Die Berge des Himalaya
(The mountains of Himalaya)

Mount Everest, K2, Kangchenjunga, Lhotse, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Broad Peak, Annapurna I, Gasherbrum, Shisha Pangma und viele andere

Home  nach oben

Karakorum Mitte - westlicher Teil
Snow Lake - Biafo-Glacier

(1) Landkarte des zentralen Karakorum
(die Landkarte ist auch in doppelter Größe hinterlegt.)
Eine detaillierte Landkarte vom Choktoi-Gletscher, Panmah-Gletscher, Nobande Sobande-Gletscher, Chiring-Gletscher und Sarpo-Laggo-Gletscher finden Sie hier
.

 Bitte öffnen Sie die Bilder mit einem Klick im Großformat; dort sind die Beschriftungen gut lesbar
- und die großen Bilder wirken natürlich viel beeindruckender!

(2) Satellitenaufnahme des zentralen Karakorum rund um den Snow Lake von Südwesten
(bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar)

Die Richtung der vorstehenden Aufnahme entspricht dem Blick auf der Landkarte von deren linken unterem Eck nach rechts oben.
Die folgende Satellitenaufnahme zeigt dann noch die Details am Biafo-Gletscher aus derselben Richtung von Südwesten.
Auf der Seite des Hispar Muztagh finden Sie eine Satellitenaufnahme, die links unten anschließt.
Auf der Seite des nordöstlichen Karakorum finden Sie eine Satellitenaufnahme, die oben anschließt.

(3) Satellitenaufnahme des Biafo-Gletschers von Südwesten
(bitte öffnen Sie das Foto im Großformat; dort ist die Beschriftung gut lesbar)

Am rechten Bildrand erkennt man einen Teil des Zugangs von Askole zum Baltoro-Gletscher.
Auf diesem berühmten Weg geht man entlang der Stirnmoräne des Bialfo-Gletschers, bevor der Lagerplatz Korophon erreicht wird.
Man sollte sich dort die Zeit nehmen, die Stirnmoräne zu ersteigen, von wo aus der weite Blick hinauf zum Snow Lake geht.

Bei den Satellitenaufnahmen aus ca. 350 km Höhe besteht mitunter ein Problem mit der Deutung von Graten und Tälern.
Bei flacherem Winkel der Sonneneinstrahlung werfen die Berggrate lange Schatten. Je nach Richtung und Breite der Schatten
und der Lage eines Talgrunds kann es sogar sein, dass man zunächst den gezackten Rand eines Schattens für den Grat selbst hält
und den eigentlichen Grat für den Talgrund. Ein Beispiel für diese Möglichkeit der Verwechslung von "Oben" und "Unten"
sehen Sie auf dem vorstehenden Foto rechts oben; wo der Schattenrand wie ein Grat wirkt. Dort verläuft aber der Dumord River
- teilweise im Schatten - und die Grate, die den langen Schatten werfen, liegen weit entfernt in Richtung Biafo-Gletscher.
Bei einem nahezu senkrechten Blick nach unten sind auch die genauen Lagen der Gipfel oft schwer festzustellen.
Dafür braucht es dann terrestrische Fotografien von den Bergflanken, auf denen die Hangstrukturen wiederzufinden sind.

Quellen der Detail-Informationen:

 A Study of Karakorum & Hindukush Mountains, Edited by Tsuneo Miyamori & Sadao Karibe, 
  Map no.  7 - Hispar Glacier & Shimshal, 1 : 150.000
  Map no.  8 - Biafo Glacier & Skardu, 1 : 150.000
  Map no.  9  - Insgaiti Glacier. 1 : 150.000
  Map no. 10 - Baltoro-Glacier & Khapulu, 1 : 150.000
  Map no. 13 - Baltoro-Glacier, 1 : 75.000
- Karte "K2 - Mount Qogori" 1:100.000, Chinese Institute of Glaciology
- Karte "K2 and Baltoro Glacier 1 : 80.000" von Grzegorz Glazek
- Eigene Auswertungen hinsichtlich Gipfelhöhen

Anmerkungen zu den Gipfelhöhen:

Im Bereich des mittleren Karakorum sind die meisten Gipfelhöhen, die man in den Landkarten findet, nur geschätzt. Die derzeit verfügbaren Unterlagen und Hilfen wie GoogleEarth lassen nähere Bestimmungen nur bedingt zu. Deshalb können die Höhenangaben in der vorstehenden Landkarte sowie in den Satellitenbildern Nr. 2 und Nr. 3 nördlich des 36. Breitengrades nur als Circa-Werte verstanden werden. Hingegen sind die Höhenangaben im übrigen Bereich relativ zuverlässig ermittelt.

Dank an die Autoren der Bilder:

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Autoren, die mir die Erlaubnis zur Wiedergabe ihrer Bilder gegeben haben. Allerdings konnte ich die Namen vieler Autoren nicht mehr feststellen, da inzwischen die Alben von Piacasa, Panoramio, Webshots etc. von den Betreibern dieser Plattformen gelöscht wurden. Aber auch viele Alben bei flickr.com sind nicht mehr zugänglich. Diese drastischen Maßnahmen haben zu großen Informationsverlusten geführt.

Die Gliederung dieser Seite:

Die folgende Beschreibung ist in Abschnitte unterteilt:

A. Übersicht
B. Snow Lake
C. Biafo-Glacier

Über die vorstehenden Links gelangen Sie direkt zu den
entsprechenden Abschnitten.

Soweit die einzelnen Abschnitte 2-spaltig aufgebaut sind, ist in der Reihenfolge gemäß nebenstehender Skizze zu lesen.
So steuern auch die jeweiligen Links "zur Fortsetzung ...".

Links zu zugehörigen Informationen  dieser Website:

- Gesamtübersicht über den Himalaya 
- Karakorum Übersicht
- Karakorum aus der Luft
- Aussichtspunkt Braldu Brakk, 6160 m
- Baintha-Aussichtspunkt 5050 m
- Region Karakorum Mitte - östlicher Teil
- Region Karakorum Nordost
- Region Karakorum - Baltoro
- Region Karakorum Hispar Muztagh
- Region Karakorum Solu-Glacier &
  Sosbun-Glacier

- Passübergang Hispar La 
- Gipfelliste "Gipfel > 6750 m"
- Gipfelliste "Berge im Karakorum" 
- Gletscher im Karakorum

A. Übersicht

Etwa im Zentrum des Karakorum liegt das gewaltige Gletscherbecken des Snow Lake und des Sim Gang-Gletschers. Das Becken in der Höhenlage von 4700 bis 5000 m hat zwischen den Pässen Hispar La und Skam La eine Länge von 24 km und zwischen den Höhenzügen im Norden und Süden eine Breite von 12 bis 15 km. In seiner Mitte erhebt sich ein Bergrücken, der die fast ebene Schneefläche um bis zu 1000 Meter überragt. Dieses Gletscherbecken ist eines der größten außerhalb der Polarregionen. Es ist das Nährgebiet des Biafo-Gletschers, d.h. alle dort fallenden Schneemassen, die sich nach und nach zu Eis verdichten, fließen in Richtung Biafo-Gletscher. Der Wanderer darf sich durch die bei Sonnenschein so wunderbar leuchtende und ebene Schneefläche nicht nur der Freude und damit einer evtl. Sorglosigkeit hingeben. Er bewegt sich auf einem mächtigen Gletscher, dessen Eisdicke mit mehreren Hundert Metern nur erahnt werden kann, und in diesem Gletscher gibt es natürlich auch tiefe Spalten. Über das Plateau toben heftige Schneestürme hinweg, der triftende Schnee lässt die Spalten unter einer tückischen Schneedecke verschwinden. Soweit die Gletscher mit Schnee bedeckt sind, darf auf keinen Fall ohne Seilsicherung gegangen werden. Um die Lagerplätze herum sollte sorgfältig auf Spalten sondiert werden.

Das Gebiet um den Snow Lake ist Teil des Great Karakorum zwischen den mächtigen Gebirgszügen des Hispar Muztagh im Westen und des Baltoro im Südosten. Dieser Bereich des Gebirges heißt Panmah Muztagh. Die Ebenen von Snow Lake und Sim-Gang-Gletscher sind umrahmt von Gipfeln zwischen 6000 und 6600 m Höhe. Nur der Baintha-Brakk (Ogre) im Südosten nimmt mit seinen 7265 m Höhe und seiner abweisenden Nordwand eine Ausnahmestellung ein. Bei den begrenzenden Gebirsgzügen fällt der Unterschied zwischen den "gemäßigten" Gipfelformen im Westen, Norden und Osten und den bizarren Felsgestalten im Süden auf, die sich auch noch sowohl entlang des Biafo-Gletschers als auch des Choktoi-Gletschers nach Südosten fortsetzen. Der Baintha-Brakk, die Latok-Gipfel und die Felszinnen am oberen Biafo-Gletscher ziehen die Spitzenkletterer der ganzen Welt an

Mehrere Passübergänge führen aus dem Gletscherbecken heraus über die angrenzenden Gipfelketten. Der Hispar La (5150 m) im Westen ist der Übergang zum Hispar-Gletscher (siehe Karte und Beschreibung des Hispar-Muztagh). Die beiden Khurdopin-Pässe im Norden bilden den Übergang ins Shimshal-Tal, der Lukpe La im Osten ist der Übergang in das unbewohnte Tal des Nord-Braldu, das weiter zum Shaksgam und zur chinesischen Grenze führt (siehe Karte und Beschreibung Karakorum Nordost). Nach Osten führt der Skam La zum Nobande Sobande-Gletscher (Panmah-Gletscher), nach Südosten der Sim La zum Choktoi-Gletscher. Die Beschreibung dieses östlichen Teils des zentralen Karakorum finden Sie hier. Der am häufigsten genutzte Zugang bzw. Ausgang ist natürlich der Biafo-Gletscher, der im Südosten in 3050 m Höhe am Süd-Braldu (Abfluss des Baltoro-Gletschers) endet und von wo bald das Dorf Askole erreicht wird.

In ca. 4700 m Höhe vereinigen sich die Gletscherströme des Snow Lake zum Biafo-Gletscher, der von dort in Richtung Südosten fließt. Mit bis zu 3,5 km Breite hat er wahrhaftig gigantische Ausmaße. Die Abmessungen sind so ungewöhnlich, dass sich die Trekker immer wieder hinsichtlich der tatsächlichen Entfernungen täuschen. Am oberen Teil des Gletschers stehen beidseits beeindruckende steile Felszinnen. Am unteren Teil des Gletschers zeigen die Berge wieder gemäßigtere Formen. Etwa auf halber Länge mündet von Nordosten der Baintha-Lukpar-Gletscher, der von Norden den Uzun-Gletscher aufnimmt. Um diese Gletscher sind die spektukulärsten Zinnen der Region gruppiert: Uzun Brakk, Baintha Brakk I und II und die Gipfel der Latok-Gruppe.

Die Zunge des Biafo-Gletschers reicht in das Tal des South-Braldu. Entlang der Stirnmoräne verläuft die Trekking-Route von Askole zum Baltoro-Gletscher. Askole ist auch deer Ausgangspunkt für das Trekking über den Biafo-Gletscher zum Snow Lake.

B. Snow Lake

Unter Snow Lake ist hier das gesamte Gletscherbecken zwischen Tahu Rutum und Lukpe Lawo Brakk im Norden und Solu Towers und Baintha Brakk im Süden zu verstehen oder - in Ost-West-Richtung gesehen - der gesamte Bereich zwischen den Pässen Skam La und Sim La im Osten un dem Hispar La im Westen. Es ist also auch ausdrücklich der Sim Gang-Gletscher eingeschlossen, der ja nur der südliche Teil des Gletscherbeckens ist.

Wir beginnen mit der Bildbeschreibung am nördlichen und nordöstlichen Rand des Gletscherbeckens und bewegen uns Richtung "Ausgang" am Biafo-Gletscher. Vom Khurdopin-Pass West (5700 m) im Norden blickt man auf den Südrand des Gletscherbeckens mit seinen bizarren Gipfeln vom Baintha Brakk bis zum Sosbun-Brakk:

(4) Blick vom Khurdopin-Pass West (5700 m) zum Südrand des Snow Lake
vom Baintha Brakk (7265 m) bis zum Sosbun Brakk (6395 m)
Zu Füßen liegt das Gletscherbecken des Snow Lake, der rechts vor dem Sosbun Brakk in den Biafo-Gletscher übergeht. Bei der Längenangabe des Biafo-Gletschers (66 km) wird der Snow Lake mitgerechnet, das er ja das Nährgebiet des Gletschers darstellt.
Foto: Jozef Houben; Beschriftung: Günter Seyfferth

Am nordöstlichen Rand des Gletscherbeckens sind der Pass Lukpe La (5610 m), der Übergang vom Braldu-Gletscher zum Snow Lake, sowie der von dort erreichbare Braldu Brakk (6140 m) gute Aussichtspunkte, die einen phantastischen Überblick in alle Himmelsrichtungen gewähren. Pierre Neyret  hat freundlicherweise eine Reihe wunderbarer Bilder von seiner Ski-Expedition im Jahr 2011 zur Verfügung gestellt. Seine Bilder nach Osten und Südosten finden Sie hier. Hier folgen nun seine Bilder vom Lukpe La und Braldu Brakk, welche helfen, die Topografie des Snow Lake zu erklären.

(5) Blick von Süden auf den Pass Lukpe La (5610 m)
und die Gipfel am nordöstlichen Rand des Snow Lake.

In Bildmitte sehen wir den Braldu Brakk (6175 m), der eine herrliche Rundumsicht gewährt.
Rechts geht es hinunter zum Braldu-Gletscher, links zum Snow Lake.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

(6) Blick vom Lukpe La (5610 m) nach Südwesten
zu den bizarren Gipfeln am Biafo-Glestcher
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth


(7) Blick aus ca. 6050 m Höhe am Braldu Brakk nach Süden zu den Gipfeln der Latok-Gruppe
und zum höchsten Berg der Region, dem Baintha Brakk (7265 m), auch Ogre genannt.

Rechts liegt der ebene Boden des Sim Gang-Gletschers, dem östlichen Teil des Snow Lake.
Zwischen den Bergsteigern und dem Baintha Brakk befinden sich drei Pässe: der Lukpe La, der Skam La, der vom Snow Lake nach Osten zum Nobande-Sobande-Gletscher führt, und der Sim La, der vom Snow Lake nach Südosten zum Choktoi-Gletscher führt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

(8) Blick aus ca. 6140 m Höhe am Braldu Brakk nach Südwesten bis zum Nanga Parbat (8125 m)
Im Vergleich zu Bild Nr. 6 steht der Fotograf deutlich höher, so dass über den Gipfeln am oberen
Biafo-Gletscher der achthöchste Berg der Erde, der Nanga Parbat zu sehen ist.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(9) Blick vom Gipfel des Braldu-Brakk (6175 m) nach Westen
Über dem Meer der namenlosen hohen 5000er im Snow Lake stehen die Gipfel um den Chogolungma-Gletscher: Haramosh (7406 m), Haramosh II (6666 m), Laila (6986 m), Malubiting (7458 m) und Spantik (7027 m) sind die herausragenden Berge. Ganz rechts ist sogar der Rakaposhi (7788 m) zu erkennen, der Berg, der das Hunza-Tal beherrscht.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

(10) Blick vom Gipfel des Braldu-Brakk (6175 m) nach Nordwesten
In dieser Sicht verstellt der unbenannte Peak 6590 leider die Sicht auf die hohen Siebentausender des Hispar Muztagh. Die Gipfel auf der rechten Seite des Bildes begrenzen das obere Becken des Virjerab-Gletschers, der nach Nordwesten in Richtung Shimshal-Tal fließt.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(11) Tele-Blick vom Gipfel des Braldu Brakk (6175 m) nach Süden
in die unbezwungene Nordwand des Baintha Brakk (7265 m).
Links des Hauptgipfels, nur scheinbar mit diesem verschmolzen, sieht man den
Baintha Brakk II (6885 m).
Die niedrigen Sechstausender im Vordergrund begrenzen den Pass Skam La auf seiner Südseite.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Vom Fuß des des Lukpe La geht der Blick über den Sim Gang-Gletscher, also über den südlichen Arm des Snow Lake hinweg bis zum Hispar La:

(12) Blick vom Abstieg vom Lhukpe La (5566 m) über den Sim Gang-Gletscher hinweg
nach Westen zu den Felszinnen am Biafo-Gletscher und zum Hispar La
Der Biafo-Gletscher fließt vor den Felszinnen nach links, d.h. nach Südosten.
Am Hispar La beginnt der 50 km lange, nach Westen fließende Hispar-Gletscher.
Foto: Paul Boslooper, google.com
; Beschriftung: Günter Seyfferth

zur Fortsetzung des Abschnitts

Der alles beherrschende Berg am Sim Gang-Gletscher ist der Baintha Brakk (7265 m), auch Ogre genannt. Der Baintha Brakk wurde erstmals im Jahr 1977 von einer britischen Expedition bestiegen. Der Baintha Brakk ist ein äußerst schwieriger Berg; die zweite Besteigung gelang erst im Jahr 2001.

(13) Blick vom Sim Gang-Gletscher auf die Nordwände des Baintha Brakk (links, 7265 m)
und seiner Trabanten ohne Namen.
Über dem Einschnitt rechts der Bildmitte ist der Uzun Brakk (6375 m) zu sehen.
Die drei Bergsteiger stehen im Bereich der Randmoräne und sind nur deshalb nicht angeseilt.
Foto: Paul Boslooper, google.com

Ein Zeltlager auf dem Sim Gang-Gletscher hinterlässt den einmalig schönen Eindruck von einer weltabgeschiedenen Landschaft aus Eis und Schnee von polaren Dimensionen und von absoluter Stille, solange keine Lawinen aus der Nordwand des Baintha Brakk niedergehen. Die folgenden 4 Bilder zeigen Eindrücke von einem solchen Lager mit der Sicht nach Norden und Osten:

(14) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Norden
Hinter dieser Bergkette liegt der nördliche Arm des Snow Lake (siehe Karte)
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(15) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Nordosten
Hinter dieser Bergkette liegt der nördliche Arm des Snow Lake (siehe Karte):
Das Bild schließt rechts an Bild Nr. 14 an.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(16) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Osten
Das Bild schließt rechts an Bild Nr. 15 an.
Links der unbenannten Gipfel in der Bildmitte geht es zu den Pässen Skam La und Lukpe La,
rechts zum Sim La (siehe Bild Nr. 17).
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

(17) Blick von einem Lager auf dem Sim Gang-Gletscher nach Osten mit dem Baintha Brakk
Rechts der Bildmitte befindet sich der Sim La, der Passübergang zum Choktoi-Gletscher.
Foto: Michael Beek, www.beek-pakistan.de

Wenn vom Sim Gang-Gletscher her der Biafo-Gletscher erreicht ist, befindet man sich am südlichen Rand des Snow Lake, der sich von dort aus zunächst nach Norden erstreckt und sich vor dem Lupke Lawo Brakk (6593 m) nach Osten wendet:

(18) Der Snow Lake vom Biafo-Gletscher nach Norden.
Nach links (nach Westen) führt die Route weiter zum Hispar La.
Nach rechts (nach Osten) erstreckt sich der ebene Sim Gang-Gletscher (siehe vorstehende Bilder).
Im Hintergrund rechts der Bildmitte der Lukpe Lawo Brakk (6593 m).
Bild Nr. 4 wurde von dem Pass links dieses Gipfels aufgenommen.
Foto: Paul Boslooper, google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der lange Schatten auf dem vorstehenden Bild ist der Schatten der Felszinnen am südwestlichen Rand des Biafo-Gletschers, die bereits auf Bild Nr. 10 zu sehen waren. Für das folgende Bild hat sich der Betrachter um 90 Grad nach links gewendet:

(19) Blick vom südlichen Rand des Snow Lake zum Sosbun Brakk (6395 m)
und zum Broad Tower (6180 m)
Der Biafo-Gletscher fließt nach links. Rechts geht es zum Hispar La.
Foto: Pierre Neyret, www.karakorum-ski-expédition.com

Mit der folgenden Sicht auf Snow Lake und Sim Gang-Gletscher vom Aufstieg zum Hispar La sei die Beschreibung des großen Gletscherbeckens abgeschlossen:

(20) Blick vom Aufstieg zum Hispar La nach Osten auf Snow Lake und Sim Gang-Gletscher
22 km sind es bis zum anderen Ende des Gletscherbeckens!
Foto: Paul Boslooper, google.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

Der Snow Lake mit dem Simgang-Gletscher kann als Zentrum des pakistanischen Karakorum betrachtet werden, an das rundum viele weitere Gebirgsregionen grenzen, die von dort aus erreicht werden können:

- Im Südwesten Region des Biafo-Gletschers, der im Tal des Süd-Braldu endet,
  das nach Osten zur Baltoro-Region führt.
- Im Westen der Hispar-Muztagh, der über den Hispar La erreicht wird.
- Im Norden die Shimshal-Region, die über den Khurdopin-Pass erreicht werden kann.
- Im Nordosten der Grenzbereich zu China am North-Braldu-Gletscher,
der über den Lhukpe La   erreicht wird.
- Im Osten der Nobande Sobande-Gletscher, der über den Skam La erreicht wird.
- Im Südosten der Choktoi-Gletscher, der über den Sim La erreicht wird,
  und von wo aus der Weg durch das Tal des Dumord-River ebenfalls zur Baltoro-Region führt.

 

 

 

zum Beginn dieses Abschnitts

C. Biafo - Glacier

Sämtliche Massen des Eises aus dem riesigen Snow Lake bewegen sich in Richtung der Solu Towers, wo sie sich zu dem ab dort klar erkennbaren Eisstrom des Biafo-Gletschers vereinigen. Zwischen 2,5 und 3,5 km breit ist der Gletscher bis weit hinunter in Richtung Südosten. Erst bei der Annäherung an das Tal des Süd-Braldu in ca. 3900 m Höhe wird er schmaler, bis er sich schließlich auf den letzten Kilometern durch das enge Tal zwischen Bullah (6280 m) und Shinlep Brukk (5560 m) zwängt und direkt vor der Trekking-Route zum Baltoro-Gletscher endet.

(21) Blick vom Südrand des Snow Lake nach Süden
auf die Berge am Südwestrand des Biafo-Gletschers
Hier beginnt die lange Wanderung, die stetig den Biafo-Gletscher abwärts führt.
Kommt man von Süden, ist dieser Punkt das letzte Lager vor Überschreitung des Hispar La.
Foto: Mount Coach, www.flickr.com; Beschriftung: Günter Seyfferth

(22) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4575 m Höhe nach Südwesten
zum Sosbun Brakk (6395 m, links) und zu den Zinnen des Broad Tower (6180m),
die auch auf Bild Nr. 20 von einem Standort weiter rechts zu sehen waren.
Der Sattel rechts des Sosbun Brakk ist der Sokha La, hinter dem man einen unbenannten Gipfel
mit 6055 m Höhe am Sokha-Gletscher sieht.
Foto: Paul Boslooper, google.com

(23) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4530 m Höhe nach Osten zum Uzun Brakk (6375 m)
Im Hintergrund sieht man die westlichen Trabanten des Baintha Brakk
Foto: Edward Seto, www.flickr.com

(24) Blick vom Biafo-Gletscher in ca. 4370 m Höhe nach Südosten auf die unbenannten Felszinnen, die sich gletscherabwärts an den Uzun Brakk anschließen.
Foto: Guglielmo di Camillo, www.picasaweb.google.com

In 4100 m Höhe münden von Nordosten die vereinigten Gletscher Uzun Brakk und Baintha Lukpar. Diese Gletscher sind die westlichen Zugänge zu den Gipfel des Baintha Brakk und der Latok-Gruppe:

(25) Blick vom Biafo-Gletscher beim Rastplatz Baintha nach Norden
zum Baintha Brakk I (7265 m) und II (6885 m)
Weiter rechts schließt die Latok-Gruppe an (siehe folgendes Bild).
Foto: nunkun, www.summitpost.org

Der Baintha Brakk (Ogre) ist ein äußerst schwieriger Berg, dessen Erstbesteigung im Jahr 1977 Geschichte machte, weil sich der Brite Doug Scott beim Abseilen unmittelbar unter dem Gipfel beide Fußknöchel brach. Er konnte sich fortan nur noch auf den Knien vorwärts bewegen. Sein Seilpartner Chris Bonington stürzte beim weiteren Abstieg ins Seil und brach sich mehrere Rippen. Zwei Bergsteiger aus der Mannschaft waren ihnen zur Rettung entgegen gekommen. In schlechtem Wetter erreichten sie schließlich nach 9 Tagen das Basislager, Doug Scott auf Händen und Knien - vom Wandfuß noch fünf Kilometer über den Uzun-Brakk-Gletscher robbend. Von hier wurde Scott von Trägern 40 km weit nach Askole gebracht. Alle hatten überlebt! Die zweite Besteigung des Ogre erfolgte erst 24 Jahre später im Jahr 2001.

 

zur Fortsetzung des Abschnitts

Die markanten Zinnen der Latok-Gruppe liegen etwas versteckt hinter den Vorbergen. Eine gute Sicht auf diese Gipfel sowie auf den gesamten unteren und mittleren Biafo-Gletscher hat man von einem etwa 5040 m hohen Aussichtsgipfel östlich von Baintha:

 

(26) Blick vom Aussichtspunkt 5040 östlich Baintha nach Osten zur Latok-Gruppe

(27) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Norden
zum Uzun Brakk (6375 m) und Baintha Brakk (7265 m)
Das Bild schließt links an das vorherige Foto an.

(28) Blick vom Aussichtspunkt 5070 östlich Baintha nach Nordwesten
zum Sosbun Brakk (6395 m) und Uzun Brakk (6375 m)
Das Bild schließt links an das vorherige Foto an.

(29) Blick vom Aussichtspunkt 5040 östlich Baintha nach Süden
zum Gama Sokha Lumbu (6260 m)

(30) Der untere Biafo-Gletscher vom Aufstieg zum Aussichtspunkt 5040 bei Baintha gesehen
Der Gletscher endet im Tal des Süd-Braldu, der das Tal des Baltoro-Gletschers entwässert.

Von dort ist es nicht weit nach Askole.
Rechts unten liegt der Lagerplatz Baintha in 4050 m Höhe an einem kleinen See hinter der Gletschermoräne. Man mache sich bewusst, dass der Biafo-Gletscher hier fast 3 km breit ist!
Foto: Ken; Beschriftung: Günter Seyfferth

(31) Blick vom Biafo-Gletscher in ca 3600 m Höhe nach Nordwesten
mit Uzun Brakk (6365 m) und Baintha Brakk (7265 m)
Foto: Paul Boslooper, google.com

Der Biafo-Gletscher ist zusammen mit dem Hispar-Gletscher der klassische Übergang zwischen der meist besuchten Region des Karakorum, dem Baltoro-Gletscher, und dem Hunza-Tal im Nordwesten. Die Beschreibung dieses Übergangs über den Hispar La mit vielen weiteren Bildern finden Sie hier.

zum Beginn dieses Abschnitts


nach oben

horizontal rule

Copyright © Guenter Seyfferth, 2006. Aktualisierter Stand vom 05.11.2019. Alle Rechte vorbehalten.

Impressum, Haftungsausschluss, Copyright, Datenschutz


Wenn Sie mit mir Kontakt per E-Mail aufnehmen wollen, können Sie dies hier tun: [E-Mail senden]. 
Bitte haben Sie Verständnis,  dass ich nur Mails beantworte, welche Name und Anschrift des Absenders enthalten.  Ihre Daten werden nicht weitergegeben.

Bitte beachten Sie, dass ich keinerlei Auskünfte erteile zu Reiseveranstaltern, Transportmöglichkeiten, Unterkünften, Ausrüstung, Verpflegung, Führern, Trägern etc.