foto: Betty

Einen Versuch, den Dhaulagiri I durch diesen Eisbruch zu ersteigen, kostete eine amerikanische Expedition im Jahr 1969 sieben Tote.

Vom östlichen Talhang des Kali Gandaki präsentiert sich der Dhaulagiri I in majestätischer Größe, aber auch der immerhin 1350 m niedrigere Tukuche Peak wirkt noch groß und mächtig, überragt er den Talboden doch auch noch um 4300 m:


(19) Blick vom Thulobugin-Pass (4310 m) am Nilgiri South nach Westen
über das Tal des Kali Gandaki hinweg zu Dhaulagiri I und Tukuche Peak
 (im großen Bildformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Der Ostgletscher vom vorherigen Bild ist von Wolken verdeckt.

Foto: Peter Kilby, google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Bleibt noch die Nordseite der Dhaulagiri-Kette. Hierher führen im Westen Trekking-Routen aus dem Upper Dolpa, die nach Osten bis hinüber ins Tal des Kali Gandaki (Mustang) ausgedehnt werden können. Entlang der Kette führt im Westen das Tal des Bharbun Khola, weiter nach Osten folgen Passübergänge in die Region nördlich des Hidden Valley mit dem Abstieg nach Kagbeni oder Jomosom am Kali Gandaki.

Der Putha Hiunchuli im Westen (siehe obiges Bild Nr. 5) wird üblicherweise von Norden bestiegen. Beim Aufstieg besteht eine gute Sicht in die Nordwestflanke des Churen Himal:


(20) Blick vom Aufstieg zum Basislager am Putha Hiunchuli
zur Nordwestflanke des 3-gipfeligen Churen Himal (7371 m)
Foto: Zazland, www.smugmug.com

Die Nordflanke von Dhaulagiri II bis Dhaulagiri IV ist gut vom Mola Bhanjyang (5027 m) in Upper Dolpa zu sehen:

(21) Dhaulagiri II (7751 m), III (7715 m), V (7618 m) und IV (7661 m) von Norden (von links)
 (im großen Bildformat ist die Beschriftung gut lesbar.)
Foto: Etienne Delavy (leider nicht mehr online)  

nach oben

horizontal rule

Copyright © Guenter Seyfferth, 2006. Aktualisierter Stand vom 19.11.2016. Alle Rechte vorbehalten.

Impressum, Haftungsausschluss, Copyright, Datenschutz


Wenn Sie mit mir Kontakt per E-Mail aufnehmen wollen, können Sie dies hier tun: [E-Mail senden]. 
Bitte haben Sie Verständnis,  dass ich nur Mails beantworte, welche Name und Anschrift des Absenders enthalten.  Ihre Daten werden nicht weitergegeben.

Bitte beachten Sie, dass ich keinerlei Auskünfte erteile zu Reiseveranstaltern, Transportmöglichkeiten, Unterkünften, Ausrüstung, Verpflegung, Führern, Trägern etc.